International

Neue nationale Sicherheitsstrategie: Amerikas Kriegserklärung an Europa

9. December 2025 22:58:54
Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA beendet die transatlantische Partnerschaft. Für Europa stellt sie eine doppelte Bedrohung dar. Die Antwort der EU muss daher deutlich sein.
Deckblatt und weitere Seiten der nationalen Sicherheitsstrategie der USA

Ein Dokument mit Zündstoff: Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA hat vor allem Europa im Blick.

Die Idee des Regime Change ist zurück auf der Weltbühne. Dieses Mal ist allerdings nicht Europa der Ausgangspunkt, sondern selbst die Zielregion, in der die Administration Trump ihre Vorstellungen von gutem und richtigem Regieren applizieren will. Damit findet eine Neudefinition der viel beschworenen „transatlantischen Wertegemeinschaft“ statt.

Außenpolitik unter den Vorzeichen von America First

Das zeigt sich in der US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsstrategie 2025 (NSS 2025), in der Präsident Trump seine Vorstellungen einer Außenpolitik unter dem Vorzeichen von America First niederlegt. Das Dokument ist vollkommen anders verfasst als frühere Sicherheitsstrategien der USA. Es ist deutlich ideologischer und zugleich unverblümter in der Fokussierung auf die eigenen Interessen. Manchmal liest es sich beinahe wie eine Karikatur der USA, wie man sie entweder aus Filmen oder aus antiamerikanischen linken Zirkeln kennt. Insofern ist es durchaus feine Ironie, dass die Strategie auch davon spricht, die soft power der USA ausbauen zu wollen.

Grundsätzlich dreht sie sich darum, die Größe der USA zu wahren und auszubauen – America First eben. Das reicht von einer harten Anti-Migrationspolitik mit forciertem Grenzschutz, über den Ausbau des US-Militärs, bis hin zu internationalen Beziehungen, die auf die amerikanische Prosperität ausgerichtet sind. Für diese Ziele sollen alle Instrumente eingesetzt werden, seien es Wirtschaftsbeziehungen, der amerikanische Finanzmarkt, Technologie oder auch das Militär und die Alliierten. Amerikanische Firmen sollen direkt davon profitieren, besonders von Ländern, die am meisten von den USA abhängen und auf die Washington am meisten Druck ausüben kann.

Die Regeln bestimmen jetzt die USA

Für Europa, mit seinen zahlreichen Staaten, die sich einer „Special Relationship“ mit den USA rühmen, hat die Strategie eine ganz eigene Rolle vorgesehen. Das kann Auswirkungen auf die Wirtschafts- und die Sicherheitspolitik Europas haben, gleichzeitig aber auch innenpolitische Folgen. Sicherheitspolitisch orientieren sich die USA mit dieser Strategie weg von einer auf gemeinsamen Regeln basierenden Weltordnung. Stattdessen wird als Tatsache postuliert, dass stärkere Nationen mehr Einfluss haben. Damit die USA in dieser Logik auch weiterhin den stärksten Einfluss haben, müssen die Alliierten, und hier vor allem Europa, dazu beitragen.

Das bedeutet erstens, dass sie mehr für die eigene Sicherheit tun müssen, allerdings nicht vollständig auf eigene Verantwortung. Die USA wollen weiterhin als treibende Kraft fungieren und die Alliierten in diesen Bemühungen anleiten. Zweitens müssen Verbündete der USA weiterhin ihr Scherflein zur wirtschaftlichen Ausnahmestellung Amerikas beitragen. Das heißt, sie müssen den Abbau der Handelsbilanzdefizite vorantreiben, ihre Märkte für die USA öffnen und die Besteuerung oder Regulierung amerikanischer Unternehmen daran messen lassen, ob das Weiße Haus dies für fair und angemessen hält.

Drittens werden amerikanische Energieexporte genutzt, um die Beziehungen zu Alliierten zu vertiefen. Das heißt im Umkehrschluss, dass man Öl und Gas künftig besser bei Donald Trump kauft und fehlgeleitete Ideologien (sic!) wie Klimawandel und Net Zero ad acta legt, wenn man von den USA abhängig ist.

