Studie zur Familienpolitik

UNICEF: Deutschland auf Platz 6 bei der Familienfreundlichkeit

Lars Haferkamp13. Juni 2019
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey: „Väter und Mütter brauchen Freiräume, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Und sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder gut und liebevoll betreut werden.“
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey: „Väter und Mütter brauchen Freiräume, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Und sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder gut und liebevoll betreut werden.“
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sieht sich durch die neue UNICEF-Studie in ihrer Politik bestätigt: „Wir sind stolz darauf, dass Deutschland schon heute zu einem der familienfreundlichsten Länder Europas gehört.“ Doch damit gibt sich Giffey nicht zufrieden.

In internationalen Studien schneidet die Bundesrepublik in den letzten Jahren oft nicht gut ab. Erinnert sei nur an die Pisa-Studie zur Bildungspolitik oder an das Ranking beim Thema Digitalisierung. Doch jetzt gibt es einen echten Grund zur Freude: Bei der Familienfreundlichkeit kommt Deutschland nämlich nach einer neuen Studie des UN-Kinderhilfswerks UNICEF auf den sechsten Platz.

Schweden auf dem ersten Platz

Für die Analyse hat UNICEF unter anderem das Angebot an bezahltem Mutter- und Vaterschaftsurlaub und den Anteil exklusiver Vätermonate untersucht. Weiter wurde der Anteil von Kleinkindern in Betreuungsangeboten ausgewertet.

Danach gibt es die familienfreundlichsten Regeln und Gesetze in Schweden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Norwegen und Island. Schlusslicht der insgesamt 31 untersuchten Länder bildeten Zypern, Griechenland und – etwas überrraschend – die so wohlhabende Schweiz.

92 Prozent der 3- bis 6-jährigen im Kindergarten

In Deutschland verfügen Eltern laut UNICEF über 43 Wochen Elternzeit. Der Anteil der Väter liege bei 5,7 Wochen. Rund ein Drittel der unter Dreijährigen seien regelmäßig in Betreuungseinrichtungen, so die Studie. 92 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen gingen in Deutschland in einen Kindergarten.

„Wir brauchen Regierungen, die Eltern dabei unterstützen, ein Umfeld für die Pflege von Kleinkindern zu schaffen“, mahnt UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Das Kinderhilfswerk befürwortet mindestens sechs Monate Elternzeit und einen universellen Zugang zu hochwertiger, bezahlbarer Kinderbetreuung von der Geburt bis zur Einschulung.

Giffey: Deutschland macht viel richtig

 „Die UNICEF-Studie zeigt, dass wir in Deutschland schon sehr viel richtig machen“, freut sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Bei der Familienfreundlichkeit unter 31 Staaten auf Platz sechs zu liegen sei ein Erfolg. „Wir setzen mit all unseren Maßnahmen auf Partnerschaftlichkeit, Chancengerechtigkeit und Vereinbarkeit und treffen damit in den Familien offensichtlich einen Nerv“, so Giffey. Das Elterngeld sei nicht umsonst die bekannteste und beliebteste Familienleistung in Deutschland.

Für die Familienministerin ist klar: „Väter und Mütter brauchen Freiräume, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Und sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder gut und liebevoll betreut werden.“ Deshalb investiere die Bundesregierung mit dem Gute-Kita-Gesetz in mehr Qualität und weniger Gebühren für eine gute Kinderbetreuung bundesweit. Man wolle den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen verwirklichen, bekräftigt Giffey.

Starke-Familien-Gesetz ab 1. Juli 2019

„Mit dem Starke-Familien-Gesetz unterstützen wir ab 1. Juli genau die Familien mit Kindern, die trotz Arbeit mit wenig Geld auskommen müssen und gehen aktiv gegen Kinderarmut vor“, erklärt die Familienministerin. Das Starke-Familien-Gesetz sei die Grundlage für eine künftige Kindergrundsicherung, an deren Konzeption man arbeite.

Für Giffey muss eine zukunftsfähige Kindergrundsicherung aus zwei Säulen bestehen: zum einen aus der individuellen Geldleistung für die Familien und zum anderen aus der starken institutionellen Förderung mit guter Betreuung in Kita, Schule, Hort und Jugendarbeit. „Wir sind stolz darauf, dass Deutschland schon heute zu einem der familienfreundlichsten Länder Europas gehört“, sagt Franziska Giffey. „Darauf wollen wir aufbauen und unsere Stärken weiter entwickeln.“

 

 

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Kommentare

Familienorientierung versus Gewinnorientierung

Vielleicht ist nicht bekannt, dass es in z. B. in Schweden keine Familienversicherungen im Sozialrecht gibt. Kinder sind sehr wohl versichert. In Skandinavien ist es aber üblich, dass jeder von vornherein eine eigene Sozialversicherungsnummer erhält. Diese ist sogar wichtiger als ein Personalausweis. D. h., dass [auch verheiratete] Frauen selbst für ihre Rentenansprüche sorgen müssen. Dass alleine hat zur Folge, dass ihnen aus ihrer Reproduktionsfähigkeit für ihre Erwerbsfähigkeit kein Nachteil entstehen darf. Sie werden rechtlich und organisatorisch als gebärfähige Menschen den zeugungsfähigen Menschen gleichgestellt.

