AfD zeigt nach Tragödie in Frankfurt erneut ihr wahres Gesicht

Christian Wolff02. August 2019
Ein achtjähriger Junge stirbt, nachdem ein erwachsener Mensch ihn auf die Gleise im Frankfurter Hauptbahnhof gestoßen hat. Der Mann hat einen Migrationshintergrund, Rechtspopulisten instrumentalisieren die Tragödie. Empathie, Trauer, Anteilnahme - das sind keine Fähigkeiten von AfD-Politikern.

Eigentlich sollte die grässliche Ermordung eines achtjährigen Jungen und die beiden weiteren Mordanschläge auf seine Mutter und eine weitere Frau auf dem Frankfurter Hauptbahnhof Anlass sein zur Trauer, Anteilnahme, zum Innehalten. Denn wieder einmal stehen wir fassungslos davor, zu welch grausamen Verbrechen Menschen fähig sind – auch solche, von denen wir es nicht erwarten.

Niemand vermag zu ermessen, in welch dunkle Tiefe die Familie des Jungen gestürzt wurde. Doch Empathie und Compassion ist nicht jedermanns Sache – schon gar eine Fähigkeit von AfD-Politiker/innen. Als ob sie darauf gewartet haben, setzte die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel unmittelbar nach Bekanntwerden der unfassbaren Straftat einen Tweet in der üblichen AfD-Diktion ab: „was muss noch passieren? Schützt endlich die Bürger unseres Landes – statt der grenzenlosen Willkommenskultur!“ Wenig später twitterte die sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Verena Hartmann:

Man traut seinen Augen nicht. Im vollen Wissen darum, dass ein anerkannter Asylbewerber, der seit 2006 in der Schweiz lebt, der mutmaßliche Mörder des Kindes ist, macht die AfD-Bundestagsabgeordnete Verena Hartmann Bundeskanzlerin Angela Merkel zur eigentlich Verantwortlichen für die Straftat. An Widerlichkeit ist dieser Tweet nicht zu überbieten.

Es kommt aber noch schlimmer. In einem weiteren Tweet schreibt Hartmann: „Die Ohnmacht, all‘ die schrecklichen Gräueltaten nicht verhindern zu können, bringen einen zur Verzweiflung – und diejenigen, die es könnten, tun nichts! Es war unfair von mir, alle an diesem Tag Geborenen in Sippenhaft zu nehmen – mea culpa.“

Dreist, verlogen, gewissenlos

Wie bitte? MdB Hartmann macht sich selbst zum „Opfer“ der Straftat, indem sie ihre Widerlichkeit mit dem Mord zu entschuldigen versucht? Aber die Dreistigkeit der AfD kennt keine Grenzen: Hartmann verfälscht schnell ihre eigene, eindeutig auf Merkel gezielte Aussage: Aber ich verfluche den Tag Ihrer Geburt!“. Jetzt „bedauert“ sie mit einem heuchlerischen mea culpa“, die am 29. Juli 2019 Geborenen verflucht zu haben. Verlogener, gewissenloser geht es kaum. Aber es ist typisch für die AfD. So tickt diese Partei, so abgebrüht menschenverachtend denken und handeln ihre Repräsentanten.

Das dürfen wir der AfD nicht durchgehen lassen. Das muss, das kann jede/r wissen, die/der jetzt noch mit dem Gedanken spielt, diese Partei zu wählen. Eine Partei, die so zündelt, Hass sät und schürt, eine Partei, die Politiker/innen der sogenannten „Alt-Parteien“, ob ein Walter Lübcke oder eine Angela Merkel, zum Abschuss („Wir werden sie jagen“, sagte Alexander Gauland) frei gibt, stellt nicht nur eine Gefahr für die Demokratie dar. Sie gehört in kein demokratisches Parlament!

AfD und christliche Grundwerte sind unvereinbar

Jede/r von uns trägt dafür ein hohes Maß an Verantwortung und jede/r kann dazu beitragen, dass diese Partei in ihre Schranken gewiesen wird. Und so ganz nebenbei: Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens ist gut beraten, sich nach diesen Äußerungen von Verena Hartmann eindeutig und unmissverständlich von ihr und der sächsischen AfD zu distanzieren und klar auszusprechen: Diese kalte Hetze ist unvereinbar mit den Grundwerten des christlichen Glaubens. AfD und Kirche gehen eben nicht zusammen.

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Kommentare

Beweist nicht dieser Artikel,

Beweist nicht dieser Artikel, dass seitens der SPD der Mord an dem achtjährigen Jungen im Kampf gegen Rechts - sprich AfD - in primitivster Form instrumentalisiert wird? Klappe halten täte machmal gut. Die SPD muss sich nicht unbedingt auf die Stufe der AfD begeben.

Text

Wo in dem Artikel taucht denn die SPD auf? Ich hab mal nachgeschaut und konnte keine Stelle entdecken.

