Inland

Berlin will AfD-Verbotsverfahren anstoßen

4. December 2025 17:57:12
Das Land Berlin will eine Bundesratsinitiative für ein AfD-Verbotsverfahren einleiten. Das hat das Abgeordnetenhaus am Donnerstag beschlossen. Die Initiative geht zurück auf die SPD – und die CDU.
Fahne mit der Aufschrift "AfD-Verbot jetzt"

AfD-Verbot jetzt: Das Land Berlin will sich für eine entsprechende Bundesratsinitiative stark machen.

Ein Verbotsverfahren gegen die als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestufte AfD ist einen Schritt vorangekommen. Das Land Berlin will eine entsprechende Initiative im Bundesrat starten. Damit beauftragte das Abgeordnetenhaus am Donnerstag die Landesregierung.

Bundesrat soll Möglichkeiten für AfD-Verbotsverfahren ausloten

So soll der Berliner Senat „im Bundesrat die Möglichkeiten und Mehrheiten – idealerweise auf Initiative aller 16 Bundesländer – zur Einleitung eines entsprechenden Verfahrens ausloten, mit der zeitnahen Zielsetzung eine entsprechende Bundesratsinitiative zu ergreifen, um diese dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorzulegen“, wie es in dem Beschluss heißt. Dieser wurde mit den Stimmen aller Fraktionen mit Ausnahme der AfD gefasst.

Ein Verbotsverfahren gegen eine Partei wird vor dem Bundesverfassungsgericht geführt. Einen entsprechenden Antrag können die Bundesregierung, der Bundestag oder der Bundesrat stellen. Der Vorstoß aus Berlin ist der erste dieser Art bundesweit. Ein Antrag aus dem Bundestag hatte Anfang des Jahres im Parlament keine Mehrheit gefunden.

Regierender Bürgermeister Wegner offen für AfD-Verbotsverfahren

„Unsere Demokratie muss im Notfall wehrhaft sein“, betonte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, in seiner Rede zum Antrag. „Gemeinsam übernehmen wir damit Verantwortung für das Erbe und die Mahnung, die uns die Mütter und Väter des Grundgesetzes damals hinterlassen haben.“ Die Initiative der schwarz-roten Landesregierung wertete Saleh als „starkes Signal aus unserer Stadt Berlin für all die Menschen, die übergroße Mehrheit, die in unserem Land in Frieden und Freiheit leben wollen“.

Während die CDU auf Bundesebene die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens ablehnt, hatte sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner schon vor Monaten offen dafür gezeigt. „Ich bin dafür, genau zu prüfen, welche Erfolgsaussichten wir mit einem Verbotsverfahren haben“, forderte Wegner im Mai laut einem Bericht des „Tagesspiegel“.

Arbeitsgruppe soll AfD-Verbotsverfahren vorbereiten

Die Bundes-SPD hatte sich auf ihrem Parteitag im Juni einstimmig für die Vorbereitung eines AfD-Verbotsverfahrens ausgesprochen. Die Delegierten beschlossen einen Antrag des Parteivorstands, der die Einsetzung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Sammlung von Belegen für die Verfassungswidrigkeit fordert. Bei ausreichenden Belegen will die SPD auf einen Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht dringen.

Im Mai hatte sich bereits die Bremische Bürgerschaft für die Anstrengung eines AfD-Verbotsverfahrens ausgesprochen, im Oktober der Landtag von Schleswig-Holstein.

In einer ersten Fassung dieses Texte hatte es geheißen, Berlin sei das erste Bundesland, das eine Bundesratsinitiative für ein AfD-Verbot anstoßen will. Das ist falsch. Wir haben die entsprechende Passage deshalb geändert.

Autor*in
Kai Doering
Kai Doering

ist stellvertretender Chefredakteur des vorwärts und auf Bluesky unter @kaid.bsky.social zu finden.

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9 Kommentare

Gespeichert von Karl-Heinz Runge (nicht überprüft) am Fr., 05.12.2025 - 11:47

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Die AfD wird von mehr als 25% der Wahlberechtigten in Deutschland gewählt! Die werden alle vor den Kopf gestoßen ! Wie ignorant muss man sein ! Ihr denkt nicht an das Volk
sonder nur Partei intern! Deshalb wird die AfD immer stärker! Mfg Kalle

Gespeichert von Rainer Ziegler (nicht überprüft) am Sa., 06.12.2025 - 13:10

Antwort auf von Karl-Heinz Runge (nicht überprüft)

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AFD wird verboten.
75% in ganz Deutschland wollen keine AFD.
AFD sind Feinde der Demokratie und Feinde von Deutschland.
AFD VERBOT WIRD KOMMEN.DAS IST SICHER.
AFD WIRD VERSCHWINDEN.

MFG
R.Z.

Gespeichert von Rainer Ziegler (nicht überprüft) am Sa., 06.12.2025 - 13:25

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AFD VERBOT ist vollkommen richtig.
AFD sind Deutschland und Demokratie Feinde.
Zerstören unser Land
75% der Deutschen Bevölkerung sind gegen AFD.
AFD wird niemals regieren.
AFD wird verboten.Weg mit AFD.

MFG
Rainer Ziegler

Gespeichert von Jürgen Harke (nicht überprüft) am Di., 09.12.2025 - 23:27

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Die AFD ist in ihren Positionen und in rechtsextrem Kreisen/Veranstaltungen demokratiefeindlich, aber in der öffentlichen Wahrnehmung oft harmlos und verharmlosend - wie ein Wolf im Schafspelz. Daher ist sie so gefährlich für unsere freiheitliche Demokratie und unsere Wirtschaft - das hatten wir schon mal vor über 90 Jahren !! Sie nutzt die Grundrechte unserer Verfassung, um gegen unser Rechts- und Wertesystem zu agitieren und es zu unterminieren Das Verbot richtet sich also gegen die Partei AFD und ihre Funktionäre, nicht gegen verunsicherte, enttäuschte und z.T. durch Fake-News manipulierte Wähler!

Gespeichert von Paul Laner (nicht überprüft) am Mi., 10.12.2025 - 18:23

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Angesichts der massiven Einmischung der USA in die Innenpolitik Deutschlands, ist es mehr als angesagt, dass man diese menschenverachtende und geschichtsrevisionistische Partei verbietet!
Diese Partei hat es geschafft, die wenig gebildeten Bürger dieses Landes für sich zu gewinnen! Es sind Rattenfänger, denen man das Handwerk legen muss! Unsere Freiheit und unsere Demokratie ist bedroht.
Immer wieder reibt man sich die Augen und fragt sich, wie es möglich ist, dass diese Partei so viel Zustimmung bekommt, was natürlich auch ein Bild über den moralisch geistigen Zustand unseres Landes entwirft.
Man hat den Eindruck, das man hier wieder ein bisschen Lust auf Untergang hat. Lasst uns dem gemeinsam entgegen treten. Nur wenn alle Demokraten die Stimme erheben, wird dies Desaster noch zu verhindern sein.