Wahl des Bundespräsidenten

Umfrage: Klare Mehrheit für zweite Amtszeit Frank-Walter Steinmeiers

Lars Haferkamp01. Juni 2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Eine Umfrage von Ende Mai 2021 zeigt seine große Beliebtheit bei den Deutschen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Eine Umfrage von Ende Mai 2021 zeigt seine große Beliebtheit bei den Deutschen.
Rückenwind für den Bundespräsidenten: In einer repräsentativen Umfragen begrüßen 57 Prozent der Befragten eine Wiederwahl Frank-Walter Steinmeiers. Das gilt für die Anhänger*innen aller im Bundestag vertretenen Parteien – außer bei AfD und FDP.

Es ist die erste Umfrage nach der Ankündigung des Bundespräsidenten für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Und sie ist eindeutig: Mit 57 Prozent ist eine klare Mehrheit der Deutschen dafür, dass Frank-Walter Steinmeier für fünf weitere Jahre Staatsoberhaupt der Bundesrepublik bleibt.

Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von t-online. Dafür wurden mehr als 5.000 Wähler*innen zwischen dem 28. und 31. Mai befragt. Auf die Frage „Frank-Walter Steinmeier will erneut als Bundespräsident kandidieren. Sollte er Ihrer Meinung nach erneut gewählt werden?“ antworteten 40,2 Prozent mit „Ja, auf jeden Fall“ und 16,6 Prozent „Eher ja“, was zusammen rund 57 Prozent Zustimmung ergibt. 32,9 Prozent der Befragten antworteten ablehnend: 25,1 Prozent mit „Nein, auf keinen Fall“ und 7,8 Prozent mit „Eher nein“. 10,1 Prozent waren unentschieden.

Steinmeier erhält überparteiliche Zustimmung

Die Umfrage ist auch deshalb von Bedeutung, weil die meisten Parteien sich offiziell noch nicht zur Kandidatur Steinmeiers positioniert haben. Auch ist die Mehrheitsverteilung in der nächsten Bundesversammlung – nach der Bundestagswahl im September – noch unklar. Die Wahl des nächsten Staatsoberhauptes findet in der Bundesversammlung am 13. Februar 2022 statt. Die jetzige Amtszeit Frank-Walter Steinmeiers endet einen Monat später.

Aufschlussreich ist die aktuelle Umfrage, weil sie die Befragten anhand ihrer Wahlabsichten zur Bundestagswahl im September unterscheidet. Danach befürworten 88,5 Prozent der SPD-Anhänger*innen eine zweite Amtsperiode Steinmeiers, dessen SPD-Mitgliedschaft während seiner Amtszeit als Staatsoberhaupt ruht. Der amtierende Bundespräsident genießt aber auch klare Zustimmung bei denen, die andere Parteien wählen wollen. Für eine erneute Wahl Steinmeiers sprechen sich 71,7 Prozent der Anhänger*innen der Grünen aus, 55,1 Prozent der CDU/CSU-Anhänger*innen und 50,5 Prozent der Linke-Anhänger*innen.

Mehrheitliche Unterstützung in Ost und West

Auf klare Ablehnung stößt eine zweite Amtszeit Steinmeiers dagegen bei den AfD-Anhänger*innen. Nur 10,8 Prozent von ihnen befürworten seine Wiederwahl. Überraschend ist das Ergebnis unter der FDP-Anhänger*innen: Obwohl FDP-Chef Christian Lindner dem Bundespräsidenten die Unterstützung der Liberalen für seine Wiederwahl zugesichert hat, trifft dies bei nur 36,3 Prozent der FDP-Anhänger*innen auf Zustimmung.

Die Umfrage zeigt, dass Frank-Walter Steinmeier in ganz Deutschland eine klare Mehrheit für eine zweite Amtszeit hat. In den westdeutschen Ländern trifft diese auf eine etwas höhere Unterstützung als in den ostdeutschen. So gibt es in Westdeutschland einen Zustimmungswert für eine zweite Kandidatur von 58,4 Prozent, in Ostdeutschland liegt der Wert bei 53,8 Prozent.

Zustimmung steigt mit dem Lebensalter

Auch quer durch die Altersgruppen zeigt sich in allen Generationen eine Mehrheit für eine weitere Amtszeit Steinmeiers. Die Zustimmung steigt dabei mit dem Lebensalter der Befragten. Bei den 18- bis 49-Jährigen wünschen sich 51 bis 53 Prozent, dass Steinmeier auch über 2022 hinaus im Amt bleibt. Bei den über 65-Jährigen sind es sogar 65,7 Prozent, der Spitzenwert aller Altersgruppen.

Kommentare

das glaube ich ohne weiteres, aber

nur mit Blick auf die Fragestellung. Diese lautete: Wen würden Sie als Bundespräsidenten bevorzugen: FW Steinmeier oder Horst Seehofer?

Die Fragestellung...

...wird ja im Text klar genannt.

schon, aber

mit dem Text funktioniert der Gag nicht. Im Ernst, die Umfrage wäre relevant, wenn die Wähler bestimmen könnten. Darum geht es aber ja hier nicht. Wichtig ist die politische Manövriermasse, " Wir bekommen....., dafür dürft ihr den Bundespräsidenten....". So läuft das doch, machen wir uns nichts vor bzw. lassen uns nichts vormachen. FW schränkt den Verhandlungsspielraum der Partei völlig unnötig ein, in dem er nur sein persönliches Schicksal herausstellt. Ich hatte es ja schon ausgeführt "Was wird denn dann aus mir". Nur noch auf das persönliche Fortkommen zu achten, damit verfängt man heute nicht mehr, und nimmt auch noch die Partei in Mithaftung. Es ist zudem vergebene Mühe, denn mE scheint ausgemacht, dass nun eine Frau ran muss, vorzugsweise von den GrünInnen, evtl von der FDP, aber wohl sicher kein Genosse