Verena Hartmann

Verena Hartmann ihre widerliche Verfluchung des Tages von der Bundeskanzlerin zeigt: Verena Hartmann's Freude darüber daß es zu dem tragischen Verbrechen kam. Endlich Mal konnte sie ihren abgrund tiefen Hass leben. Hass ist ihr Elexier wofür es sich ihrer Meinung nach zu leben lohnt. Nicht ein Krümel von Mitgefühl war da für den Jungen und dessen Mutter übrig.

aber der

VORWÄRTS ist schon noch das Zentralorgan der Partei, die also mit im Boot ist, wenn hier - zumal von einem geistlichen Herrn- der schändliche Mord instrumentalisiert wird

Hinweis der Redaktion

Die Beiträge unserer Blogger geben ihre Meinung wieder.

Es reicht doch, dass ein

Es reicht doch, dass ein solcher Artikel im Sprachrohr der SPD, dem Vorwärts, verbreitet wird. Da gibt es keine Entschuldigung.

Christian Wolff, "AFD zeigt ... ihr wahres Gesicht" vom 02.08.19

Lieber EKD-Bruder Christian, drei Tage nach Deinem Artikel im >Vorwärts< treffe ich mit meinem Kommentar sicher auf einen jetzt unaufgeregten, besonnenen Autor, 100pro!
Schau mal, ich bin gar kein Anwalt der AFD, und ich teile deinen Protest und Entsetzen gegen den letzten Satz im Tweet, in dem Merkels Tag ihrer Geburt verflucht wird, auch. Aber die Frage was sie (Frau Merkel) "einem" antun will braucht man so nicht zu stellen -- kann man aber, je nachdem wie man ihre Politik sieht. Selbst A. Nahles hat im Dezember 2017 in einem Interview gesagt, sie wisse nicht wohin Frau Merkel uns führen wird. (Meine Ergänzung: ...was sie uns "antun" wird.) Auch den Satz mit der Behauptung Frau Merkel wisse nicht, was es bedeutet Mutter zu sein braucht niemand zu teilen, doch man kann das so sehen als seine/ihre Sicht der Dinge (Merkel ist kinderlos).
OK, Bruder Christian, der Tweet war dreist. Verlogen? Er ist doch bezeichnend ehrlich!
Gewissenlos? Halt' dich gut fest, Buder Christian: Das Schweigen unserer Herrschaften Präsident Steinmeier und Bundeskanzlerin Merkel ist beispiellos gewissenlos, ja primitiv.
Sie beauftragten nicht mal ihre Stellvertreter sich zu äussern.
Tschüs, Bruder

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Pharisäer

Der Inhalt des Kommentars des Foristen Phoenix ist mir zwar nicht bekannt, aber mit der Überschrift (dem Betreff) kann ich mich durchaus identifizieren.

Pharisäer

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Warum immer die anderen?

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Natürliches ist ein Leichtes,

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Der schlaue Herr Pfarrer ...

ist doch sicherlich geschult in der Lehre der Textauslegung, also in der Kunst einen Text so zu lesen, wie er vom Verfasser vermutlich gemeint wurde. Insofern ist seine Interpretation schon reichlich böswillig. Frau Hartmann wollte offenkundig die TATSACHE der Geburt Merkels verfluchen, nicht den Tag. Der Tag war ein Tag wie jeder andere, er konnte nichts für die Geburt Merkels. Soweit das Philosophische.
Aber offenkundig ist dem Herrn Pastor vor lauter Schaum vor dem Mund auch einiges an Fakten im Oberstübchen durcheinandergeraten. Zitat: "Jetzt „bedauert“ sie mit einem heuchlerischen „mea culpa“, die am 29. Juli 2019 Geborenen verflucht zu haben.". Zitatende. Falls Merkel an diesem Datum das Licht der Welt erblickt hätte, wäre sie selbst heute noch als Neugeborene zu betrachten, mithin als schuldunfähig. Der akademisch geschulte Theologe ist zwar nicht in der Lage, das Datum des Kindesmordes und Merkels Geburtsdatum auseinanderzuhalten, verfügt aber ersatzweise über eine starke moralische Verdammnisfähigkeit.
Wie gut, daß ich vor über 30 Jahren seinen Verein verlassen habe, und wie gut, daß ich vor 17 Jahren meine SPD-Mitgliedschaft aufgekündigt habe.
Weiter so, Kirche und SPD

ja der Einfluss der Kirche,

da ist zwischenzeitlich eine GRÖSSE erreicht, die es dem ADAC ermöglichen würde, gleiche Rechte einzufordern, in Rundfunkräten und überall dort, wo die Kirche meint sich äußern zu müssen und ihren unsäglichen Einfluss geltend machen zu dürfen. Und die Tendenz stimmt, in Kürze ist es dann auch der DFB, der gleichzieht, und andere werden folgen

EKD zeigt nach Frankfurt erneut ihr wahres Gesicht

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Themen nicht von AFD bestimmen lassen !

