Mitgliederbefragung

SPD-Vorsitz: Warum Hilde Mattheis und Dierk Hirschel ihre Kandidatur zurückziehen

Kai Doering12. Oktober 2019
Treten nicht mehr für den SPD-Vorsitz an: Hilde Mattheis und Dierk Hirschel
Treten nicht mehr für den SPD-Vorsitz an: Hilde Mattheis und Dierk Hirschel
Hilde Mattheis und Diekr Hirschel treten doch nicht für den SPD-Vorsitz an. Bei der letzten Konferenz der #unsereSPD-Tour in München am Samstag zogen sie ihre Kandidatur zurück. Sie wollen damit „die Erfolgsaussichten für eine linke Kandidatur erhöhen“.

Überraschung in München. Bei der letzten Vorstellungsrunde der #unsereSPD-Tour für den SPD-Vorsitz haben Hilde Mattheis und Dierk Hirschel ihre Kandidatur zurückgezogen. „Wir machen den Weg frei, um die Erfolgsaussichten für eine linke Kandidatur zu erhöhen“, begründete Hirschel die Entscheidung in der fünfminütigen Vorstellungsrunde des Duos.

Sechs Team-Kandidaturen für den SPD-Vorsitz

Wann die Entscheidung für den Rückzug gefallen ist, ließen die Bundestagsabgeordnete und der Chefökonom der Gewerkschaft ver.di offen. „Wir hätten am liebsten einheitlich ein linkes Angebot gemacht“, sagte Mattheis. Das habe sich allerdings als unmöglich erwiesen. Eine Empfehlung für ein anderes Kandidaten-Team gaben Mattheis und Hirschel nicht. Mattheis sagte in München lediglich: „Guckt nach einer Alternative, nicht nach einem Weiter-so.“

Damit ist das Kandidierenden-Feld auf sechs Teams zusammengeschmolzen. Um den SPD-Vorsitz bewerben sich Christina Kampmann und Michael Roth, Nina Scheer und Karl Lauterbach, Gesine Schwan und Ralf Stegner, Klara Geywitz und Olaf Scholz, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sowie Petra Köpping und Boris Pistorius.

Mattheis und Hirschel trotzdem auf dem Stimmzettel

Hilde Mattheis und Dierk Hirschel werden trotzdem auf dem Abstimmungszettel stehen, da die Unterlagen bereits gedruckt und größtenteils verschickt sind. Die Mitgliederbefragung über den Parteivorsitz beginnt am Montag. Stimmen für die beiden werden als ungültig gewertet. Bei der Auftaktveranstaltung der Vorstellungstour in Saarbrücken Anfang September hatten bereits Simone Lange und Alexander Ahrens ihre Kandidatur zurückgezogen. Mitte September erklärte auch Karl-Heinz Brunner, nicht antreten zu wollen.

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Kommentare

Hilde Mattheis und Dierk Hirschel ziehen Kandidatur zurück

Einerseits schade, ich hätte dieses Duo gewählt, andererseits ist es natürlich wichtig, dass eine linke Kandidatur größere Chancen hat.

Alles, was rechts war und ist, war für die SPD, ob in der Regierung oder an der Parteispitze, immer nur von Nachteil, wie sich stets erwiesen hat.

Warum Hilde Mattheis und Dierk Hirschel ziehen Kanditatur zurück

Schade, aber nachvollziehbar! In Zeiten, da Parteien mit Ausgrenzung von Minderheiten oder mit zukünftigen Katastrophen- Szenarien auf dem Vormarsch sind, gibt es keine Alternative mehr zu einer 180 Grad Wende der SPD! Das wird sich GLAUBWÜRDIG nur mit einem linken Führungsduo realisieren lassen! "SEIEN WIR MUTIG"!!

Kräfte links des "Weiterso" für Stichwahl bündeln !!!

Der Ansatz von Hilde Mattheis und Dierk Hirschel, dass die Kandidat/inn/enauswahl mit gemeinsamen Nenner, dem Einstieg in die Abkehr vom lobbygetriebenen Neoliberalismus, der Steuerreform, der Bürgerversicherung, der Abkehr von der "alternativlosen" schwarzen Null, einem politischen Bündnis abseits der "Großen Koalition", einer konsistenten Friedenspolitik und somit folgerichtig für die Beendigung der Groko stehen, sich auf das nach empirischen Befragungen aussichtsreichste Kandidat/innenpaar aus diesen Reihen, als Wahlempfehlung, noch kurzfristig einigen, ist unbedingt zu unterstützen!
Sonst bleibt mglw. alles beim Alten, der "alternativlosen"Schwarzen Null, bei Instandhaltungs- und Modernisierungssstau, bei einer SPD als Anhängsel u. Steigbügelhalter der Konservativen und bei einer Groko die die SPD hinab in´s Bodenlose zieht !

Mattheis / Hirschel

Der Verzicht ist ehrenvoll und hoffentlich objektiv richtig!
Unabhängig davon ist die SPD gut beraten, dieses Duo mit sehr viel mehr
gesellschaftspolitischem Gewicht als bisher einzubinden!
Die SPD braucht nicht weniger 'Mattheis / Hirschel', sondern mehr, viel mehr
'Mattheis / Hirschel'!

Hut ab!

Hut ab!
Jetzt kann man nur hoffen, es nützt etwas und es kommt nicht zu einer Stichwahl Duo Scholz gegen Duo Roth...

Bitte kein Weiterso und kein weiteres Wasser für rechte Mühlen !

Olaf Scholz steht nicht für inhaltiche Erneuerung, sondern schwarze 0! Ttrotz aller eindringlichen Mahnungen von Ökonomen, Ökologen und Sozialwissenschaftlern ! Wer das unterstützt, darf sich ni. beschweren wenn die SPD demnächst Richtung Einstelligkeit abrutscht und viele Parteimitglieder die SPD verlassen weil die versprochene Parteierneuerung im Grokosand verläuft !
Was das Duo Roth/Kampmann anbelangt so blieben mir nur zwei Punkte ihres Programmes in Erinnerung.
Der Aufruf zu Solidarität in der SPD u. die "Vereinigten Staaten von Europa".
Das Problem dabei ist: Wirkliche gemeinsame Kraft kann es nur geben wenn über die künftige Ausrichtung der SPD nach einem fairen Streit, mehrheitlich durch die Basis entschieden wird. Ähnlich sieht es mit Europa aus, auch hier kommen bei Kampmann/Roth der zweite oder dritte Schritt vor den wirklich entscheidenden Auseinandersetzungen.
Absurd das über EU-Erweiterung mit Albanien u.Nordmazedonien in der EU öffentlich diskutiert wird, während der ganze industrielobbybeeinflusste neoliberale EU-Laden durch diesbez.Verwerfungen u. dadurch entstandene rechte und rechtsextreme nationale Bewegungen mit beklatschter Entsolidarisierung zerfällt !