Vor 52 Jahren

Willy Brandt hat mehr Demokratie gewagt

Hendrik Benjamin Iding28. Oktober 2014
Vor 52 Jahren hielt der erste sozialdemokratische Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Willy Brandt, seine viel beachtete Regierungserklärung. Deren innenpolitische Maxime „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ ging in die Geschichte ein.

Willy Brandts Rede am 28. Oktober 1969 war Startschuss und Leitfaden einer neuen Innen- und Außenpolitik für die erste sozial-liberale Koalition auf Bundesebene.

Innenpolitisch strebte Brandt Reformen in der Sozial-, Bildungs- und Rechtspolitik an. Er setzte den Fokus unter anderem auf gleiche Bildungschancen und politische Mitbestimmung, um die patriarchalischen Strukturen der Adenauer-Ära aufzubrechen.

Außenpolitisch rückte neben der fortgeführten Zusammenarbeit mit dem Westen die Versöhnung mit den osteuropäischen Staaten in den Mittelpunkt. Der historische Kniefall von Warschau leitete am 7. Dezember 1970 die Entspannungspolitik ein, welche später in den Verträgen mit Polen und der Sowjetunion sowie dem Grundlagenvertrag mit der DDR ihren Höhepunkt fand.

Die abschließenden Worte von Brandts Rede sind heute so aktuell wie damals: „Wir stehen nicht am Ende unserer Demokratie, wir fangen erst richtig an. Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden im Inneren und nach außen.“

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Kommentare

Chronologie

Hallo!

Der Artikel ist so nicht ganz korrekt, der Vertrag mit der Sowjetunion wurde bereits im Sommer 1970 unterzeichnet, der mit Polen genau am 7. Dezember, dem Tag des Kniefalls. (Allerdings wurden die Verträge erst einige Zeit später ratifiziert.) Das ist deshalb wichtig, weil die Abfolge der Ereignisse viel über die damaligen Machtverhältnisse im Osten aussagt, die Brandt gut zu beachten wusste.