Fake News: Wie sie funktionieren und wie du dich schützen kannst
IMAGO/Rene Traut
Social-Media-Apps auf einem Smartphone: In Sozialen Medien lassen sich Falschnachrichten besonders einfach verbreiten.
Immer mehr Menschen informieren sich ausschließlich im Internet – vor allem über Soziale Medien wie Facebook oder Instagram. Einer aktuellen Studie des Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg zufolge informieren sich sogar 36 Prozent der Befragten in Deutschland über verschiedene Social-Media-Angebote. Gleichzeitig sind diese Plattformen auch Katalysatoren für die Verbreitung von Falschinformationen.
Was das bedeuten kann, wird immer wieder deutlich. So zuletzt in Sachsen-Anhalt, wo am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird. In den vergangenen Wochen machten in den Sozialen Medien dramatische Meldungen über frei erfundene Skandale diverser Kandidat*innen die Runde. Das Perfide daran: Optisch waren die Posts im Design großer, vertrauenswürdiger Medienhäuser gestaltet.
Was ist Desinformation?
Unter Desinformation versteht man die gezielte und absichtliche Verbreitung von Unwahrheiten und irreführender Information. Die Absicht dahinter: Die Meinung einzelner Menschen oder ganzer Gruppen soll in eine bestimmte Richtung beeinflusst werden, um so bestimmten Personen, Organisationen oder Staaten zu schaden.
Dahinter können einzelne Personen, Interessensgruppen oder sogar Staaten stecken. Erst kürzlich warnte beispielsweise das Bundesamt für Verfassungsschutz, dass eine mutmaßlich russische Desinformationskampagne derzeit gezielt Falschmeldungen über Kandidat*innen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt streut.
Desinformation kann einem auf verschiedenen Wegen begegnen, lässt sich in Sozialen Medien jedoch besonders gut verbreiten. Denn egal ob KI-generierte Deepfakes oder erfundene Meldungen in Chatgruppen – meist setzt Desinformation auf stark emotionalisierende Inhalte, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Wieso ist es so leicht, auf Desinformation hereinzufallen?
Die Gründe dafür sind vielfältig, lassen sich im Grunde jedoch vor allem durch zwei Phänomene erklären. Zum einen ist wichtig zu bedenken, dass Menschen auf gefälschte Bilder stärker reagieren und deutlich leichter hereinfallen als auf gefälschte Texte. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn sich aktiv auf das Lesen eines Textes einlassen muss, um den Inhalt zu erfassen, während Fotos oder Videos automatisch wahrgenommen werden – und daher oftmals auch weniger hinterfragt.
Außerdem hat der sogenannte Confirmation Bias, also der Bestätigungsfehler, großen Einfluss darauf, was Menschen glauben und was nicht. Dieses Phänomen bezeichnet die Neigung jedes Menschen, Informationen so auszuwählen und für sich anzunehmen, dass sie den eigenen Erwartungen entsprechen. Tendenziell schenkt man einer Meldung also mehr Vertrauen, wenn sie die eigene Weltsicht bestätigt.
Worauf sollte ich besonders achten, wenn ich mich online informiere?
Dafür gibt es kein Patentrezept, doch die folgenden Tipps können dabei helfen, sich vor Desinformation zu schützen.
- Auf seriöse Quellen vertrauen: Insbesondere bei Nachrichten in Sozialen Medien oder Chatgruppen lohnt es sich, zu überprüfen, wo die Information noch auftaucht. Berichten auch große Medienhäuser über das Thema? Äußern sich die Personen oder Institutionen, die im Zentrum der Meldung stehen, auf ihren Websites oder Social-Media-Kanälen dazu? Faktencheck-Websites von Correctiv, der dpa oder anderen Medien können ebenfalls dabei helfen, Fake News zu erkennen.
- Nicht hinter jedem Account steckt ein Mensch: In Kommentarspalten in Sozialen Medien kann man nachlesen, was andere User*innen über ein Thema denken? Nicht unbedingt. Denn automatisierte Bots können Kommentarspalten mit Botschaften von scheinbar unterschiedlichen Accounts fluten – und erzeugen so das Bild, dass viele Menschen eine Meinung teilen. In Wahrheit stecken dahinter oftmals nur einzelne, wenige Akteure.
- Fake-Nachrichten erkennen: Gefälschte Nachrichtenmeldungen sind auch dank KI immer schwieriger zu erkennen. Wenn ein Nachrichten-Post auf Instagram verdächtig wirkt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Ist der Account, der die Nachricht verbreitet, der echte Account des Mediums, von dem die Nachricht stammen soll? Gibt es beim Design Abweichungen von anderen Posts des Medienhauses?
- KI-generierte Videos können vermeintliche Ereignisse zeigen, die es in der Realität so nie gegeben hat. Manche Fake-Videos nutzen zudem echtes Filmmaterial, stellen es aber in einen falschen Kontext. Auch hier kann ein wenig Recherche helfen: Woher stammt das Bildmaterial ursprünglich, passt es zu der erzählten Geschichte und wurde es auch auf seriösen Accounts veröffentlicht?
- Vorsicht bei KI-Chatbots: Manche Menschen nutzen KI-Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Gemini, um sich über aktuelle Ereignisse zu informieren. Was praktisch klingt, ist jedoch mit Vorsicht zu genießen – denn die Programme sind fehleranfällig. Es kann vorkommen, dass sie Informationen verkürzen, in einen falschen Kontext stellen oder sogar erfinden. Letzteres wird auch als „KI-Halluzinationen“ bezeichnet. Aber: Mittlerweile werden bei den meisten KI-Chatbots auch die Quellen in den Antworten verlinkt. Wer wirklich sichergehen will, kann über den Link den Original-Text nachlesen, auf den sich die KI bezieht.
Was fordern Expert*innen im Kampf gegen Desinformation?
Politiker*innen und Forscher*innen treibt das Thema Desinformation seit Jahren um. Ein von der Bertelsmann-Stiftung ins Leben gerufener Bürgerrat mit dem Namen „Forum gegen Fakes“ hat 15 Empfehlungen veröffentlicht, wie Desinformation wirksam bekämpft werden kann. Unter anderem rät er dazu, Medienkompetenz-Unterricht an Schulen zu verankern, die Social-Media-Plattformen zu Maßnahmen gegen Desinformation zu verpflichten oder zu prüfen, wie die Verbreitung von Fake News sanktioniert werden kann.
… für einen Wert haben bei der Suche nach Wahrheit und Fakten kann man daran erkennen, worüber nicht berichtet wird. Die Befragung von Anthony Fauci im Rahmen einer US-Senatsanhörung jüngst, in der der wichtigste Berater des US-Präsidenten in Coronafragen, der Chef der NIH und der Hauptentscheider über die US Biolabore in Personalunion nichts aussagen wollte und sich 111 mal auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen hat, obwohl er präventiv von Präsident Biden begnadigt wurde, war weder Tagesschau, noch heute noch DLF such nur eine Randnotiz wert. Man muss dem ja nicht zustimmen, aber darüber hat der Rest der Welt berichtet und debattiert. Der Deutsche Michel muss wohl vor Verwirrung geschützt werden.
Kurzum: Das Problem lässt sich nicht mit Tagesschau und heute lösen, denn die sind Teil des Problems.