Per Fahrrad durch den Wahlkreis

Bundestagswahlkampf: Warum die heiße Phase am meisten Spaß macht

Josephine Ortleb11. August 2017
Alle Vorbereitungen für den Endspurt im Bundestagswahlkampf sind abgeschlossen – und los geht es. Bei meiner Tour durch den Wahlkreis begegnet mir jetzt immer wieder die gleiche Frage.

Endlich beginnt die heiße Phase des Wahlkampfes! Und endlich ist auch unser Lastenfahrrad fertig. Allzeit mobil, mit Flyern, Give-Aways und Plakaten ausgestattet ziehe ich durch meinen Wahlkreis. Die Erscheinungsform des Fahrrades ist natürlich ganz besonders: Ein feuerrotes, hochglänzendes Rad, das auf dem Vorderreifen eine große, weiße Kiste mit aufstellbarem Deckel zum Anpinnen meiner Plakate und Flyer hat. Ruckzuck lässt sich ein Sonnenschirm befestigen, sodass aus dem Fahrrad ein mobiler Infostand wird. So bekomme ich schnell Aufmerksamkeit. Die Menschen nehmen mein Team und mich wahr und ich komme schnell mit ihnen ins Gespräch. 

„Sind Sie nicht zu jung?“

Die Wählerinnen und Wähler wollen wissen, wer ich bin, wo ich herkomme und wie ich mich für sie in Berlin einsetze.

Aber natürlich stellen sie mir auch kritische Fragen: „Sind Sie nicht zu jung für so ein Amt?“ ist dabei eine der am häufigsten Fragen, wenn ich mich den Menschen vorstelle. Natürlich bin ich mit meinen 30 Jahren in einem eher jungen Alter, um mich der Wahl zur Bundestagsabgeordneten zu stellen. Aber für mich hat das Alter nichts mit der Durchsetzungskraft in der Politik zu tun. Ich trete nicht an, um mit dem Strom zu schwimmen. Ich trete an, weil ich etwas verändern will – damit es für uns alle in Zukunft gerechter zugeht, muss der soziale Zusammenhalt, die  gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen und eine wirkliche Gleichstellung von Frauen und Männern vorangebracht werden. Dafür stehe ich ein, um dies umzusetzen habe ich die Kraft, das nötige Know-How und auch die Zeit – wenn ich für die Männer und Frauen meines Wahlkreises im Bundestag sitze.

Hilfreiche Erfahrungen in der Gastronomie

Und viele von ihnen wissen, dass ich als Gewerkschafterin und Stadträtin gezeigt habe, wie viel Energie und Gestaltungswille in mir steckt. So habe ich jüngst mit meinen Kolleg*innen der Tarifkommission einen neuen Tarifvertrag auf den Weg gebracht, der ab dem 1. Juli 2017 eine Lohnverbesserung für alle Beschäftigten im saarländischen Gastronomiegewerbe vorsieht.

Meine Erfahrungen als gelernte Gastronomin und meine Arbeit in der Gewerkschaft helfen mir dabei, auf die Menschen zuzugehen, ihnen zuzuhören, auf ihre Sorgen und Probleme zu reagieren und Lösungen zu finden.

Ungezwungen, aber mit Inhalt

Diese Erfahrung habe ich auch bei unserer „Lastenfahrrad-Einweihungstour“ gemacht, die mein Team und ich vergangenes Wochenende unternommen haben. Bei schönstem Sonnenscheinwetter habe ich – natürlich vorbildlich mit Helm und beiden Händen brav am Lenker – zusammen mit meinen ehrenamtlichen Unterstützer*innen eine kleine Fahrradtour durch den Deutsch-Französischen-Garten, über den Saarbrücker Staden, hin zur Innenstadt unternommen.

In dem großzügigen Stauraum des Lastenfahrrads ließen sich Luftballons, Wasserflaschen, eine Gasflasche, Flyer, Feuerzeuge und Gummibärchen ganz leicht mitnehmen. Schnell hatten wir bei unseren eingeplanten kleinen Stopps zahlreiche Luftballons aufgeblasen und die Give-Aways verteilt. Die Reaktionen waren großartig: Während sich die Kinder an den Ballons erfreuten, mit großen Augen an der Hose zupften und schüchtern fragten „Darf ich noch einen für meinen Freund dahinten haben“, diskutierte ich mit den Eltern und anderen Passanten – ungezwungen aber inhaltsstark.

Es ist viel zu früh ein Resumée zu ziehen, aber ich kann jetzt schon sagen: Egal, ob ich mit meinem Lastenrad oder zu Fuß von Tür-zu-Tür unterwegs bin – diese Wahlkampfphase mag ich am liebsten.

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