Sozialdemokratie

SPD-Vorsitz in Sachsen-Anhalt: Mitgliederbefragung geht in die zweite Runde

Kai Doering29. November 2019
Der eine Teil der neuen Doppelspitze der SPD Sachsen-Anhalt steht fest: Mit wem Julian Kleemann die Partei führen wird, ist allerdings noch offen.
Der eine Teil der neuen Doppelspitze der SPD Sachsen-Anhalt steht fest: Mit wem Julian Kleemann die Partei führen wird, ist allerdings noch offen.
Die Mitgliederbefragung für den Vorsitz der SPD in Sachsen-Anhalt hat vorerst nur ein Teilergebnis gebracht. Bei den weiblichen Kandidaten setzte sich Juliane Kleemann durch. Zwei Männer müssen in die Stichwahl.

Während sich bei der Bundes-SPD am Samstag entscheidet, welche Doppelspitze die Partei künftig führen wird, ist das in Sachsen-Anhalt bisher nur zur Hälfte klar. Am Freitagabend gab die Landespartei das Ergebnis der Mitgliederbefragung für den Parteivorsitz bekannt und die hat bisher nur eine Siegerin. Mit einem knappen Vorsprung von sechs Stimmen (745 zu 739) setzte sich Juliane Kleemann gegen Katharina Zacharias durch. (Hier lesen Sie eine Vorstellung der Kandidierenden.)

Stichwahl zwischen Schmidt und Riecke

Da bei den männlichen Kandidaten keiner die absolute Mehrheit erhielt, kommt es zu einer Stichwahl zwischen Andreas Schmidt (45,1 Prozent) und Jost Riecke (28,9). Diese wird voraussichtlich zwischen dem 16. Dezember und dem 17. Januar stattfinden. Der dritte Bewerber, Seluan Al-Chakmachi, erhielt 21,6 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung der 3541 stimmberechtigten Mitglieder lag bei 47,7 Prozent.

Als erster Landesverband hatte die SPD Sachsen-Anhalt im August die Doppelspitze eingeführt. Anders als bei der Bundespartei kandidieren jedoch keine Teams. Stattdessen wird ein Frauen- und ein Männerplatz unabhängig voneinander gewählt. Die offizielle Wahl findet auf einem Parteitag im Januar statt.

Kleemann will „sozialdemokratische Erzählung für Sachsen-Anhalt

Von einem „Zwischenergebnis“ sprach so auch der scheidende Landesvorsitzende Burkhard Lischka bei der Ergebnisverkündung. Mit der Wahlbeteiligung zeigte er sich zufrieden und betonte, dass alle Kandidierenden „weiter eine sehr wichtige Rolle spielen werden“.

Die Siegerin der ersten Runde, Juliane Kleemann, sprach in einer ersten Reaktion von einem „denkbar knappen Ergebnis“ und kündigte an, auf die SPD-Mitglieder, die sie nicht gewählt hätten, zugehen zu wollen. Die 49-Jährige, die der SPD seit fünf Jahren angehört und Pfarrerin in Stendal ist, kündigte an, „eine sozialdemokratische Erzählung für dieses Land aufsetzen“, zu wollen.

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