Russland wird weder als Bedrohung noch als Gefahr gesehen

Während diese drei Schlussfolgerungen aber unabhängig von der Geografie für alle Alliierten gelten, birgt die NSS noch einige spezielle Klauseln für die europäische Sicherheitspolitik, auch weil Europa in der für die USA besonders wichtigen westlichen Hemisphäre liegt. Stabilität wird als höchste Priorität in Europa genannt. Diese wird laut der NSS aber nicht von Russland gefährdet, das weder als Bedrohung noch als Gefahr definiert wird. Das Problem wird vielmehr darin gesehen, dass viele Europäer Russland als existentielle Bedrohung betrachten.

Daher soll strategische Stabilität im Verhältnis mit Moskau hergestellt werden und der Krieg in der Ukraine soll enden. Als einzigen konkreten Schritt in diese Richtung hält die NSS fest, dass eine Priorität der USA darin liegt, zu verhindern, dass die NATO eine sich permanent erweiternde Allianz ist. Damit werfen ausgerechnet die USA, die noch 2008 für den Beitritt der Ukraine und Georgien in die NATO geworben hatten, diese Tür vor aller Öffentlichkeit zu. Es ist zwar auch vom Überleben der Ukraine die Rede, aber lediglich als „viable state“, die sonst so viel zitierte Souveränität fehlt hier.

Schmeicheln wird Trump nicht umstimmen

Die NSS 2025 legt fest, dass Zusammenarbeit auch mit Staaten möglich sein muss, die die amerikanischen Werte nicht teilen. Ganz explizit ist beispielsweise mit Blick auf den Nahen Osten die Rede davon, regionale Traditionen zu respektieren und nicht zu versuchen, die eigenen Vorstellungen anderen Staaten aufzudrücken. Für Europa gilt das offenbar ganz und gar nicht. So wie es in der Bibel in Genesis 1 heißt „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“, so gedenkt die Administration Trump offenbar, Europa nach ihrem eigenen Bilde zu gestalten.

Was heißt das konkret für Europa? Die NSS offenbart, dass es bei Trump nicht nur um transaktionale Beziehungen geht, sondern um ideologische Interessen. Nach Lateinamerika, wo Trump seine Verbündeten Jair Bolsonaro und später Javier Milei direkt unterstützte, indem er Brasilien hohe Zölle auferlegte und einen Kredit an Mileis Wahlsieg knüpfte, gilt dies nun ganz klar für Europa. Trumps ideologische Agenda lässt sich offensichtlich nicht durch Schmeicheln „aufweichen“, wie sich Europas Regierungschefs erhofften. Unter dieser Administration stellen die USA eine zweifache Bedrohung dar: für die EU als Projekt und für die europäischen liberalen Demokratien.

Eine Kriegserklärung an internationale Organisationen

An mehreren Stellen betont die NSS den Vorrang der Nationalstaaten und liest sich als eine Kriegserklärung an internationale Organisationen, vor allem die EU. Sie untergrabe nicht nur die politische Freiheit und die nationale Souveränität, sondern sei auch ein Hindernis für amerikanische Interessen. Diese Einschätzung sollte aber nicht überraschen. Die Ablehnung internationaler Organisationen, inklusive der EU, war schon im Project 2025 der Heritage-Stiftung zu finden, dem inoffiziellen Regierungsprogramm der Trump-Administration. Vielleicht schafft es die NSS 2025 schlussendlich, allen Europäern die Augen dafür zu öffnen.

Darüber hinaus unterminiert diese ideologische Agenda die liberale Demokratie. Die NSS 2025 setzt europäische Identität mit weißer Ethnizität und christlicher Religion gleich, die angeblich durch Einwanderung bedroht seien. Wenn Europa, wie die NSS behauptet, von einer „Auslöschung ihrer Zivilisation“ bedroht ist, dann sollten die Entscheidungsträger*innen freie Hand haben, ihre Staaten mit allen Mitteln zu beschützen. „Wer sein Land rettet, verletzt kein Gesetz“, wie es Trump im Februar auf X postete. Dadurch werden Attacken gegen die liberale Demokratie legitimiert.

Es ist gerechtfertigt, die Macht der Exekutive auf Kosten anderer Institutionen zu stärken, um die angeblich bedrohte nationale Identität und Souveränität zu beschützen. Kritische Medien, Oppositionsparteien und die Zivilgesellschaft werden als „ausländische Agenten“ verunglimpft, staatliche Behörden von „Feinden der Nation“ gesäubert. Die Rechte von Minderheiten werden etwa beschränkt, weil sie nicht zur Nation gehören und Meinungsfreiheit selektiv limitiert, um die Reputation der bedrohten Nation zu beschützen.

