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Otto-Wels-Preis: SPD zeichnet Engagement für Demokratie aus

24. April 2026 11:28:57
Die SPD-Bundestagsfraktion hat in dieser Woche den Otto-Wels-Preis verliehen. Er ging an junge Menschen zwischen 16 und 20 Jahren, die mit ihrem Engagement Haltung für die Demokratie zeigen. 
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr mit Gewinner*innen des Otto-Wels-Preis, dem Projekt „VSO ist bunt – Vielfalt leben“ von der Von-Sanden-Oberschule in Lemförde.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr mit Gewinner*innen des Otto-Wels-Preis, dem Projekt „VSO ist bunt – Vielfalt leben“ von der Von-Sanden-Oberschule in Lemförde.

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“ – mit diesen Worten aus seiner historischen Rede gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz am 23. März 1933 hat sich der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Otto Wels seinen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Die SPD hält sein Andenken bis heute hoch. Nicht nur der Fraktionssaal im Bundestag ist nach ihm benannt. Die Abgeordneten verleihen auch einmal im Jahr den Otto-Wels-Preis an junge Menschen zwischen 16 und 20 Jahren, die sich im Sinne des historischen Vorbilds für Demokratie stark machen. 

Miersch: Engagement junger Menschen von unschätzbarem Wert

Wels' Nachfolger, der heutige SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch, sagte bei der Preisverleihung in dieser Woche im Bundestag: „Junge Menschen, die sich heute für Zivilcourage und Überzeugungskraft, Demokratie, Freiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt auseinandersetzen, sind das A und O.“ Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte zunehmend unter Druck gerieten, sei dieses Engagement von unschätzbarem Wert. 

In der folgenden Diskussionsrunde zum Thema „Mach den Unterschied: Haltung zeigen!“ fiel David Mandrella eine Doppelrolle zu. Zum einen vermittelte er bis vor kurzem noch selbst als Politiklehrer im Klassenzimmer Schüler*innen Demokratie. Zum anderen ist er seit knapp einem Monat als jüngster SPD-Abgeordneter im Bundestag und mit 25 Jahren nur wenig älter als die Preisträger*innen.

Nasr lobt: „Ihr habt Verantwortung übernommen“

Für diese wurde es anschließend spannend. Denn die Jury hatten aus acht nach Berlin gereisten Finalist*innen drei Preisträger-Teams ausgewählt. Einer von ihnen war das Projekt „VSO ist bunt – Vielfalt leben“ von der Von-Sanden-Oberschule im niedersächsischen Lemförde. Durch Workshops, Begegnungsräume, Safer Places, Courage-Coach-Ausbildung und vielfältige Aktionen schafft „VSO ist bunt“ Strukturen, in denen jede Stimme zählt und Diskriminierung aktiv entgegengewirkt wird. Mittlerweile hat es sich zu einer dauerhaft verankerten Schulinitiative für Akzeptanz, Zivilcourage und demokratische Teilhabe entwickelt.

Laudatorin Rasha Nasr lobte: „Ihr habt nicht darauf gewartet, dass andere etwas verändern. Ihr habt es selbst getan. Ihr habt Verantwortung für euer Umfeld übernommen und gezeigt, dass demokratische Werte nichts abstraktes sind, sondern konkret gelebt werden können.“

Mentale Gesundheit in den Blick nehmen

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Sophia Kanesarasa, die mit „Mind State“ ein bundesweites Online-Magazin für mentale Teilhabe von Jugendlichen für Jugendliche geschaffen hat, um mentale Gesundheit als politisches Thema sichtbar zu machen und einen sicheren Raum für Austausch schaffen sowie jungen Menschen eine Stimme zu geben, die sich mit psychischen Belastungen oft nicht ernst genommen fühlten. 

Pate Dirk Wiese lobte: „Die Vision für das Projekt zeigt, wie wichtig insbesondere die mentale Gesundheit für eine funktionierende Demokratie ist.“

Wegweisende Inklusion

Der dritte Preisträger kam schließlich aus dem Wahlkreis von Matthias Miersch. Das Projekt der Jugendabteilung der Sportsammlung Saloga/Fußballmuseum Springe e.V. hat mit Inklusionsschüler*innen einen 2,50 Meter hohen Demokratie-Wegweiser gebaut. Die Installation mit zwölf demokratischen Begriffen wird dieses Jahr an wechselnden Orten in der Region Hannover aufgestellt. Sie sollen Gespräche über Demokratie, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt anregen und politische Bildung niedrigschwellig zugänglich machen. Ziel ist, mehr Aufsteller zu bauen und zu platzieren.

„Besonders beeindruckend fand ich, dass ihr eine inklusive Herangehensweise habt, dass ihr dieses Projekt gemeinsam mit Inklusionsschülerinnen und Schülern entwickelt habt. Das ist kein Zusatz, sondern Kern eurer Arbeit“, kommentierte Miersch. Der Wegweiser fordere Menschen dazu auf, über Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit nachzudenken sowie die eigenen Vorstellungen davon kritisch zu reflektieren.

Autor*in
Jonas Jordan
Jonas Jordan

ist Redakteur des „vorwärts“. Er hat Politikwissenschaft studiert und twittert gelegentlich unter @JonasJjo

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