Handball-Weltmeisterschaft

Zum Start der Handball-WM: Die erste Sieben der SPD

Jonas Jordan10. Januar 2019
Zum Start der Handball-Weltmeisterschaft präsentieren wir die erste Sieben der SPD.
Zum Start der Handball-Weltmeisterschaft präsentieren wir die erste Sieben der SPD.
Am Donnerstagabend startet mit dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Korea in Berlin die Handball-Weltmeisterschaft. Pünktlich zum Beginn präsentieren wir die erste Sieben der SPD.

Sophie Passmann ist Moderatorin, Kolumnistin und SPD-Mitglied. Für das Zeit-Magazin schrieb sie Anfang Januar in einem Artikel über ihre Handball-Leidenschaft. Daraufhin bekam sie in den sozialen Medien viel Zuspruch, zum Beispiel auf Twitter von Katarina Barley und Kevin Kühnert. Beide spielten selbst Handball, Barley war Kreisläuferin, Kühnert Linksaußen. Doch wer besetzt die übrigen Positionen in der ersten Sieben der SPD? Wir geben einen Überblick.

Tor

Auf dieser Position kann es nur eine geben: die Partei- und Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles. Sie kassierte zuletzt einige Treffer, ist es ansonsten aber gewohnt, jeden Angriff auf die SPD abzuwehren. Das tut sie lautstark, mit teils rhetorisch ungewöhnlichen Mitteln, aber häufig effektiv. Nahles in Hochform hält noch gegen jeden Gegner den Kasten sauber.

Außen

Linksaußen: Im Vereinshandball wie in der SPD ist Kevin Kühnert hier gesetzt. Im politischen Feld gilt er teils noch als quirliger Jungspund. Dabei hat der Juso-Bundesvorsitzende im vergangenen Jahr bewiesen, dass er längst kein Nachwuchstalent mehr ist. Kühnert sorgt für Tempo über die linke Seite und konnte so neue Anhänger für das Team SPD begeistern.

Rechtsaußen: Nicht im politischen Sinne, aber durch die Kombination seiner jüngsten Politikfelder ist Heiko Maas die logische Besetzung. Der Saarländer stand zunächst juristisch, seit ungefähr einem Jahr auch diplomatisch mit Bravour auf der Platte. Nach dem Spiel zieht er gerne mal lässig seine Lederjacke über und bringt zusätzlich Glamourfaktor ins Team.

Rückraum

Linker Rückraum: Auf Bundesebene stand er bislang nicht in der ersten Reihe. Doch auch aus dem Rückraum sorgt der stellvertetende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner stets für gefährliche Treffer. Gegen seine rhetorische Brillianz sind die Gegner – vielfach auch in Talkshows – machtlos. Nach gewonnenen Spielen sieht man bei ihm in der Kabine manchmal sogar ein Lächeln.

Rückraum Mitte: Der geborene Spielmacher, unverwüstlich, weil Wind aus seiner Heimatstadt gewohnt. Bei Olaf Scholz laufen als Vizekanzler die Fäden häufig zusammen. Er bringt bisweilen nicht nur seine Teamkollegen, sondern auch sich selbst für andere Positionen ins Spiel. Dass er das kann, hat er einst beim HSV Hamburg bewiesen. Dort gewann er 2011 mal eine Partie gegen die CDU eindrucksvoll mit 48:21. Bis heute unvergessen.

Rückraum rechts: Hier kann es keinen anderen geben als den Hünen aus Niedersachsen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil stammt aus dem Wirkungsraum des TSV Hannover-Burgdorf. Der Norddeutsche ist nicht nur auf dem Feld durch seine Größe präsent, sondern sorgt auch abseits davon für den rechten Musikgeschmack. Immer mit der Hand am Smartphone.

Kreis

Als Kreisläuferin ist Katarina Barley gesetzt. Diese Position ist die Frau aus Rheinland-Pfalz von früher aus dem Vereinshandball gewohnt. Hier kann sie glänzen und scheut den Kontakt mit dem politischen Gegner nicht. Sie kam in den vergangenen Jahren bereits als Generalsekretärin, Familien-, Arbeits- und Justizministerin zum Zug. Ab Mai spielt sie international in Brüssel und sammelt wertvolle europäische Erfahrungen für das Team SPD.

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Öffentliches Training ist Kommunikationstraining

Dann macht es tatsächlich Sinn, das Mittel des öffentlichen Training zu nutzen. Die Handball Jungs haben es vorgemacht. Egal, ob über Livestream, Live Chat, Liquid Democracy oder alles in Kombination. Die sozialdemokratischen Spitzenpolitiker[innen] müssen sich über die Schulter schauen lassen und mit ihrer Parteibasis fortlaufender und enger ins Gespräch kommen. Eine vermeintliche Arbeitsteilung sollte nicht dazu verleiten, wichtige taktischen Analysen, strategische Ausrichtungen und operative Terminierungen still im Hinterzimmer zu verabreden, wenn gleich sie parteiöffentlich diskutiert werden sollten. Hierarchien können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Reputation der deutschen Sozialdemokratie von allen Genoss[inn]en getragen wird. Ein Debattencamp [=Trainingslager?] macht noch keine Turniermannschaft. Damit es in der SPD zündet, müssen der Bundesvorstand und der Parteirat die Lunte legen. [Ver-]Warnung: Die nächsten Wahlkampfzeiten werden hiervon ausreichend ablenken!

Handball

Wenn die SPD (und speziel der PV) nicht so viele Eigentore erzielen würde könnte sie bedeutend besser dastehen.