Bundestagswahl 2017

Stimmung dreht sich: SPD legt weiter zu, Union fällt erneut

Lars Haferkamp15. September 2017
Das ZDF-Politbarometer zeigt die politische Stimmung
Das ZDF-Politbarometer zeigt die politische Stimmung: Für die Union (schwarz) geht es nach unten, für die SPD (rot) nach oben.
Kurz vor der Wahl geht der Union die Puste aus. Auf der Zielgeraden verlieren CDU und CSU deutlich an Unterstützung, während die Stimmung für die SPD weiter steigt. Die Sozialdemokraten haben also allen Grund, auf den letzten Metern noch einmal alles zu geben.

Kurz vor der Bundestagswahl zeigt sich ein deutlicher Stimmungsumschwung: Laut ZDF-Politbarometer steigt die Stimmung für die SPD um ganze vier Prozent auf jetzt 28 Prozent. Im Gegensatz dazu CDU/CSU, die satte fünf Prozent verlieren und nur noch auf 34 Prozent kommen. Die Demoskopen wollen bei der Ermittlung dieser Werte von den Befragten wissen, für welche Partei die politische Stimmung zur Zeit günstig sei.

Anhaltender Stimmungsumschwung

Bemerkenswert: Die Veränderung der politischen Stimmung ist kein Augenblickstrend, sie zeigt sich laut „Forschungsgruppe Wahlen“ bereits seit drei Wochen und hat sich in den letzten Tagen deutlich verstärkt. Betrachtet man die politische Stimmung für die beiden Volksparteien in den letzten drei Umfragen vom 01.09. über den 08.09. bis zum 15.09. so zeigt sich, dass die SPD sechs Prozent zugelegt hat, nämlich von 22 auf 28 Prozent. Das ist ein kräftiger und anhaltender Stimmungsumschwung.

Die Union dagegen verliert acht Punkte und fällt von 42 auf 34 Prozent. So lautet die Schlagzeile des ZDF folgerichtig: „Union verliert weiter an Zustimmung.“ Das Politbarometer stellt eine Parallele zu den vorangegangenen Bundestagswahlen her und konstatiert, „ähnlich wie vor früheren Bundestagswahlen verliert die Union auf der Zielgeraden an Unterstützung“.

SPD legt auch bei Sonntagsfrage zu

Diese Zahlen wirken sich auch in der Sonntagsfrage “Was würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre?“ aus. Bei dieser Frage fließen die langfristigen Parteipräferenzen der Befragten mit ein. Die SPD legt im ZDF-Politbarometer der „Forschungsgruppe Wahlen“ um 1 Prozent auf jetzt 23 Prozent zu, die Union verliert zwei Prozent erreicht nur noch 36 Prozent. Der Trend scheint also kurz vor der Wahl wieder ein Genosse zu werden.

Die Wahlforscher der „Forschungsgruppe Wahlen“ erwarten, dass es „auf den letzten Metern bis zur Wahl am Sonntag in einer Woche Spielraum für mobilisierungsbedingte oder wahltaktische Veränderungen bleibt“. Diese Einschätzung begründen sie mit diesen Zahlen: So geben nur 29 Prozent aller Befragten an, dass für sie nur eine einzige Partei bei der Stimmabgabe in Frage kommt. 71 Prozent dagegen können sich vorstellen, außer der genannten Partei auch noch mindestens eine andere Partei zu wählen.

Spannendes Wahlfinale

Die anderen Institute sehen die SPD in der Sonntagsfrage aktuell zwischen 23 und 24 Prozent. Bei Emnid erreichen die Sozialdemokraten 24, bei Insa 23,5 und bei Forsa 23 Prozent. Die Union kommt bei Emnid und Forsa auf 37 und bei Insa auf 36,4 Prozent.

