Das ESC-Blog von Marc Schulte und Martin Schmidtner

Lena gibt sich die Ehre - zu Wasser und zu Lande

Partytime! Heute vormittag lud der deutsche Botschafter in Oslo zu Ehren Lena Meyer-Landruts auf eine Luxusfähre - bereits vergangenen Montag feierte die deutsche Delegation zusammen mit den Ukrainern eine rauschende Party. Vorwärts.de war natürlich dabei. Hier unser Bild-Bericht:

 

Alt bewährt: der Botschafter gibt sich die Ehre...

Seit Jahren ist es üblich, dass der Botschafter Deutschlands anlässlich des Eurovision Song Contests einen Empfang gibt und so fanden wir uns in Belgrad 2008 und Moskau 2009 auch jeweils in der Villa des Botschafters ein und durften eine nette Gartenparty miterleben. In diesem Jahr ging es auf ein Schiff, die Color Fantasy, die zwischen Oslo und Kiel verkehrt und damit natürlich ein Symbol des Brückenschlages zwischen Deutschland und Norwegen ist. Mit 250 Besatzungsmitgliedern und einer Transportkapazität von 2750 Personen und 750 Autos ist die Color Fantasy ein imposantes Bauwerk.

Die Show-Lounge der Color Fantasy  | Foto: Martin Schmidtner
 
Botschafter Rünger - ARD-Unterhaltungschef Schreiber  | Fotos: Martin Schmidtner
350 geladene Gäste kamen und saßen im nach oben langsam ansteigenden Halbrund der luxuriösen Show-Lounge an Tischchen und waren gespannt auf das Showprogramm – nach den drei Reden des Botschafters Detlev Rünger, des Chefs von Color Line Frode Hansen und des ARD-Unterhaltungschefs Thomas Schneider kam auch Lena zur Feier und sang drei Lieder. Sie war sichtlich aufgeregt, wie man ihren Zwischenansagen entnehmen konnte. Charmant wie sie am Ende des Auftritts unsicher, leicht vor sich hin kichernd auf Englisch fragt: "Soll ich die Bühne jetzt verlassen?". Aber sobald sie singt, ist alle Aufgeregtheit hin und sie geht ganz in ihren Liedern auf.

Lena!  | Fotos: Martin Schmidtner
 
Den Brückenschlag zwischen Deutschland und Norwegen hat man auch heute vollzogen - der norwegische ESC-Teilnehmer Didrik Solli-Tangen ist zu Gast. Nach einer italienischen Arie singt er auf Deutsch das Lied Zueignung von Richard Strauss, um dann seine Ballade My Heart is Yours vorzutragen – der Saal tobt und wir fragen uns: Berlin 2011? Oslo 2011? Am Samstag werden wir es wissen.

Didrik Solli-Tangen  | Foto: Martin Schmidtner
Dann begibt sich der gesamte Tross auf die andere Seite des Schiffes und genießt den Panoramablick im Oceanic a la Carte Restaurant und bekommt einen kleinen Teller mit kleinen Appetithappen. Wo Lena ist, erkennt man an den Kameras – sie zu erreichen, wäre nur möglich mit Körpereinsatz, also bleiben wir dezent im Hintergrund und stolpern über Elton, Hape Kerkeling, Stefan Raab, Didrik Solli-Tangen und Wencke Myhre.
 
Eindrücke vom "Lunch"  | Fotos: Martin Schmidtner
    
Wie immer kein Rankommen an Lena, dafür an Wencke und Jury-Mitglied Hape!  | Fotos: Marc Schulte

 

...und neu im Program: deutsch-ukrainische Freundschaft

Darauf haben wir lange gewartet - in diesem Jahr gab die deutsche Delegation tatsächlich eine Party während der ESC-Woche.

In den Euro-Club hatte man bereits am vergangenen Montag für 21 Uhr geladen - gemeinsam mit der Delegation aus der Ukraine. Ob es wegen des guten Verhältnisses zur ukrainischen Delegation war, wie Rolf Quibeldey, der Chef der deutschen Equipe am Samstag sagte - oder ob vielleicht kein anderer Ort und Zeitpunkt mehr buchbar war? Wer weiß? Etwas merkwürdig fanden wir die Wahl schon - ausgerechnet die Ukraine? Mit all ihren Skandalen rund um ihren Vorentscheid? Und einer Sängerin, die uns andauernd mit gehauchter Stimme beteuert, dass ihr die Rettung des Planeten die wichtigste Sache beim Wettbewerb in Oslo sei?
Eine deutsch-polnische, deutsch-türkische oder deutsch-israelische Party hätten wir richtig gut gefunden, aber wir wollen nicht herumkritteln, denn es war ein voller Erfolg.
Umrahmt wurde die Party von DJane Aida aus Deutschland, die einen ESC-Hit nach dem anderen auflegte und den Club zum Kochen brachte.
Lange vor neun war es rappeldicke voll - alles wartete auf Lena. Der Hype in Deutschland scheint ja inzwischen riesengroß zu sein - hier wird er dadurch verstärkt, dass die deutsche Delegation Lena wie einen Superstar behandelt und weitestgehend unter Verschluss hält - da war das gestern Abend eine gute Gelegenheit, sie mal live von nahem zu hören.
Den Start machte Alyosha mit einer sehr schönen Version - mit Text - von Nocturne, dem norwegischen Siegertitel von 1995. Ihr eigenes Lied Sweet people durfte natürlich nicht fehlen. Alyosha hat eine echte Röhre, wenn sie ihre Stimme voll aufdreht, trotzdem kann ich mich weder für sie noch für ihren Titel begeistern -die Show um den Umweltschutz geht mir dafür zu sehr auf den Wecker!

