Wahlkampf per social Media

#RvO17: Mit 140 Zeichen direkt in den Bundestag

Robert von Olberg29. Juni 2017
Die Zeiten, in denen Wahlkampf allein in der Fußgängerzone oder per Flugblatt gemacht wurde, sind längst vorbei. Bundestagskandidat Robert von Olberg erklärt, wie er zehntausende Wähler mit einem Mausklick erreicht.

Wahlen werden nicht mehr auf der Straße gewonnen, sondern im Netz. Aussagen wie diese liest und hört man allerorten, wenn über die Parteien, Kandidatinnen und Kandidaten vor Wahlen berichtet wird. Und in der Tat stellt man als Kandidat schnell fest: Ohne Online geht es nicht und diskutiert wird nicht mehr nur am Stand, sondern munter auch bei Facebook, Twitter und Co.

Gegenhalten, auch im Netz

Privat habe ich mich lange gegen diese Online-Netzwerke gesträubt. Erst seit meinem letzten Kommunalwahlkampf 2014, als ich von den Wählerinnen und Wählern in meinem Stadtviertel direkt in den Rat der Stadt Münster gewählt wurde, habe ich eine eigene Facebook-Seite. Ich nutze sie ausschließlich politisch. Gut, nach einem langen Wochenende, das ausnahmsweise mal politikfrei war, poste ich schon mal eine Foto, das zeigt, wie ich an den freien Tagen ausgespannt habe. Aber viel mehr Privates bekommt man dort nicht von mir zu sehen. Ich nutze die social-media-Kanäle für meine politischen Botschaften und vor allem auch dazu, um zu zeigen, was so ein Kandidat eigentlich so alles macht.

Am Abend vor Donald Trumps Amtseinführung beschloss ich dann, auch Twitter für mich zu nutzen. Wenn in den USA jetzt ein Twitter-Präsident regiert, so mein erster Tweet, dann will ich ihm das Feld des Zwitscherns in 140 Zeichen nicht einfach so überlassen. #Gegenhalten lautet die Devise. Und das sagen sich zum Glück viele, viele andere auch und twittern munter gegen an gegen #fakenews und #alternativefacts.

Mit 140 Zeichen in den Bundestag

Hashtag ist ein gutes Stichwort. Als ich im vergangenen Sommer als Bundestagskandidat der SPD Münster nominiert wurde, setzte ein Freund und Genosse einen Tweet ab, für den er einen neuen Hashtag kreierte: #RvO17. Sechs Zeichen, eine knappe und klare Botschaft: Der Robert von Olberg, der soll 2017 in den Bundestag. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Und deshalb nutze ich und nutzen andere diesen Hashtag jetzt auch weiter. Denn darum geht es: Ich will in den Bundestag. Und wenn man nur 140 Zeichen zur Verfügung hat, braucht man ein prägnantes Kürzel, weil sonst zu wenig Platz für die inhaltlichen Botschaften bleibt.

Anfang Juni beschloss der Landesparteitag der NRWSPD einen Antrag, in dem er die SPD-Bundestagsfraktion dazu aufforderte, noch in dieser Legislaturperiode des Bundestages die #Ehefüralle zu beschließen und dafür die Entscheidung zu einer reinen Gewissensentscheidung für die Abgeordneten zu erklären, also auf Koalitions- und Fraktionsbindung in dieser Frage zu verzichten. Ein guter Vorschlag und ein lange überfälliges Thema, wie ich meine. Mehr als 80 Prozent der Deutschen unterstützen die Forderung nach der Ehe für alle.

13.000 Menschen erreicht - mit einem Mausklick

Im  Anschluss an den Landesparteitag postete und twitterte ich ein Bild, in dem ich mich für die Ehe für alle und den Vorschlag der NRWSPD aussprach. Der Post bei Facebook erreichte innerhalb kürzester Zeit fast 13.000 Userinnen und User und wurde 35 mal geteilt.

Bei Twitter reagierte der Grüne Volker Beck auf meinen Tweet und zog so auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann mit in die Diskussion. Selbst die AfDlerin Beatrix von Storch nahm meinen Tweet zum Anlass für ihre Nonsense-Parolen. Und ein queeres Online-Portal berichtete über den Beschluss des Landesparteitags der NRWSPD, in dem es meinen Tweet zitierte.

Ja, Wahlkampf wird heute auch online geführt. Das zeigt dieses Beispiel. Aber klar ist auch: Social media alleine reicht nicht. Der direkte Kontakt, das Gespräch mit den Menschen von Angesicht zu Angesicht, darf nicht zu kurz kommen. Hier in Münster suchen wir es vor allem auch an den Haustüren bei unseren Tür-zu-Tür-Aktionen. Davon gibt es dann Fotos, die gepostet und getwittert werden. So wissen auch diejenigen, die meinen Wahlkampf hauptsächlich vom PC, Tablet oder Handy aus verfolgen, was ich so treibe, um am 24. September tatsächlich in den Bundestag gewählt zu werden. Denn darum geht es: #RvO17.

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