Altersvorsorge: Rente oder Pension – das sind die Unterschiede
IMAGO/Edgars Sermulis
Ein Portemonnaie mit Geldscheinen: Beamt*innen beziehen in Deutschland eine Pension und keine Rente.
Ende Juni will die von der Bundesregierung eingesetzte Altersvorsorgekommission ihre Vorschläge zur Finanzierung der gesetzlichen Rente vorlegen. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks ergab nun, dass 86 Prozent der Befragten es richtig fänden, wenn Beamt*innen, Selbstständige und auch Politiker*innen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen würden. Nur jeder Zehnte (zehn Prozent) fände das falsch. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hatte diesen Vorschlag bereits im vergangenen Jahr in die Diskussion gebracht. Am Montag erklärte sie auf einer Veranstaltung der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf, dass sie an diesem Plan festhalte: „Wenn alle einzahlen, dann hätten wir mehr im Topf und der Staat muss nicht so viel zuzahlen“, sagte sie.
Aber wo genau liegen die Unterscheide zwischen einer Rente und einer Pension? Wir erklären, worum es geht.
Gesetzliche Rente: rund 1.150 Euro im Monat
Im Jahr 2024 zahlten von den insgesamt rund 46 Millionen Beschäftigten in Deutschland rund 33 Millionen monatlich Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Die Höhe der Beiträge beläuft sich aktuell auf 18,6 Prozent, davon zahlen Beschäftigte und Arbeitgeber jeweils 9,3 Prozent des Bruttolohns. Für die Höhe der Rente sind sowohl die Anzahl der Beitragsjahre als auch die Höhe des Verdienstes entscheidend. Eine Durchschnittsrente erhält, wer 45 Jahre Beiträge in Höhe des jeweiligen Durchschnittlohns gezahlt hat. Die so errechnete durchschnittliche Bruttorente lag laut Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung Bund im Jahr 2024 bei 1.769 Euro. Neben Steuern sind davon noch Abgaben zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig.

De facto lagen die Renten in Deutschland allerdings im gleichen Jahr weitaus niedriger. Der Grund: Scheiden Beschäftigte früher aus dem Erwerbsleben aus als gesetzlich vorgesehen, müssen sie Abschläge in Höhe von 0,3 Prozent pro Monat in Kauf nehmen. Außerdem beziehen nicht alle ein Gehalt in Höhe des Durchschnittslohns, sondern verdienen weniger. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung ermittelte für das Jahr 2024 eine durchschnittliche Rente für Männer in Höhe von rund 1.340 Euro und für Frauen von rund 980 Euro. Der Durchschnittswert lag bei ca. 1.150 Euro.
Beamtenpension: rund 3.240 Euro im Monat
Beschäftigte im Staatsdienst sind da klar im Vorteil: Zunächst einmal zahlen Beamtinnen und Beamte keine Pflichtbeiträge in eine Rentenversicherung. Ihre Pension wird ausschließlich aus Steuergeldern finanziert. Zuständig hierfür sind die Haushalte des Bundes, von Ländern oder Kommunen. Die Höhe errechnet sich nach dem Gehalt, das in den letzten zwei Jahren verdient wurde und nach Dienstjahren. So erhalten Beamt*innen nach 40 Dienstjahren bis zu 71 Prozent des letzten Gehalts als Pension. Im Jahr 2024 betrug die durchschnittliche Pension laut Statistischem Bundesamt bei 3.240 Euro.
hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.
Es gibt noch einige Unterschiede mehr als angeführt:
- Rentner haben zwar 13 Monate (12 Monate plus Weihnachtsgelt) eingezahlt, erhalten aber nur 12 Monate Rente, während Pensionäre, 13 Monate erhalten.
- Rentner müssen andere Leistungen (z.B. Reha) gesondert zahlen, während Pensionäre diese so erhalten.
- Die Rente wird wegen der klammen Rentenkasse klein gehalten bzw. soll unter 48 % des Durchschnittslohnes sinken, während dergleichen bei Pensionen nicht vorgesehen ist.
- Viele Beamten- und Millionärsgattinnen erhalten Mütterrente aus der Rentenkasse, ohne jemals dort eingezahlt zu haben, womit die Rentenkasse neben weiteren versicherungsfremden Leistungen geplündert wird.
Beamten nehmen, was Ihnen nicht zusteht. Ich schlage vor, die Pensionen linear um 40 % zu kürzen- dann sollte in etwa ein Gleichstand erreicht sein. Da müssen wir hin, es ist genug Geld im System, nur die Verteilung funktioniert nicht. Kümmern wir uns darum, wenn es sonst niemand tut.