Neues Buch

Thorsten Schäfer-Gümbel: Die Digitalisierung klug gestalten

Olaf Scholz30. April 2018
Thorsten Schäfer-Gümbel
Thorsten Schäfer-Gümbel befasst sich mit der Digitalisierung.
In seinem Buch „Die sozialdigitale Revolution“ blickt Thorsten Schäfer-Gümbel auf die Digitalisierung. Dabei vermeidet er jeden Alarmismus, dafür ist sein Buch geprägt von einem angenehmen Zukunftsoptimismus.

Wer verstehen will, wieso im Augenblick so viel los ist in der Welt, kommt nicht umhin, auf zwei Entwicklungen zu blicken, die sich gerade gleichzeitig vollziehen: die Globalisierung mit ihren grenzüberschreitenden, die Wirtschafts- und Arbeitswelt massiv modifizierenden Auswirkungen und jene Veränderungen, die so unzulänglich mit dem Wort Digitalisierung beschrieben werden. Während sich die Globalisierung bereits seit zwei Jahrzehnten vollzieht, ist die Digitalisierung eine jüngere Entwicklung.  

Sorgen und Chancen

In seinem Buch „Die sozialdigitale Revolution“ blickt Thorsten Schäfer-Gümbel auf eben diese Aspekte der Digitalisierung. Denn die Digitalisierung verändert unsere Lebens- und Arbeitswelt immer rasanter. Die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben weicht auf – was unsere Vorstellungen von Arbeitszeit herausfordert. Berufe, die heute noch Anerkennung und Auskommen sichern, werden sich in absehbarer Zukunft dadurch stark verändern, was sich auch auswirken kann auf Auskommen und Anerkennung.

Eine Entwicklung, die vielen Bürgerinnen und Bürgern völlig zu Recht Sorge bereitet. Die sich aber nicht aufhalten lässt und auch Chancen bietet, wenn Politik und Unternehmen den Wandel klug gestalten. Thorsten Schäfer-Gümbel zeigt in seiner klaren Analyse, in welchen Bereichen die technologische Entwicklung unseren Arbeitsmarkt, das Bildungswesen und den Sozialstaat verändert oder noch verändern wird.

Thorsten Schäfer-Gümbel

Kein Alarmismus

Schäfer-Gümbel vermeidet dabei jeden Alarmismus und jede Fortschrittsfeindlichkeit. Im Gegenteil: Sein Buch ist geprägt von einem angenehmen Zukunftsoptimismus, der die SPD immer stark gemacht hat. „Wir müssen wieder in den Modus des Gestaltens kommen“, konstatiert Schäfer-Gümbel. Kapitel für Kapitel widmet er sich den politischen Möglichkeiten, wie die SPD den Staat, die soziale Sicherung und die Gesellschaft fit machen können für die neue digitale Zeit. Wie etwa kann der Sozialstaat auch in 20 Jahren Sicherheit bieten –  wenn sich Berufsfelder verändern, ganz verschwinden und neue entstehen? Wie kann unser Bildungswesen besser auf die Anforderungen des digitalen Zeitalters vorbereiten als bislang?

Schäfer-Gümbel beschränkt sich nicht auf die Themen, die in der öffentlichen Debatte bereits gebührenden Raum haben. Auch bislang unterschätzte Themen wie die digitale Ethik oder der Datenschutz als Standortvorteil gegenüber amerikanischen und chinesischen Konkurrenten werden als Zukunftsthemen genannt. Schäfer-Gümbel macht dabei konkrete Vorschläge. Mal als Idee, mal als fertige Handlungsanleitung. Dazu gehören etwa ein Chancenkonto, das allen Arbeitnehmern ein Guthaben für Qualifizierung und Weiterbildung zugesteht oder Lehrpläne, die stärker projektorientiert ausgerichtet sind. Anpacken und den Wandel gestalten, lautet dabei seine Leitidee. Für die inhaltliche Diskussion der SPD bietet „Die sozialdigitale Revolution“ einen guten Anstoß: analytisch, vernünftig, handlungsorientiert.

Thorsten Schäfer-Gümbel: „Die sozialdigitale Revolution: Wie die SPD Deutschlands Zukunft gestalten kann“, 180 Seiten, ISBN: 3867745978; 180 Seiten, Murmann-Verlag

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