Jusos München-Süd zeigen Ausstellung über Rechtsradikalismus

Weil Faschismus keine Meinung ist

Die Redaktion31. März 2010

Die Wanderausstellung wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung bayernweit zur Verfügung stellt. "Sie wird vor allem an Schulen gezeigt, deswegen sind wir froh, sie in der Ferienzeit bei uns
präsentieren zu können", so Louisa Pehle, stellvertretende Vorsitzende der Jusos im Münchner Süden, die den Kontakt der Friedrich-Ebert-Stiftung herstellte.

Für die Jusos und die SPD steht die Beschäftigung mit dem Thema Rechtsradikalismus immer im Mittelpunkt der politischen Arbeit. "Wir sind sicher, dass rechtes Gedankengut leider immer noch
in den Köpfen vieler Menschen präsent ist.



Vor den Methoden der Rechten warnen

Louisa Pehle und Philip Fickel hoffen, mit der Ausstellung möglichst viele Bürgerinnen und Bürger jeden Alters zu erreichen, um sie über die Methoden rechter Parteien und die Strategien
Rechtsradikaler zu informieren. "Wir denken, dass viele Menschen sich gar nicht bewusst sind, welche Aktivitäten die Rechten benutzen, um gerade junge Menschen für ihre Ideen zu fangen. Auch alte
und neue rechte Symbole werden von vielen Leuten gar nicht erkannt, da Faschisten natürlich wissen, welche davon verboten sind, und welche sie nutzen können, um sich kenntlich zu machen. Außerdem
ist vielen Menschen, auch Lehrerinnen und Lehrern, nicht bewusst, wie Neonazis mit Musik, Gratis-CDs, Zeitschriften und angeblichem 'Infomaterial' versuchen, Jugendliche zu ködern. Gerne greifen
sie dabei auch soziale Themen wie Armut, Hartz IV und Jugendarbeitslosigkeit auf und zeigen scheinbar einfache Lösungen, wie die Ausweisung aller Migrantinnen und Migranten," so Pehle und Fickel.

Auch der Vorsitzende des Bürgerbürovereins, Klaus Warnecke, hofft, dass die Ausstellung von vielen Sendlingerinnen und Sendlingern besucht wird: "Für so ein wichtiges Thema stellen wir
gerne unsere Räume in der Daiserstraße 27 zur Verfügung."

Eine Gefahr für uns alle

Pehle und Fickel sind sich einig: "Rechtsextremismus ist ein Problem für die ganze Gesellschaft, nicht nur Menschen ausländischer Herkunft sind betroffen. Faschistisches Gedankengut ist
eine Gefahr für uns alle, denn es ist feindselig gegenüber dem, was wir unter Freiheit und Gleichheit verstehen. Rassismus, Homophobie, die Ablehnung von Menschen mit Behinderung und den so
genannten Asozialen sowie ein völlig realitätsfernes Frauenbild sind mit unserer Auffassung von Gesellschaft unvereinbar", so die Jusos. "Unser gesellschaftliches Ideal, eine Gemeinschaft der
Freien und Gleichen, der emanzipierten Bürgerinnen und Bürger, ist das Gegenmodell zu faschistischen Ideen."

Die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung ist von Dienstag, dem 6. April, bis Samstag, dem 10. April, täglich von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der Daiserstraße 27 (U3/U6 Implerstraße) zu
besichtigen.

Am Dienstag, den 06.04.2010 findet um 18.00 Uhr eine kleine Eröffnungsveranstaltung statt.

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