Nach der Bundestagswahl

Mandat verpasst – aber an Erfahrungen reicher

Robert von Olberg27. September 2017
Mit dem erhofften Einzug in den Bundestag hat es leider nicht geklappt. Trotzdem war dieser Wahlkampf eine Bereicherung – dank vieler engagierter Menschen und toller Begegnungen.

Nein, es hat leider nicht geklappt mit meinem Einzug in den Bundestag. Am Wahlabend schnitt die SPD in Münster bei den Zweitstimmen ebenso schlecht ab wie im gesamten Bundestrend, doch bei den Erststimmen konnte ich acht Prozentpunkte mehr gewinnen. Zu mehr als einem Achtungserfolg reichten die gut 28 Prozent aber nicht. In Münster löste erneut die CDU-Kandidatin das Ticket nach Berlin. Und bei dem schlechten Abschneiden der SPD insgesamt half mir auch die Landesliste nicht weiter auf dem Weg ins Parlament.

Enttäuschung und eine Portion Stolz

Was ist das jetzt für ein Gefühl? Enttäuschung – ja, klar. Aber auch eine Portion Stolz auf das persönliche Erststimmen-Ergebnis. Bei der ersten Kandidatur so viel mehr Stimmen zu gewinnen als die eigene Partei – das ist schon was! Und es zeigt, dass sich unser Wahlkampf in den letzten Wochen und Monaten gelohnt hat. Er hat Wirkung gezeigt. Ich konnte mich bekannt machen und für viele Menschen in Münster war ich sogar wählbar. Ich habe über die eigentliche Anhängerschaft der SPD hinaus Menschen für mich mobilisieren können.

Hinter mir liegen spannende, ereignis- und arbeitsreiche sowie anstrengende Wahlkampf-Wochen. Ich bin dankbar für ein großartiges Team aus haupt- und ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern, die mit mir die letzten Wochen gekämpft haben. Sie haben Plakate aufgehängt, Haustürbesuche absolviert, meinen Kalender organisiert, haben im Morgengrauen vor Werkstoren meine Flyer verteilt und sogar einmal eine ganze Nacht hindurch einen Stand auf unserer Partymeile betreut. Sie haben sich Aktionen wie ein Speed-Dating mit mir ausgedacht oder Slogans wie „Robert statt Raute“. Sie haben sich das Filmen beibringen lassen, um mich für meinen Online-Auftritt zu begleiten. Sie haben geholfen, für Veranstaltungen und Anfragen zu recherchieren und viele, viele Stunden im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern verbracht. Dieser Einsatz so vieler Menschen rührt mich und ich bin sehr dankbar dafür.

Innerhalb weniger Wochen bekannt gemacht

Innerhalb weniger Wochen ist es uns gelungen, mich gerade bei jüngeren Menschen in Münster bekannt zu machen. Plötzlich tauchte mein Name in der anonymen Social-Media-App „Jodel“ auf. Am Rande von Schuldiskussionen gab es schon mal den Wunsch nach einem Selfie mit mir und heute, nach der verlorenen Wahl, bekomme ich Mails von mir unbekannten Personen, die mir Mut zusprechen und meinen Einsatz in den letzten Wochen loben.

Ein friedensbewegter Wandersmann besuchte mich bei einer Sprechstunde im Waschsalon, um mir vor meinen Augen aus einem Ast zwei Klanghölzer zu basteln und mir handgeschriebene Friedensbotschaften aus der Bibel und der Odyssee zu überreichen. Ein kleiner Junge bat beim Tür-zu-Tür-Besuch eine Genossin, ob sie ihm ein Autogramm von mir besorgen könne. Menschen, mit denen ich nie vorher ein Wort gewechselt hatte, kamen an Ständen auf mich zu und sagten: „Ich habe Sie schon gewählt.“

Ein dankbarer Blick zurück

Auch wenn es mit dem Bundestagsmandat für mich nicht geklappt hat: Erfahrungen habe ich in den letzten Wochen und Monaten dieses Wahlkampfs reichlich sammeln können. Und auch die vielen Begegnungen mit mir bis dahin fremden Menschen haben mich ungemein bereichert. Auch wenn die Akkus jetzt erst mal wieder aufgeladen werden müssen, blicke ich doch dankbar und zufrieden auf diesen Wahlkampf zurück

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