Bundestagswahlkampf

Der #Schulzzug sorgt für Schwung in Münster

Robert von Olberg31. März 2017
Großer Bahnhof bei uns in Münster: Der Schulzzug ist durch die Stadt gerollt. Zur Landesdelegiertenkonferenz der NRWSPD am Samstag kamen nicht nur mehrere hundert Delegierte und etliche Gäste, sondern auch unser frisch gewählter Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Die Sonne strahlt und die Temperaturen sind frühlingshaft. Alle sind bester Laune. Ich stehe mit unserem Landtagsabgeordneten Thomas Marquardt kaffeetrinkend in der Sonne vor der Tür zur Kongresshalle, als eine Limousine vorfährt und unser NRW-Generalsekretär André Stinka sich beeilt, den ankommenden Gast an der Wagentür willkommen zu heißen. Martin Schulz steigt aus, der Mann, der unsere Partei in den letzten Wochen beflügelt wie lange nichts und niemand.

100 Neumitglieder seit Schulz' Nominierung

„Halt mal“, sage ich zu Thomas und drücke ihm meinen Kaffee in die Hand. Ich mache drei Schritte in Richtung Hallentür und stehe dort gerade rechtzeitig, als Martin Schulz dort ankommt. „Herzlich willkommen in Münster!“, sage ich und strecke ihm die Hand entgegen. „Ich bin Robert, der Unterbezirksvorsitzende.“ „Und der Bundestagskandidat“, entgegnet Martin Schulz wie aus der Pistole geschossen. Wir drücken uns kurz die Hand und dann verschwindet er umringt von einem Pulk im Inneren der Halle. Thomas und ich trinken unseren Kaffee aus, tanken noch ein paar Sonnenstrahlen und gehen dann ebenfalls in die Halle ohne Tageslicht.

Mehr als 100 Neumitglieder hat Münsters SPD bis zu diesem Tag zu verzeichnen, seitdem Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD ist. Besonders viele junge Menschen wollen sich engagieren. Sie kommen zu unseren Veranstaltungen und fragen, wo sie anpacken können. Unseren Neujahrsempfang eine Woche nach Bekanntgabe der Personalie Schulz haben über 500 Menschen besucht. Rekord für uns. Auf mein Angebot an Vereine, Institutionen und Betriebe, sie zu besuchen und mich ihnen als „der Neue“ der SPD Münster vorzustellen, reagieren fast alle Angeschriebenen mit einer sofortigen Terminvereinbarung. Der Schulzzug sorgt auch bei uns in Münster für kräftigen Schwung.

In der ersten Reihe mit Martin Schulz

Hannelore Kraft begrüßt als Landesvorsitzende die Delegierten und Gäste. Allen voran Martin Schulz. Aber auch ich quasi als Gastgeber werde erwähnt. Hannelore gratuliert mir zu meiner Wiederwahl als Unterbezirksvorsitzender vor genau einer Woche. Gemeinsam mit unserer Landtagsabgeordneten und NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze sitze ich mit Martin Schulz in der ersten Reihe. Nur SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan sitzt noch zwischen uns und unserem Kanzlerkandidaten.

Martin Schulz bewirbt sich für Platz eins der Landesliste zur Bundestagswahl. In seiner Rede macht er deutlich, wofür er in diesem Jahr besonders kämpfen will: Für mehr Gerechtigkeit und für ein starkes und solidarisches Europa. Der Saal quittiert seine Rede mit anhaltendem Beifall und einem Ergebnis von 100 Prozent.

Martin Schulz' Fehler

Doch bevor dieses Wahlergebnis verkündet wird, darf ich als Gastgeber noch ein Grußwort halten. Es ist unruhig im Saal, viele Delegierte unterhalten sich. Aber in der ersten Reihe sind zwei Augen auf mich gerichtet: die von Martin Schulz. Denen, die ihn ansprechen, gibt er zu verstehen, dass er mir zuhören wolle. Ich erinnere an den Bundesparteitag, der 1988 in genau dieser Halle die Einführung der Quote in der SPD beschlossen hat. Genossinnen aus Münster traten damals in Suffragetten-Kostümen auf, um an den historischen Kampf der Frauen für ihre demokratischen Rechte zu erinnern.

Martin Schulz hatte bei seiner Bewerbungsrede für den Parteivorsitz eine Woche zuvor in Berlin diesen Beschluss ins Jahr 1991 und nach Bremen verschoben. Ein Versehen, das vorkommen kann. „Es ist der einzige Satz deiner Rede, bei dem wir dir als SPD Münster widersprechen müssen“, sage ich und überreiche ihm ein Buch, das Münsters SPD-Frauen damals herausgegeben haben und das den Weg „Vom Frauenwahlrecht zur Quotierung“ beschreibt.

Starker Antrieb für den Wahlkampf

Später werde ich auf Platz 33 der Landesliste gewählt. „Das reicht!“, sagt Martin Schulz. „Aber du holst sowieso den Wahlkreis direkt.“

Die Konferenz ist noch nicht ganz vorbei, da rauscht er wieder ab, der Schulzzug. Aber: Er kommt wieder. Der Wahlkampf bis zur Bundestagswahl am 24. September ist noch lang und bisher waren die Kanzlerkandidaten immer zu einem großen Auftritt in Münster. Was für den Moment auf jeden Fall bleibt, ist der Schwung, den der Schulzzug mitgebracht hat. Er ist für unseren Wahlkampf in Münster nochmals ein starker Antrieb.

Im Interview auf vorwärts.de erfahren Sie noch mehr über Robert von Olberg.

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