Rechtsextremes Umfeld des Attentäters von Arizona?

Weiße Überlegenheit

Anton Maegerle11. Januar 2011

Sechs Menschen starben im Kugelhagel, die demokratische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords wurde lebensgefährlich verletzt. Medienberichten zufolge hat der 22-jährige Jared Lee Loughner,
der Attentäter von Arizona, möglicherweise Kontakte zum Umfeld des rechtsextremen think tank "New Century Foundation" (NCF) und dessen Publikation "American Renaissance" gehabt.

"New Century Foundation" mit Sitz in Oakton im US-Bundesstaat Virginia wurde im November 1990 von dem weißen Rassisten Jared Taylor (Jg. 1951) gegründet. Die Vereinigung, die internationale
Kontakte zu Gleichgesinnten unterhält, geht von der Überlegenheit der weißen Rasse aus. Taylor ist unter anderem Autor des Buches "The Color of Crime" ("Die Farbe des Verbrechens"), in dem
behauptet wird, Schwarze seien von Natur aus anfälliger für kriminelle Verhaltensweisen als Weiße. Sozialpolitik ist in den Augen von Taylor Teufelszeug.

Konferenzen mit bekannten Rechtsextremisten

In Publikationen von "American Renaissance", einem Blatt, das sich in der Vergangenheit selbst als "Amerikas führende Publikation rassisch-realistischen Gedankenguts" bezeichnet hat, wird
gegen die von US-Präsident Obama geführte Regierung und Schwarze gehetzt. Vorgestellt wurde auf der Homepage von "American Renaissance" (AR) auch das Buch von Thilo Sarrazin "Deutschland schafft
sich ab". Nach dem Anklicken des Buchtitels auf der Portalseite von "American Review" erscheint aktuell ein Text ("Special to AR News") des Leipziger Genetikers Volkmar Weiss (Jg. 1944), der
Sarrazins Ausführungen wiederkäut.

Im Abstand von zwei Jahren veranstaltet "American Renaissance" Konferenzen mit einschlägig bekannten Rednern aus dem In- und Ausland. Beim 8. Kongress, der im Februar 2008 in Herndon
(Virginia) stattfand, nahmen rund 300 Personen teil. Unter ihnen befanden sich auch bekannte Rechtsextremisten wie Don Black (stormfront.org) und Mark Weber vom Holocaust-leugnenden "Institute
for Historical Review" . Als Referent trat unter anderem Bruno Gollnisch vom rechtsextremen französischen Front National in Erscheinung. Beim Kongress im Jahr 2006 hielt Nick Griffin,
Vorsitzender der rassistischen British National Party (BNP), ein Referat.

Der diesjährige Kongress von "American Renaissance" soll vom 4. bis 6. Februar in Charlotte (North Carolina) stattfinden. In der Kongresseinladung werden "Gentleman" aufgefordert, während der
Tagung Anzug und Krawatte zu tragen. Geheimgehalten wird der Name eines Referenten, der zum Thema "Ethnicity, Demography, Politics, and Culture in Europe" referieren wird. Geheimnisvoll wird der
Auftritt eines "most dynamic leaders of the one of the most dynamic nationalist parties in Europe" angekündigt.

Dieser Beitrag erscheint mit freudlicher Genehmigung des
blick nach rechts - bnr.de

weiterführender Artikel