Bundestagswahl 2017

Wie ich es als SPD-Politkerin in den Bundestag schaffen will

Josephine Ortleb15. Mai 2017
Im Herbst will ich für die SPD in den Bundestag einziehen. Mit meiner Kandidatur beginnt ein neues Kapitel in meinem Leben: der Wahlkampf. Wie ich den Weg bis nach Berlin schaffen will, erzähle ich auf vorwärts.de.

Ein neues Kapitel beginnt im Jahr 2016, genauer gesagt: im Oktober 2016. Denn am 23. Oktober 2016, nach einem aufreibenden Aufstellungsmarathon, wurde ich zur Direktkandidatin der SPD für den Wahlkreis Saarbrücken gewählt. Dieser Zeitpunkt zeichnete eine Zäsur in meinem Leben: der Sprung von der Kommunalpolitik in die Bundespolitik.

Auch wenn das „politische Parkett“, auf dem ich mich bisher sicher bewegt habe, nun eine andere Dimension erreichen wird, so sind die Themen, die mich antreiben und zum Politik machen bewegen, im Kern unverändert geblieben.

Mit Andrea Nahles im Betrieb

Kommunalpolitik bedeutet für mich ganz konkret der Kampf für die Teilhabe aller an der (Stadt-)Gesellschaft. Denn bei der Frage „Wem gehört die Stadt?“, ist die Antwort für mich ganz klar: Uns allen! Egal ob es darum geht, im Kulturausschuss dafür zu kämpfen, dass städtische Kultureinrichtungen erhalten bleiben, für alle bezahlbar und ohne Hürden zugänglich sind. Oder ob es darum geht, bei den Haushaltsberatungen dafür zu streiten, dass weiterhin Beschäftigungsprojekte für Menschen mit geringen Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt finanziert werden. Ich werde mich auch in Zukunft für eine Gesellschaft einsetzen, die Teilhabe für alle garantiert und die gleichen Chancen ermöglicht!

So war es für mich auch ein ganz besonderer Termin, als ich im Landtagswahlkampf gemeinsam mit Andrea Nahles das Beschäftigungsprojekt „Wertstatt“ in Saarbrücken besuchte. Ein Beschäftigungsprojekt mit dem Ziel, die gesellschaftliche Eingliederung von langzeitarbeitslosen Menschen – und insbesondere von jungen Menschen – durch berufliche und soziale Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen. Ganz nach dem Motto „Wertstatt wandelt Werte“ wird hier die reale Umsetzung von Chancengleichheit gefördert: Menschen, die keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, bekommen durch dieses Projekt wieder die Möglichkeit, sich in die Arbeitswelt zu integrieren. Und gleichzeitig können Menschen mit wenig Geld neu aufbereitete Möbel und guterhaltene Kleidung zu günstigen Preisen kaufen. Dass Andrea Nahles dieses Projekt in Saarbrücken kennenlernt, war mir besonders wichtig. Denn jeder Mensch muss dieselben Chancen zur Teilhabe an unserer Gesellschaft haben.

Die neue Rolle als Kandidatin

Auch wenn sich die Kernthemen, die mich als Politikerin antreiben, durch meine Kandidatur nicht verändern, spüre ich gleichwohl den nun aufkommenden Wandel: Jetzt gilt es, nach der Landtagswahl im Saarland, den Weg bis zur Bundestagswahl zu gestalten.

Ein bis dato für mich unbekanntes Terrain, das viele Neuerungen und Herausforderungen bereithält. In einem ersten Schritt muss ich mich natürlich in der neuen Rolle der „Kandidatin“ zurechtfinden und lernen, mit der sich nun mehr und mehr verändernden Wahrnehmung meiner Person umzugehen. Gleichzeitig erlebe ich aber auch einen neuen und spannenden Alltag. Es gilt jetzt, Entscheidungen zu treffen, wie etwa die richtige Ausrichtung meines Wahlkampfes. Es ist schon ein beeindruckendes Gefühl zu wissen, dass das Plakat, das man heute in der Gestaltung festlegt, in naher Zukunft an jedem Laternenmast, jeder Litfaßsäule oder (fast) jeder Großfläche zu sehen sein wird. Dabei bin ich froh, ein kreatives und engagiertes Team um mich zu haben, das mich in allem unterstützt und immer hinter mir steht.

Auch wenn der Wahlkampf erst begonnen hat und sich in seiner „vollen Wucht“ noch präsentieren wird, so steht für mich fest, dass ich mit Neugierde, Motivation und Leidenschaft jede Herausforderung annehmen werde. Denn dieses Kapitel hat gerade erst begonnen...

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Kommentare

Glück auf Kandidatin !

Alle Achtung, das sich hier zu trauen,
ohne Männer und ohne Vorzug Frauen.
Von Allen ist hier endlich mal die Rede,
ganz klar man meint da Jeder und Jede.
„Kandidatin“, deutlich in der Überschrift,
„Politikerin“, sprachlich nichts umschifft,
frei von Gender und deutlich klarer Text,
mal sehen, ob das so bleibt, demnächst.
Ich zitiere: „Denn jeder Mensch muss
dieselben Chancen haben“. Ein Gruß !
Wer die menschliche Gesellschaft will,
muss die männliche nicht überwinden.
Vielleicht bekommt Partei einmal das Gefühl,
das muss man(n) im Programm nicht finden !
Wenn Sternchen rechts da oben nicht wäre,
bei Autor*in, uneingeschränkt voll die Ehre !

Hell aus dem dunklen Vergangen leuchtet das Sternchen hervor

Von mir auch, das ist ein Muss,
viel Erfolg und schönen Gruß;
doch nun zum Genossen Wenisch,
seinem Kommentar, den isch
hier und jetzt beantworten möcht
(ganz auf dessen Versmaß bedöcht).

»frei von Gender«, darauf käm es an –
und wie tust Du’s begründen dann?
»[D]ie Wähler [würden] weglaufen« dann [https://www.vorwaerts.de/artikel/juliane-seifert-spd-bundesgeschaeftsfue...
– nun gut, was das bedeuten kann?
Wer allein auf Wählerstimmen bedacht,
der nehme sich bitte in Acht:
Opportunismus winkt hier schon
mit seinem großen Stimmenlohn
Doch was nützt uns eine Partei,
die von Zielen völlig frei?
Die zwar durch Werte ist vereint,
dann aber nur die Umfrage-… meint?

Wir wolln Freiheit und Gerechtigkeit
und Solidarität, das wär gescheit!
Und das bedeutet nämlich dann:
Dass das Sternchen bleiben kann!
Du weißt, dass bei uns, in der SPD
fast 70 % Männer sind – »juchhee«?!
Ein Fünftel weniger verdienen Frauen
und darauf die Gesellschaft bauen?

Ich finde, das ist ungerecht,
drum will ich – ganz in echt –
mit Wörtern anfang’: gar nicht schlecht!
Und das Sternchen, das ich möcht,
Wolfgang, das gehört dazu,
wie Josephine und ich und du.

;-)

Ohne Männliches überwinden zur menschlichen Gesellschaft finden

Lieber Genosse (?) R mit Punkt,
weiter so, warum nicht mit Lyrik,
die ohne Sternchen textlich funkt,
als Stern am Himmel der Politik.
Danke für die Antwort in der Zeit,
von mir 1 Stern bei der Gelegenheit.
Einen halte ich noch in der Verwahrung,
einen großen, bei dieser Offenbarung:
Seite 41 unten in dem Programm 2007,
Satz wird wg. Unsäglichkeit vertrieben !