Wenn man in Deutschland die Errungenschaft der Familienversicherung erhalten will, so muss man i S. der Kinderbetreuung so tun, als gäbe es sie nicht. Die Kommunen müssen bzgl. des tatsächlichen Bedarfs, entsprechende Betreuungsleistungen wie Kinderhort und Kita vollumfänglich finanziell entlastet werden. Mini-Midijobs müssen sozialversicherungsrechtlich abgeschafft werden. Der Vollzeitvertrag als Regelvertrag wieder eingeführt werden. Alles andere ist [sozialdemokratische] Schaumschlägerei, die den Bedürfnissen von hiesigen Frauen und Müttern nicht gerecht wird.

Familienorientierung versus Gewinnorientierung

Vielleicht ist nicht bekannt, dass es in z. B. in Schweden keine Familienversicherungen im Sozialrecht gibt. Kinder sind sehr wohl versichert. In Skandinavien ist es aber üblich, dass jeder von vornherein eine eigene Sozialversicherungsnummer erhält. Diese ist sogar wichtiger als ein Personalausweis. D. h., dass [auch verheiratete] Frauen selbst für ihre Rentenansprüche sorgen müssen. Dass alleine hat zur Folge, dass ihnen aus ihrer Reproduktionsfähigkeit für ihre Erwerbsfähigkeit kein Nachteil entstehen darf. Sie werden rechtlich und organisatorisch als gebärfähige Menschen den zeugungsfähigen Menschen gleichgestellt.

Wenn man in Deutschland die Errungenschaft der Familienversicherung erhalten will, so muss man i S. der Kinderbetreuung so tun, als gäbe es sie nicht. Die Kommunen müssen bzgl. des tatsächlichen Bedarfs, entsprechende Betreuungsleistungen wie Kinderhort und Kita vollumfänglich finanziell entlastet werden. Mini-Midijobs müssen sozialversicherungsrechtlich abgeschafft werden. Der Vollzeitvertrag als Regelvertrag wieder eingeführt werden. Alles andere ist [sozialdemokratische] Schaumschlägerei, die den Bedürfnissen von hiesigen Frauen und Müttern nicht gerecht wird.

Familienorientierung versus Gewinnorientierung

Vielleicht ist nicht bekannt, dass es in z. B. in Schweden keine Familienversicherungen im Sozialrecht gibt. Kinder sind sehr wohl versichert. In Skandinavien ist es aber üblich, dass jeder von vornherein eine eigene Sozialversicherungsnummer erhält. Diese ist sogar wichtiger als ein Personalausweis. D. h., dass [auch verheiratete] Frauen selbst für ihre Rentenansprüche sorgen müssen. Dass alleine hat zur Folge, dass ihnen aus ihrer Reproduktionsfähigkeit für ihre Erwerbsfähigkeit kein Nachteil entstehen darf. Sie werden rechtlich und organisatorisch als gebärfähige Menschen den zeugungsfähigen Menschen gleichgestellt.

Wenn man in Deutschland die Errungenschaft der Familienversicherung erhalten will, so muss man i S. der Kinderbetreuung so tun, als gäbe es sie nicht. Die Kommunen müssen bzgl. des tatsächlichen Bedarfs, entsprechende Betreuungsleistungen wie Kinderhort und Kita vollumfänglich finanziell entlastet werden. Mini-Midijobs müssen sozialversicherungsrechtlich abgeschafft werden. Der Vollzeitvertrag als Regelvertrag wieder eingeführt werden. Alles andere ist [sozialdemokratische] Schaumschlägerei, die den Bedürfnissen von hiesigen Frauen und Müttern nicht gerecht wird.

Blick weiten !

Steigende Kosten bei Wohnen und Mobilität und ein immer noch aberwitzig unzeitgemäss hoher Anteil an Arbeitszeit (intelligenter Konsum unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten erfordert weniger Arbeitszeit, da weniger sinnlose Produktion !!!) relativieren die Erfolge auf anderen Feldern bei "Familienfreundlichkeit" !
Es braucht also weniger marktradikale, werbegetriebene Exzesse und dafür mehr solidarisch getragene Daseinsvorsrge, mehr Ausgleich, mehr persönliche Freiräume. Mobilitätswende (s. 1 EUR-Ticket Wien, Rufsammelbus Tallin, günstiges Car-Sharing, Ausbau ÖPNV etc.), breitgefächerter Ansatz zur Vermeidung überhöhter Miet- und Wohnkosten unter Stärkung der ländlichen Räume sollten endlich schnell politisch in Angriff .genommen werden !
Mehr als 100 Jahre nach Einführung des 8-Stunden Arbeitstages gibt es noch immer Familien wo beide Lebenspartner 8 Stunden arbeiten müssen um einigermaßen über die Runden zu kommen und das trotz extremer Produktivitäts- u. Effektivitätssteigerungen durch techn. u. digitalen Fortschritt. Hier läuft etwas schief !!!
Die Menschen wollen überzeugende Änderungen massiver Fehlentwicklungen an d. Wurzel statt Pflaster-Gesetzen mit Knaller-Namen !

Familienfreundlichkeit?

Familienfreundlichkeit? Arbeitnehmerfreundlich trifft es wohl eher und zwar für die, die (noch) Kinder haben. Ich weiß nicht, ob es familienfreundlich ist, wenn Mutter und Vater zwingend darauf angewiesen sind, beide berufstätig zu sein.