Franziska Giffey und Hubertus Heil

#stattblumen: 8.300 Unterschriften für mehr Gleichberechtigung

Jonas Jordan17. Juni 2020
Die Übergabe der Unterschriften mit (v.l.): Michelle Müntefering, Sarah Ryglewski, Sally Lisa Starken, Franziska Giffey, Hubertus Heil, Cordelia Röders-Arnold und Josephine Ortleb.
Die Übergabe der Unterschriften mit (v.l.): Michelle Müntefering, Sarah Ryglewski, Sally Lisa Starken, Franziska Giffey, Hubertus Heil, Cordelia Röders-Arnold und Josephine Ortleb.
Vor vier Wochen haben Sally Lisa Starken und Cordelia Röders-Arnold die Kampagne #stattblumen für mehr Gleichberechtigung gestartet. Am Dienstag übergaben die Initiatorinnen mehr als 8.000 Unterschriften an Hubertus Heil und Franziska Giffey.

„Wir sind auf viel Verständnis gestoßen und haben das Gefühl, dass unsere Botschaft angekommen ist“, sagt Sally Lisa Starken. Die 29-jährige Bielefelderin ist stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in der SPD. Vor vier Wochen hat sie zusammen mit Cordelia Röders-Arnold vom Startup Einhorn die Kampagne #stattblumen gestartet. Mehr als 8.300 Menschen haben ihren Appell an die Bundesregierung für mehr Gleichberechtigung in der Corona-Situation bislang unterzeichnet, um auf die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern aufmerksam zu machen, auf die die Corona-Situation wie ein Brennglas scheint. Häusliche Gewalt durch Social Distancing, die schlechte Bezahlung in systemrelevanten Berufen oder auch die zusätzliche Sorgearbeit sind aktuell Probleme, die vor allem Frauen zusätzlich belasten.

Feministische Unterstützung für die Grundrente

Am Dienstag übergaben die beiden Initiatorinnen gemeinsam mit der Erstunterzeichnerin und SPD-Bundestagsabgeordneten Josephine Ortleb die Unterschriften an Vertreter*innen der Bundesregierung. Mit Arbeitsminister Hubertus Heil, Frauenministerin Franziska Giffey, Staatsministerin Michelle Müntefering aus dem Auswärtigen Amt sowie der parlamentarischen Staatssekretärin Sarah Ryglewski aus dem Bundesfinanzministerium nahmen gleich vier sozialdemokratische Vertreter*innen am Treffen teil. „Darüber haben wir uns mega gefreut“, sagt Starken im Gespräch mit dem „vorwärts“. Im Vorfeld hatten die Initiatorinnen beispielsweise auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) angeschrieben. Doch aus der Union kam keine Rückmeldung.

Beim Thema Gleichberechtigung sei die CDU häufig leider Bremser, bedauert Starken. Ganz anders die Gespräche mit den SPD-Politiker*innen am Dienstag, aus denen ganz viele Ideen entstanden seien. Beispielsweise habe sich Arbeitsminister Hubertus Heil gesellschaftliche Unterstützung für die Umsetzung der Grundrente gewünscht. Die Grundrente sei ein feministisches Thema, durch das vor allem die finanzielle Situation von Millionen Frauen in Deutschland verbessert werden könne, betont auch Starken. Staatsministerin Michelle Müntefering schrieb nach dem Treffen auf Twitter: „Freue mich auf weitere Gespräche – auch über Feministische Außenpolitik!“

„Wir sind sehr begeistert darüber, wie sehr die Initiative bei den Menschen angekommen ist und was wir seit dem Start der Kampagne vor vier Wochen nun schon alles erreicht haben”, sagt Cordelia Röders-Arnold, die #stattblumen mit initiiert hat, nach dem Treffen mit Vertreter*innen der Bundesregierung. Für Starken ist mti dem Termin das erste große Etappenziel geschafft. Doch Röders-Arnold und Starken wollen weiter für ihre Forderungen kämpfen, zu denen etwa eine gerechte Aufteilung der Sorgearbeit, gleichberechtigte Mitbestimmung insbesondere in politischen Gremien sowie eine Kopplung der Corona-Hilfsmaßnahmen an eine Gleichstellungsdividende zählen.

Auf Instagram veröffentlichten in den vergangenen Wochen Nutzer*innen unter dem #stattblumen bereits hunderte eigener Forderungen, die für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern sorgen sollen. Binnen weniger Tage erreichte der Instagram-Kanal der Kampagne @statt_blumen mehr als 4.800 Follower*innen. Bundespolitiker*innen wie Heiko Maas (SPD), Katrin Göring-Eckhardt (Grüne), Lars Klingbeil (SPD) und Dietmar Bartsch (Linke) sprachen sich auf Social Media-Kanälen für die überparteiliche Initiative zur Stärkung von Frauenrechten aus. Bundesweit berichteten Medien über die außergewöhnliche Aktion und die Forderungen der beiden Initiatorinnen und ihrer 13 Erstunterzeichner*innen.

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