Das Ende einer 80-jährigen transatlantischen Partnerschaft

Für die aktuelle europäische Führung ist dieses Dokument daher ein Offenbarungseid. Es beendet das transatlantische Verhältnis der letzten 80 Jahre. Aus dem wohlwollenden Hegemon auf der anderen Seite des Atlantiks wird nun eine Weltmacht, die ähnlich wie Russland versucht, die EU zu schwächen und die politischen Verhältnisse in Europa nach eigenem Gutdünken zu ordnen. Ein Kompromiss oder Mittelweg ist nicht erkennbar. Wer es also ernst meint mit der Souveränität europäischer Staaten, muss auf einen europäischen Rütlischwur hinarbeiten.

Dazu braucht es einen forcierten Abbau der sicherheitspolitischen Abhängigkeiten Europas, den Aufbau einer europäischen Rüstungsindustrie für zentrale Systeme, die Europa gemeinsam handlungsfähig machen, eine Stärkung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit anderen Regionen sowie die Festigung internationaler Institutionen und ihrer Resilienz gegen Einflussnahme aus Washington.

Für Regierungschefs wie Orbán oder Meloni, aber auch Parteien wie die AfD und das Rassemblement National ist die neue NSS 2025 hingegen ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk und Anlass zum Frohlocken. Ihre Agenda wird von den USA als Ziel ihrer Sicherheitspolitik erkoren, damit gewinnen sie einen extrem mächtigen Verbündeten. Sie alle wollen ein ethnonationalistisches Europa schaffen. Bei Trump soll das vor allem den Interessen der USA dienen. Das große Paradox besteht aber darin, dass für ein Europa nach diesem Regime Change-Programm die Schnittmengen mit Russland deutlich größer wären. Der Trump’sche Traum von der amerikanisch dominierten westlichen Hemisphäre trägt die eigene Zerstörung schon bei der Entstehung in sich.

Der Text erschien zuerst im IPG-Journal.

Autor*in
Christos Katsioulis

leitet das Regionalbüro für Zusammenarbeit und Frieden der Friedrich-Ebert-Stiftung in Wien. Zuvor leitete er die Büros der FES in London, Athen und Brüssel.

Autor*in
Filip Milačić

ist Senior Researcher im Wiener Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung und Gastprofessor an der Central European University.

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11 Kommentare

Gespeichert von max freitag (nicht überprüft) am Mi., 10.12.2025 - 20:06

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man Kriegserklärungen wohl nicht fürchten. Hatte nicht auch Baerbock schon einen Kriegszustand erklärt, Russland gegenüber? Ich meine , das war so, Damit sind Kriegserklärungen per se Papiertiger.

Liebe Leute in der Redaktion- so kann man nicht titeln, ohne den Inhalt - und damit in letzter Konsequenz, den VORWÄRTS, schon im Titel zu desavourieren

Gespeichert von Jürgen Wellmann (nicht überprüft) am Do., 11.12.2025 - 13:12

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Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen Punkt 1 der Netiquette verstößt. Bitte beachten Sie die Netiquette!

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:08

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Eine bemerkenswerte Analyse von Katsioulis/Milačić über die „amerikanische Übergriffigkeit“ (Schneider 10.12.25) gegenüber Europa – hybrider Krieg ist dagegen eine Bagatelle - und dessen „aktueller europäischen Führung“, für die „die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA … ein Offenbarungseid ist“. Der vierte Beitrag dieser Art in kurzer Zeit: Rückt der Vorwärts etwa vom Mainstream ab?

Die USA nimmt nicht nur Abschied von der „viel beschworenen transatlantischen Wertegemeinschaft“, sondern auch von der Nato-Strategie Osterweiterung, festgehalten im geostrategischen Postulat, „eine starke, unabhängige Ukraine ist für die Stabilität des euro-atlantischen Raumes unerlässlich“. Das gilt natürlich auch für Georgien. (Merz will (für die EU) noch mehr, nämlich Armenien. Und Aserbaidschan – liegt doch nebenan? Dann Iran übrigens auch!)
Bisher waren die USA ein „wohlwollender Hegemon“, der „sich (zwar als) großer globaler Player weltpolitischen Einfluss über Druck und Gefolgschaft

