Meine Stimme für Vernunft

SPD startet Kampagne gegen Ausgrenzung und Gewalt

Vera Rosigkeit05. Februar 2016
"Wir müssen wieder mehr aufeinander aufpassen." Schauspielerin Iris Berben mit Clemens Schick, Katarina Barley und Sigmar Gabriel.
Vernunft statt Hetze und Populismus: Mit der Kampagne „Meine Stimme für Vernunft“ wirbt die SPD gegen die zunehmende Radikalisierung in Deutschland. Mit dabei sind prominente Unterstützer wie Iris Berben und Clemens Schick.

Deutschland dürfe nicht weiter gespalten werden: Statt Hass und Gewalt brauche unser Land mehr Zusammenhalt. Mit diesen Worten startete SPD-Chef Sigmar Gabriel am Freitag im Berliner Willy-Brandt-Haus einen Aufruf gegen Radikalisierung, Ausgrenzung und Hetze. Das Land scheine in Aufruhr und Auflösung, erklärte Gabriel. „Wir stehen zwar nicht vor Weimar, aber es ist alarmierend genug“, fügte er hinzu. Gabriel warnte vor Debatten, die mit alarmierender Unversöhnlichkeit geführt würden und mit einer Gefahr für Leib und Seele einhergingen. Er verwies auf die zunehmende Anzahl von Brandanschlägen sowie auf den Schießbefehl-Vorstoß von AfD-Chefin Frauke Petry. Er forderte: „Dagegen müssen wir uns wehren“, denn das zeichne ein Zerrbild von Deutschland und „schade uns allen“.

AfD ganz nah an Sprache der Feinde der Demokratie

Gabriel warnte aber auch vor einer politischen Kraft, die versuche, sich zum parlamentarischen Arm dieser rassistischen Auseinandersetzung zu entwickeln. Die neue Rechte, an der Spitze die AfD, sei ganz nah an der „Sprache der Feinde der Demokratie, der Nazis der 20er und 30er Jahre“, sagte der SPD-Chef. Das sei eine Partei, die sich für Gewalt gegen Menschen ausgesprochen habe und ein Klima erzeuge, "wie wir es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht hatten".

Die Kampagne sei zwar von der SPD initiiert, erklärte er, aber andere Parteien könnten sich gerne daran beteiligen. Sie wende sich vor allem an jene, die daran zweifelten, „ob wir die uns bevorstehenden Herausforderungen bewältigen können“. Gabriel räumte ein, dass Demokratie kein Versprechen auf Fehlerfreiheit sei, sondern das Versprechen, dass man Fehler gewaltfrei korrigieren könne. Diese Haltung müsse unsere Gesellschaft prägen, dafür stehe die Kampagne, so Gabriel. „Unser Ziel muss sein, dass die Vernünftigen zur Wahl gehen, damit die Unvernünftigen nicht in die Parlamente kommen.“

Berben: Müssen wieder mehr aufeinander aufpassen

Für Erstunterzeichnerin und Schauspielerin Iris Berben gibt es nichts Wertvolleres als die Würde des Menschen. Demokratie lebe vom Engagement und müsse jeden Tag neu erarbeitet werden, davon ist die Schauspielerin überzeugt. Es mache sie wütend, dass die natürliche Angst zu scheitern missbraucht werde, um zur Gewalt gegen Menschen anzustiften: „Wir müssen wieder zu Vernunft und Respekt zurückkehren und mehr aufeinander aufpassen“, forderte sie.

Schauspielerkollege Clemens Schick stimmte zu. „Wir müssen Ruhe in die zunehmend radikale Debatte bringen“, erklärte er und forderte: „Lasst uns die Flüchtlinge hier willkommen heißen.“ Es sei wichtig, auf Krisen nicht mit Populismus und Ausgrenzung zu reagieren, sondern mit Vernunft.

„Das Positive hat unser Land stark gemacht und das wollen wir wieder stärker nach vorne stellen“, sagte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley. Für die Unterstützung der Kampagne bedankte sie sich bei weiteren Erstunterzeichnern wie Udo Lindenberg, Senta Berger oder Robert Atzorn. Der Kampagnenauftakt gelte gleichsam als Aufruf, sich anzuschließen, sagte sie. Ob prominent oder nicht, auf stimme-fuer-vernunft.de könne sich jeder eintragen und die Kampagne unterstützen, so Barley.

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Kommentare

SPD startet Kampagne gegen Ausgrenzung und Gewalt

Es ist schön und gut, wenn die SPD eine Kampagne gegen Ausgrenzung und Gewalt startet.

Das beste und wirksamste Mittel gegen das Erstarken der Rechtsparteien (Wählerstimmen, Mitglieder, Teilnahme an Atkionen etc.) ist eine glaubwürdige Politik der Regierung und vor allem der SPD durch Beseitigung der Ungleichheit in der Gesellschaft, d.h. Steuergerechtigkeit, Wohnungsbau, gleicher Zugang zu Bildung, Arbeitsplätze, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Verhinderung der Übermacht von - vor allem US-amerikanischer - Konzerne, also kein TTIP,Ceta,Tisa u.ä., aktive Friedenspolitik (also keine kostenintensive und Tod bringende Auslandseinsätze der Bundeswehr)!

Idee gut - aber...

Der Neurobiologe Joachim Bauer sagt: Gewalt ist kein Trieb sondern die Reaktion auf Ausgrenzung, Schmerz und Angst.

Dazu sagt er, dass die Politik die Ausgrenzung als Mittel nutzt und missbraucht.

Wenn die SPD einen will, dann ist das eine gute Idee. Aber ich sehe hier in meiner Straße von der SPD gleichzeitig Plakate, die Menschen gezielt verletzen und ausgrenzen sollen.

Dazu kommen 100te Aufkleber des linken Spektrums an nahezu jeder Stelle, um Menschen gezielt zu verletzen oder herabzuwürdigen (kostenlos gestreut).

Wenn aber die SPD ernsthaft alle Ebenen ihres Appartes von spaltenden Inhalten säubert, und nicht nur eine schönklingende Erklärung abgibt, dann muss man das würdigen.

Aber an ihren Taten werdet ihr sie erkennen, nicht an ihren Worten.

Das Pack und die regelmäßigen Beleidigungen von Maas sind ja noch alzusehr im Ohr. So wirft man tiefste Gräben auf.

Auch wäre es für den Zusammenhalt der Gesellschaft gut, wenn die Politik nicht weiter auf Angstkampgnen setzen würde und alles überprüft, was den Menschen seelische Schmerzen und Trauma bereitet (wie z.B. lebensbedrohende Sanktionen und Willkür im SGB II).

Nun lasst den Ankündigungen Taten folgen!