Damit ist die Umfrage von infratest im ARD-Deutschlandtrend, welche die SPD erstmals nur bei 20 Prozent sieht, eindeutig ein Ausreißer und nicht repräsentativ für die Meinungsforschungsinstitute in Deutschland. Doch selbst infratest-Geschäftsführer Nico Siegel betont: „Die Wahl ist noch lange nicht gelaufen.“ Für ihn ist klar: „Da ist noch nichts entschieden, denn es gibt noch viele unentschlossene Wähler.“

SPD hat noch alle Chancen

Die Demoskopen sind sich also einig: Die SPD hat noch alle Chancen bei der Wahl. Und damit guten Grund, auf den letzten Metern bis zum 24. September um 18 Uhr noch einmal alles in die Waagschale zu werfen.

 

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Kommentare

Wo bitte soll es bei der SPd

Wo bitte soll es bei der SPd voran gehen?Sie steht immernoch erst bei 20 bis 22 %
Da sind diese Genossen wohl etwas realitätsfremd.Gerade deshalb werden sie auch keine Zustimmung erhalten.Wer bitte sollte Herrn Schulz als Kanzler wollen.?

Wo bitte soll es bei der SPd

Nicht die Umfragen, sondern die Wähler entscheiden. Daher gilt. Nicht bange machen lassen durch manipulierte Meinungsumfragen, mit denen einseitig der CDU geholfen und den Wählern eingetrichtert werden soll, als sei die Wahl schon gelaufen und die SPD hätte ohnehin keine Chance.

Also, nicht beeinflussen lassen, sondern die Stimmen für mehr soziale Gerechtigkeit abgeben!

Umfrage zur Wahl

Bitte? In der Grafik oben wird der Eindruck erweckt, die SPD stände am 15.09.17 bei 28.
Im Politbarometer hat sie einen Punkt gewonnen, bei Forsa ist sie auf 20% abgerutscht.
Aber: Das sind nur Umfragen. Der Umgang damit zeigt aber die Ursachen für den Niedergang auf:
Schönreden, populistischer Personenkult - statt politisch-programmatische Erneuerung.
Schade, liebe alte Tante SPD. Ein Sozialliberaler

Politische Stimmung

Wie im Artikel gechrieben geht es um die "politische Stimmung", nicht um die Sonntagsfrage. Mit "Schönreden" hat das nichts zu tun.

Deshalb geht es voran

Wenn die Zahlen für die SPD nach oben gehen – in der politischen Stimmung und in der Sonntagsfrage – dann geht es in der Tat voran.

Bundestagswahl

jetzt erst recht. wählen gehen: Beide Stimmen SPD!

Politische Stimmung

Wie im Artikel gechrieben geht es um die "politische Stimmung", nicht um die Sonntagsfrage. Bei ersterer ist ein klarer Trend nach oben zu erkennen.

spd

Seit 154 Jahren verspricht die SPD den Sozialismus, zur Not, oder gerade, als Nationalen Sozialismus. Schon 1932 stellte sich die Frage, wo er denn bleibt. Und ausser bei den Direktoren der Berliner Stadtbetriebe und Berliner Verwaltung war der Sozialismus nirgendwo zu finden. Stattdessen liefen die betrogenen Wahlmenschen auf die Nationalsozialisten zu, mit allen Folgen, die wir kennen. Heute ist das nicht anders, es gehr weiterhin nur um Postensicherung durch Anrecht auf einen Sitz im Reichstagsgebäude, als Eurokrat, bei den sozialdemokratischen DGB Gewerkschaften usw.
SPD, Finger weg davon.

Vom "Bollwerk" zur "starkenOpposition"

hat es gerade einmal 7 Tage gebraucht . Soviel zur "Halbwertszeit" der politischen Entwicklung und von Schlagzeilen. Ist das "böse Wort" aus dem SPIEGEL von der Selbstverzwergung der SPD doch noch "wahr" geworden??
Ich hätte mir niemals in den 58 Jahren Mitgliedschaft vorstellen können, das WIR so tief sinken könnten. Oder ist es die "Lust am Untergang" die uns Umtreibt? Daran ändert auch die "späte" Erkenntnis, in die Opposition zu gehen nichts mehr! Die letzte GROKO war gerade eine "zuviel",trotz der marginalen Erfolge. Ich kann keine "Freude" darüber empfinden, an meiner Entscheidung beim Mitgliederentscheid "richtig gelegen zu haben. Die Schwarm-Intelligenz ist eben doch nicht das was sie verspricht.