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:11

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gesichert“ hat (Klingbeil, 21.6.22), dabei aber nach vorher und einvernehmlich festgelegten Regeln agierte – es sei denn, es ging um für ihn strategisch wichtige Fragen. „Wohlwollend“ und „feste Regeln“ hat Trump gegenüber den ehemals Verbündeten gecancelt. Gestrichen hat er auch die Nato-Stratgie einer sich „permanent erweiternden Allianz“ (gegenüber Russland). Stattdessen will er eine „strategische Stabilität im Verhältnis mit Moskau herstellen“. Sie soll eine zu enge Bindung Russlands an China verhindern. Gleichzeitig verschafft sie den USA Zugriff auf die (nahezu) unerschöpflichen Bodenschätze des größten Landes unserer Erde – ein nicht überzubewertender geostrategischer Schachzug.

Die „europäischen Eliten“, damit sind auch Merz und Klingbeil gemeint - letztere wollen irgendwie Führung in Europa übernehmen und glauben, das auch im Auftrage der anderen Staaten tun zu sollen -, wurden von dieser Entwicklung merklich überrascht. Neben der innenpolitischen Einmischung

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:14

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und der ökonomischen Wegelagerei durch die jetzige US-Regierung, bleiben sie, so müssen sie fürchten, auf der Abwicklung des Ukraine-Krieges sitzen. Dabei haben doch 2008 in Bukarest die USA die Entwicklung zum Krieg durchgesetzt, gegen die Überzeugung Deutschlands und Frankreichs und einiger anderer Staaten. Im Dezember 2021, als die russische Armee bereits vor der Ukraine aufmarschiert war, schlug Russland den USA und der Nato vertragliche Vereinbarungen (u. a.) über ein „Ende der Nato-Osterweiterung“ vor (Zeit, 17.12.21), beide Adressaten lehnten sie ab. Im März/April 2022, also bereits einen Monat nach Russlands Überfall, hatten beide direkten Kriegsparteien einen Friedensvertrag weitgehend ausgearbeitete, bevor USA, Nato und EU die Ukraine zum Abbruch der Verhandlungen überredeten (Nato-Sondergipfel, 24.3.22; Süddeutsche Zeitung, 25.4.22, Deutscher Bundestag, 18.5.22). Fortan galt: Kämpfen und siegen, solange die Russische Föderation nicht bedingungslos ihre Truppen aus der

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:18

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Ukraine zurückzieht. Selbst heute hat sich an dieser Einstellung bei unseren Kriegstüchtigen in Politik und Publizistik, also bei fast allen, kaum etwas geändert. Mit der kleinen Ausnahme, dass, wenn jetzt die Ukraine doch eine Art Diktatfrieden annehmen würde, wir uns dem nicht mehr grundsätzlich verweigern würden, denn, klar, wir respektieren natürlich deren Entscheidungen.

Unseren Kriegstüchtigen, wir haben es erst jüngst (11.12.25) wieder bei Illner gesehen, mutet der jetzt angedachte Friedensvertrag für die Ukraine viel, sehr viel zu: Sie müssten von all ihren Narrativen, Überzeugungen, Autosuggestionen Abschied nehmen. Abschreckung (allein) funktioniert nicht. Friedensordnung ohne oder gar gegen den Nachbarn funktioniert nicht. Werte, Völkerrecht, selbst bestehende Verträge funktionieren nur bei Interessensausgleich (und ihn begleitenden vertrauensbildenden Maßnahmen). Sanktionen funktionieren nicht (wirklich). Putins „imperiale Besessenheit“ (Steinmeier) erklärt den

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:21

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russischen Überfall auf die Ukraine nicht – es geht um strategische Sicherheitsinteressen, die die Nato-Osterweiterung aus russische Sicht massiv beeinträchtigt hat. Dass Putin gar keinen Frieden will, ist Fiktion. Ebenso, dass die Russische Föderation morgen, übermorgen oder in drei, vier Jahren zu einem „großen Krieg mit einem Angriff auf Nato-Territorium fähig wäre“ (BR24 gibt am 2.4.25 Generalinspekteur Breuer wieder). Den ideellen Beweis liefert der General mit seiner Einsicht, dass „Russland Krieg als ein Kontinuum begreife“. Oder, wie M. Thumann festgestellt haben will, dass Putin „sein Land umbaut für ein Zeitalter des ewigen Kriegs“ (Blätter ..., 5´25). Noch kürzer und bündiger: „Putins Reich - die Gestalt des Bösen“ (K. Schlögel, Blätter …,12´25).
Eine schon länger besonders stark wirkende Fiktion war das Narrativ von unserer Erpressbarkeit wegen einer behaupteten Abhängigkeit durch russischer Gas und Öl. Zur Erinnerung: Die EU bezog etwa 40% ihres Gasverbrauchs aus Russland.

