Das 1966 auf dem Gendarmenmarkt aufgenommene Foto bezeichnete Ruetz anlässlich der Ausstellungseröffnung als Initialzündung für sein monumentales Projekt: "Eye On Time". Die großformatigen
Bilderfolgen, deren Ziel es sei, "die Zeit darzustellen", nennt der Fotograf "Timescape".
Ruetz' Bilder sind Dokumente politischer und gesellschaftlicher Veränderungen. Im Zeitraffer machen sie historische Umbrüche an Orten fest. So dokumentiert etwa "Timescape 162" die
Veränderung des Pariser Platzes zwischen 1991 und 2004. "Timescape 2040" hält fest, wie der Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums des Architekten I.M. Pei wie "Phönix aus der Asche"
steigt. Das Verschwinden der Spuren der Berliner Mauer in der Boyenstraße, unweit des ehemaligen Grenzübergangs Chausseestraße, zeigt "Timescape 114".
Standorte eines Monumentalprojektes
Um die Zeit einzufangen, nimmt der Fotograf stets denselben Standort ein. Den 1966 auf dem Gendarmenmarkt gewählten wieder zu finden, war nicht einfach. Deshalb hält Ruetz jetzt in
umfangreichen Dokumentationen exakte Angaben zum Standpunkt fest, von dem aus er fotografiert hat. Er träumt davon, dass das Projekt auch noch in hundert Jahren fortgesetzt wird. Deshalb hat er
jetzt begonnen, sein Werk zu digitalisieren.
Das Deutsche Historische Museum präsentiert einen kleinen Ausschnitt aus Ruetz' groß angelegtem Festhalten der Zeit. Dabei vermittelt die Schau einen Eindruck davon, was der Fotograf
dokumentiert: Veränderung und Geschichte in Zeit und Raum.
Birgit Güll
"Eye on Time - Zeit und Raum in Photographien von Michael Ruetz". Deutsches Historisches Museum Berlin. Täglich von 10 bis 18 Uhr, bis 6. Januar 2008
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