Ukrainisches ESC-Rezept: wenn nichts hilft, muss eben der Planet gerettet werden | Foto: Martin Schmidtner
Nach ihrem Auftritt begann das große Hauen und Stechen vor der Bühne - und der NDR schickte auch gleich einen Aufpasser nach vorne, damit ja niemand kurz seine Kamera auch nur am Bühnenrand ablegen durfte. Das ist ein wenig "too much"! Bei Alyosha standen auch Kameraleute am Bühnenrand und filmten, doch dann bei Lena wurde mal wieder "Jetzt kommt ein Star" zelebriert.
Lenamania  | Foto: M.Schmidtner
Doch als sie kam, war das vergessen. Drei Lieder sang sie:- am Ende natürlich Satellite - und auch die Clubatmosphäre war ein toller Rahmen für ihren Auftritt ztusammen mit ihren Backgroundsängerinnen.
 
Lena Meyer-Landrut | Fotos: Martin Schmidtner
"Lena, ich will ein Kind von Dir" schallte es ihr entgegen - und Lena schien kurz zu überlegen, ob sie darauf eingehen sollte, bzw. ob denn tatsächlich auch heterosexuelle Männer im Saal seien!
   
Lena  | Fotos: Martin Schmidtner
Ihre Lieder sang sie nach innen gewandt - etwas Scheu vor dem Auftritt in diesem heißgekochten Club war wohl noch dabei, aber sie wurde geliebt. "She is so cute" hörte man immer wieder!
Ihre Konkurrentin in dem angeblichen Favoritinnen-Wettstreit, Safura aus Aserbaidschan überraschte Lena anschließend auf der Bühne mit einem Glücksbringer aus ihrer Heimat - als Lena sich artig bedankt hatte und die Bühne verließ, formten ihre Lippen das Wort "Safura" und schnitt eine gespielt ratlose Grimmase.
   
Lena muss sich über ein Hufeisen freuen - "Für mich?!"  - Alyosha, Lena und Safura  | Fotos Martin Schmidtner
Nach weiteren heißen Euro-Beats traten noch Gäste auf: zunächst die mit Sicherheit langweiligste Künstlerin des diesjährigen Wettbewerbs - trotz ihrer Körpergröße und ihrer Haarlänge eine Frau ohne Charisma - lediglich bei ihrem Apricot Stone, einer wirklich schönen Ballade aus Armenien, geht sie ein klitzeklein wenig aus sich heraus.
  Eva Rivas  | Foto: Martin Schmidtner
Was eine gute Show ist, zeigte anschließend Jessy Matador mit seinen Background-Künstlern. Wie bringt man einen Raum mit Hunderten in ihrer Mehrzahl Fußball eher neutral gegenüberstehenden schwulen ESC-Fans dazu, zu einem Fußball-Gröhl-Lied auszuflippen und lauthals mitzuschreien? - Jessy aus Frankreich kennt das Rezept! Der Titel ist einer der einfallslosesten - aber er könnte zur großen Überraschung werden bei dieser Bühnenshow!
Jessy Matador mit Tänzern und Sänger/in  | Foto: Martin Schmidtner
   
Und am Ende waren sie wieder da - die Moldawier, die auf keiner Fete fehlen. Zu Ehren der Gastgeberin Ukraine hatten sie sich als Verka Serduchka kostümiert und brachten mit einer Show zu Dancing Lasha Tumbei den Saal zum Kochen!
 
Verka Serduchka??? - Nein, mal wieder Moldawien  | Fotos: Martin Schmidtner
 

...ob es am lupenreinen Gesang lag, dass Sunstrike Project an diesem Abend besonders gut ankommt?
| Fotos: Martin Schmidtner



Eine gelungene Party, auch wenn Lena gar nicht so richtig mitgefeirt hat!

 

 

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