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:24

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Die Russische Föderation lieferte aber über 60% ihrer gesamten Gasverkäufe in die EU – wer ist da von wem (mehr) abhängig?
Die – welches Adjektiv sollte ich nehmen? – Lenker der BRD haben durch den Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland wissentlich-mutwillig unser volkswirtschaftliches Erfolgsmodell zerstört, günstig Rohstoffe jeder erdenklichen Art zuverlässig in Russland zu kaufen und – verarbeitet – in der Welt zu verkaufen. In Frieden, Freiheit und Wohlstand. Das ist Geschichte. Die Folgen werden uns noch jahrelang massiv belasten. Vielleicht aber kommen wir mit zwei blauen Augen davon. Es könnte nämlich sein, dass die sich abzeichnende Übereinkunft der USA mit der Russischen Föderation dazu führt, dass wir nicht nur das dreckige, teure LNG aus den USA kaufen müssen – waren nicht etwa Einkäufe von750 Mrd. € dafür von der EU auf drei Jahre verteilt zugesagt? -, sondern auch das dann nicht mehr so günstige russische Gas – dann über US-Verkäufer (und über das restaurierte

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:29

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Nordstream). Die behauptete Abhängigkeit von Russland würde dann abgelöst durch eine übermächtige reale.

Es steht schlecht um BRD und EU. Bis 2021 lebten wir in Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa. Dann kam der 24.2.22, der Überfall Russlands auf die Ukraine. An diesem Tag „rächte sich, dass es dem Westen nach seinem Sieg im Kalten Krieg nicht gelungen war, Russland in gemeinsame europäische Sicherheitsstrukturen einzubinden“ (Zellner, Blätter …, 4´22). Die Folge war das schier unüberbrückbare Zerwürfnis mit Russland. Über die Nato, über unsere Sanktionen, an denen W. Zellner „Züge eines indirekt geführten Weltkrieges erkannte“ (Blätter …, 6`22), und unser außenpolitisches Ungeschick kam die Gegnerschaft zu China hinzu. Der dritte Gegner, die USA, fiel uns zu ohne großes Zutun. Dazu reichte es aus, dass die EU „zu schwerfällig ist, zu einfach blockiert werden kann, zu wenig ihre Funktionäre fähig sind, politisch zu denken“ (Schneider, 10.12.25). Letzteres reicht schon,

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:29

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Nordstream). Die behauptete Abhängigkeit von Russland würde dann abgelöst durch eine übermächtige reale.

Es steht schlecht um BRD und EU. Bis 2021 lebten wir in Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa. Dann kam der 24.2.22, der Überfall Russlands auf die Ukraine. An diesem Tag „rächte sich, dass es dem Westen nach seinem Sieg im Kalten Krieg nicht gelungen war, Russland in gemeinsame europäische Sicherheitsstrukturen einzubinden“ (Zellner, Blätter …, 4´22). Die Folge war das schier unüberbrückbare Zerwürfnis mit Russland. Über die Nato, über unsere Sanktionen, an denen W. Zellner „Züge eines indirekt geführten Weltkrieges erkannte“ (Blätter …, 6`22), und unser außenpolitisches Ungeschick kam die Gegnerschaft zu China hinzu. Der dritte Gegner, die USA, fiel uns zu ohne großes Zutun. Dazu reichte es aus, dass die EU „zu schwerfällig ist, zu einfach blockiert werden kann, zu wenig ihre Funktionäre fähig sind, politisch zu denken“ (Schneider, 10.12.25). Letzteres reicht schon,

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am So., 14.12.2025 - 20:32

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wenn man an von der Leyen, Kallas, Merz oder Klingbeil denkt.

Wie dramatisch schlecht es um die „viel beschworene ´transatlantische Wertegemeinschaft´“ bestellt ist, haben Katsioulis/ Milačić – leider - richtig beschrieben.

In ihrer Lösung für die Überwindung unserer äußerst prekären Lage muss über den ersten Teil des Satzes noch nachgedacht werden.