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Agrarförderung im EU-Haushalt: „Gelder fairer und wirkungsvoller verteilen“

Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag für den Haushalt ab 2028 vorgelegt. Größter Batzen sind – wie immer – die Subventionen für die Landwirtschaft. Die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl will diese künftig jedoch anders verteilen.

von Kai Doering · 16. Juli 2025
Luftaufnahme eines Traktors beim Mähen einer Grasfläche

Traktor beim Mähen einer Wiese: Die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl will Änderungen bei den Landwirtschaftssubventionen im EU-Haushalt.

Der aktuelle Haushaltsplan der EU – der sogenannte mehrjährige Finanzrahmen – läuft noch bis Ende 2027. Er hat einen Umfang von 1,2 Billionen Euro. An diesem Mittwoch hat die EU-Kommission bereits ihre Vorstellungen für den kommenden Haushalt ab 2028 vorgelegt. Größter Posten sind – wie immer – die Förderungen für die Landwirt*innen in der Europäischen Union.

„Gelder fairer, gerechter und wirkungsvoller verteilen“

Diese werden zurzeit nach der Hektar-Größe des Betriebs vergeben – ein Vorgehen, das Maria Noichl ändern möchte. Die SPD-Abgeordnete sitzt im Agrar-Ausschuss des Europaparlaments und kritisiert im Insta-Live-Format „Background Brüssel“ des „vorwärts“ die derzeitige Förderpraxis deutlich als „dumm, pervers und blöd“. Landwirt*innen nach der Größe des Betriebs zu fördern, sei, „als würden wir Kindergeld nach der Quadratmetergröße des Kinderzimmers verteilen“, findet Noichl.

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Stattdessen solle bei der Vergabe der Gelder stärker auf den „Mehrwert für die Gesellschaft“ geachtet werden. Damit würden dann nicht mehr nur die Bauern besonders gefördert, die viel produzierten, sondern auch diejenigen, die etwa ein gutes Umfeld für Insekten schaffen oder sich um den Klimaschutz kümmerten. „Mein Ziel als Sozialdemokratin ist, die Gelder fairer, gerechter und wirkungsvoller zu verteilen“, so Noichl.

Autor*in
Kai Doering
Kai Doering

ist stellvertretender Chefredakteur des vorwärts. Er betreut den Bereich Parteileben und twittert unter @kai_doering.

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2 Kommentare

Gespeichert von Armin Christ (nicht überprüft) am Do., 17.07.2025 - 18:51

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Ohne Subventionen wird es wohl kaum gehen, aber Betriebe inLappland und Malta/Sizilien etc. über den gleichen Kamm zu scheren ist idiotisch. Aber auch in D sind die Bedingungen sehr unterschiedlich. Während hier in Brandenburg die Bauern mit 5 To Getreide/Ha zufrieden sind erwarten die niedersächsischen Tiefland 8-9 to, Dann müssen endlich Viehhaltung und Ackerbau wieder gemischt werden. Subventionen muss es für Arbeitskräfte geben nicht für Flächen. Sonderkulturen (Obst, Wein) bekommen auch jetzt schon keine Flächensubventionen.
Vor 40 jahren ging noch fast jede Milchkuh in der Vegetationsperiode mindestens tagsüber auf die Weide, aber jetzt hat man ja was ganz Neues erfunden: die Weidemilch.
Importfuttermittel(Soja, Mais, Manjok....) müssen hoch besteuert werden genauso wie Stickstoffdünger (Grundwasser).
Mehr Regionalisierung !

Gespeichert von Helmut Gelhardt (nicht überprüft) am Mo., 21.07.2025 - 14:07

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Die SPD Europaabgeordnete Maria Noichl vertritt in ihrem Interview sehr richtige und fundierte Positionen.
Ausgezeichnet! Auch ihre Ansichten zum Freihandel (z.B. Mercosur-Abkommen) teile ich vollständig!
Das Interview unbedingt in Gänze anhören und ansehen!
Warum habe ich den persönlichen Eindruck, dass die Bundes-SPD solch fachlich hochkarätige Personen eher "versteckt" als politisch ganz vorne zu positionieren?!
Helmut Gelhardt, Sprecher 'Gerechter Welthandel' der KAB DV Tier und KAB LV RLP
https://www.kab-trier.de/arbeit/ttip/ceta