Jan Krüger, Erkan Ertan und Kerstin Rothe vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen

"Zukunftswerkstätten an allen Hochschulen"

Karsten Wenzlaff17. November 2009

vorwärts.de Wie sehen die Juso-Hochschulgruppen die Beschlüsse des Bundesparteitags der SPD?


Krüger:
Wir Juso-Hochschulgruppen begrüßen die Ergebnisse des SPD-Bundesparteitages und
insbesondere die Solidarisierung mit den protestierenden Studierenden. Die zentralen Kritikpunkte und Forderungen der Studierenden wurden mit großer Zustimmung in einer Resolution für ein
besseres und gerechtes Bildungssystem verabschiedet.

Abschaffung von Studiengebühren, der freie Zugang zum Master sowie eine Reform der Bologna-Reform und weitere Punkte wurden von den Delegierten beschlossen. Auch im Leitantrag konnte unter
Beteiligung der Juso-Hochschulgruppen der Bildungsteil gestärkt werden.

Wie stehen die Juso-Hochschulgruppen zum Bildungsstreik? Beteiligt Ihr Euch?


Rothe
: Wir unterstützen die Fortführung des Bildungsstreiks. Ebenso wie viele
Engagierte aus anderen Verbänden beteiligen sich die Juso-Hochschulgruppen in vielen Orten an den Protesten und unterstützen den Kampf für ein gerechteres Bildungssystem mit Chancen für alle
statt privilegiertem Zugang für wenige.

Worum geht es beim Bildungsstreik im Kern?

Rothe: Die Protestierenden machen mit vielfältigen Aktionen auf altbekannte, aber ungelöste Probleme im Bildungsbereich aufmerksam. Sie nehmen ihr ureigenstes Recht auf Demonstration und
freie Meinungsäußerung war. Dies als destruktiv zu diskreditieren, wie es Politiker aus CDU/CSU und FDP versuchen, und sich damit der Diskussion um die Missstände zu verweigern, wird nicht
funktionieren. Bundesbildungsministerin Schavan musste diese Erfahrung bereits im Sommer machen.

Was sind die langfristigen Ziele und wie geht es weiter nach dem Bildungsstreik?


Ertan
: Wir wollen, dass die bisherige Umsetzung des Bologna-Prozesses wirklich auf den
Prüfstand kommt und notwendige Korrekturen umgehend eingeleitet werden. Um neben der berechtigten Kritik nun auch zukunftsgerichtete Vorschläge zu erarbeiten, legen die Juso-Hochschulgruppen ein
konkretes Konzept zur Umsetzung der Thementage an den Hochschulen vor.

Wir wollen, dass an allen Hochschulen "Zukunftswerkstätten" stattfinden, die allen Statusgruppen, vor allem den Studierenden, die Möglichkeit bieten, Perspektiven für die individuelle und
gemeinsame Zukunft zu entwickeln und konkrete Schritte zur Erreichung dieser Ziele zu planen.

Das Konzept zu den Zukunftswerkstätten der Juso-Hochschulgruppen

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