Altersreport Deutschland

Zufrieden im Alter - Immer mehr Deutsche sind berufstätig und engagiert

Carolin Katschak07. Juni 2016
Laut Langzeitstudie „Deutscher Alterssurvey 2014“ sind die Menschen mittleren bis höheren Alters aktiver, gesünder und engagierter.
Laut Langzeitstudie „Deutscher Alterssurvey 2014“ sind die Menschen mittleren bis höheren Alters aktiver, gesünder und engagierter.
Laut Langzeitstudie zum Älterwerden in Deutschland sind immer mehr Menschen über 40 Jahre berufstätig und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Doch gibt es auch erhebliche Ungleichheiten, die es zu beseitigen gilt.

Menschen mittleren bis höheren Alters sind aktiver, gesünder und engagierter. Das geht aus der Langzeitstudie „Deutscher Alterssurvey 2014“ hervor, die Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Berlin vorstellte. 

Immer mehr Menschen erwerbstätig

Laut Studie sind immer mehr Menschen im Alter von 54 bis 65 Jahren erwerbstätig. Und auch nach Renteneintritt arbeiten deutlich mehr – so stieg die Zahl von 5,1 Prozent im Jahr 1996 auf 11,6 Prozent im Jahr 2014. Der Großteil der Erwerbstätigen ist laut Studie mit ihrer Arbeit zufrieden, über 80 Prozent der Älteren fühlen sich weder über- noch unterfordert. Allerdings gelingt weniger Personen ein nahtloser Übergang in die Altersrente. Mehr als 15 Prozent waren 2014 vor Renteneintritt arbeitslos, insbesondere ostdeutsche Frauen waren betroffen.

Auch sonst gebe es „erhebliche Ungleichheiten, die wir beseitigen müssen, zum Beispiel bei den Einkommen in Ost und West sowie zwischen Männern und Frauen“, sagte Schwesig. Während 2014 zehn Prozent der Männer von Altersarmut betroffen waren, waren es dreizehn Prozent der Frauen. Zudem gebe es immer noch große Unterschiede bei der Lohngleichheit, für die sich Manuela Schwesig seit längerem einsetzt. In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich 22,4 Prozent weniger als Männer. Die Koaltion diskutiert derzeit über den von Schwesig eingebrachten Gesetzesentwurf zum Thema Lohngleichheit. Der sieht unter anderem vor, dass Arbeitnehmer Auskunft darüber erhalten können, wie viel der Kollege oder die Kollegin in der gleichen beruflichen Position verdient. 

Erhebliche Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen

Ein „wirklich ärgerlicher Befund“ sei, dass trotzdem mehr Frauen erwerbstätig sind, der Großteil von ihnen die Hausarbeit und Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen übernehme, so der Leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) Prof. Dr. Tesch-Römer. Auch in Zukunft werde sich dieser Zustand nicht ändern, befürchtet Tesch-Römer. Das liege unter anderem an den großen Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen. So würde der Mann wegen des besseren Einkommens eher arbeiten gehen und die Frau zu Hause bleiben.

Ungebrochen ist die Zahl derer, die sich ehrenamtlich engagieren. 1996 war es noch jeder zehnte ältere Mitbürger, 2014 bereits jeder vierte. Die meisten der Älteren fühlen sich zudem gesund und fit. Laut Studie treiben die 40- bis 85 Jährigen häufiger Sport als noch vor 20 Jahren, besonders deutlich werde dieser Trend bei den über 60-Jährigen.

Für den «Alterssurvey» wurden in den Jahren 1996, 2002, 2008 und 2014 laut Ministerium fast 20 000 Bürger befragt.

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