Auch und gerade aus den im Beitrag von Christian Wolff genannten Gründen, sollte die SPD sich keinesfalls die bestimmenden Themen von der AFD und ihrem Anhang bestimmen lassen. Die Notstände liegen nicht viorwiegend in der Bewältigung von Migration. Sie liegen bei der gefühlten Sicherheit, die vorwiegend durch die Auswüchse und Folgen des praktizierten Neoliberalismus und eine falsche Sparpolitik in Bedrängnis gerät. Flüchtlinge wurden und werden mit Hilfe der Rechtspopulisten zu Sündenböcken des Groko- und EU-Politikversagen gemacht (Bankenkrise, Tote im Mittelmeer, Klimanotstand, Pflegenotstand, Wohnungsnotstand, verpennter Strukturwandel, verlassen Regionen etc.) weil die AFD selbst nur noch Schlimmeres zu bieten hat !!
AFD-Themen sind nicht geeignet als Aushängeschild für SPD-Vorstandskandidaten, lieber Kandidat Robert Maier!!!
Buchempfehlung: https://www.freitag.de/produkt-der-woche/buch/homo-empathicus

doppelte Maßstäbe

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Lieber Kollege Christian

Lieber Kollege Christian Wolff, haben Sie es wirklich nötig, so über die AfD zu hetzen? Ist das wirklich so einfach? Hier bei der SPD das Helle und bei der AfD nur das Dunkle? Ich befürchte, dass bei beiden vieles auch ganz schön grau ist....
Pfarrer Achijah Zorn

Frankfurt Mörder

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Frankfurt Mörder

Da sieht man mal wie Artikel von Ihnen unterbunden werden! Wozu brauchen Sie Vor -und Zunamen! Wenn interessiert es ob man Maier Müller oder Huber heist eigentlich! Der Name ändert sicherlich auch nichts am Inhalt und an der Sache.
Wie blöd müsste man den sein wenn man in Internet seinen eigenen Namen zu solchen Kommentaren hier immer wieder schreiben würde! Rückwärts.de würde eher zu Ihrem Verein passen! Beste Grüße von einem zukünftigen Afd Wähler

Netiquette

Es wird sicherlich niemand gezwungen, Artikel auf vorwärts.de zu kommentieren. Wenn Sie dies tun wollen, sollten Sie aber zumindest die Netiquette beachten und einhalten. So viel Agreement dürfte doch machbar sein.

Gefühle, Trauer, Anteilnahme

Ich verstehe, warum die Frau diese Sätze geschrieben hat. Ich verstehe ihre Gefühle. Ob es klug und angemessen war, sich so zu äußern - darüber kann man diskutieren. Der Sermon des Kirchenmannes spricht von Trauer, Innehalten und Anteilnahme, und dennoch kommt er mir seltsam kalt und ohne Gefühl vor. Irgendwie erinnert mich das alles an "Ihr da oben, wir hier unten" - etwas, das viele in einer bestimmten Partei im Laufe der letzten Jahre komplett umdefiniert haben. Viele von denen da unten", oft auch "die Menschen draußen im Land" genannt, haben's gemerkt. Und ihre Zahl steigt immer weiter...

.Zumindest gefühlt...

...naja, da gibt es doch einige "da draussen im Land" wo die Gefühlswelt ein bisschen durcheinander gerät, wo allzuschnell aus vermeintlicher Trauer Hass und Hate-Speach wird. Da sind mir persönlich diejenigen lieber die im stillen Trauern und ihre Trauer nicht instrumentalistisch vor sich her tragen.
Das sich viele Menschen angesichts des langjährigen Politikversagens inbesondere der Groko-Dekaden und einer immer ungerechteren Wohlstandsverteilung incl. Ausverkauf der öffentlichen Daseinsvorsorge und Sicherheit vernachlässigt fühlen ist nachvollziehbar, auch die Wut dir daraus entsteht. Diese Wut sollte sich aber im demokratischen Protest äussern, sich im Berecih der Menschlichkeit bewegen ! Der demokratische Protest sollte sich gegen diejenigen richten die politisch dafür verantwortlich sind und nicht in rassistischer Manier gegen diejenigen, die selbst längst Opfer globalen bzw. europäischen Politikversagens sind ! Und nach Protest sollte die Suche nach besseren politischen Konzepten kommen...dazu läuft gerade ein Kandidat/inn/en-Wettbewerb in unserer SPD.
Vielleicht gibt es da welche die wieder mehr ein Augenmerk auf die kleinen Strukturen, die Daseinsvorsorge legen !?

Wie kann das nur sein?

"SPD auf niedrigstem Stand in Insa-Trend

Die SPD liegt in einer aktuellen Umfrage auf dem tiefsten jemals in dieser Erhebung gemessenen Stand, meldet faz.net. Im Insa-Meinungstrend für die «Bild»-Zeitung komme sie nur noch auf 11,5 Prozent - und verliere damit einen Punkt. "
Quelle: https://www.achgut.com/artikel/die_achse_morgenlage_2019_08_06

schlimm genug, muss

das hier nun auch noch breitgetreten werden?

"Rechtspopulisten instrumentalisieren die Tragödie."

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