Spitzenkandidatur

SPD Schleswig-Holstein: Mit Thomas Losse-Müller in die Landtagswahl

Jonas Jordan16. August 2021
Thomas Losse-Müller soll die SPD Schleswig-Holstein als Spitzenkandidat in die Landtagswahl im kommenden Jahr führen. Das gab die Partei- und Fraktionsvorsitzende Serpil Midyatli am Sonntag bekannt.

Einstimmig hat sich der Landesvorstand der SPD in Schleswig-Holstein für Thomas Losse-Müller als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Mai 2022 ausgesprochen. Er folgte damit dem Vorschlag der Partei- und Fraktionsvorsitzenden Serpil Midyatli, die von ihrem „Zugriffsrecht keinen Gebrauch“ machte. „Als Landesvorsitzende bin ich schon 2019 mit dem Anspruch angetreten, die Partei breiter aufzustellen und Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen. Politik ist heute Teamspiel, bei dem verschiedene Menschen ihre Stärken einbringen. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir als Team in diesen Wahlkampf ziehen“, sagte sie zur Begründung ihres Vorschlags.

Die großen Herausforderungen für Schleswig-Holstein sind laut Midyatli die Bekämpfung des Klimawandels, die Wahrung staatlicher und persönlicher Souveränität in einer digitalen Welt und das Aufstiegsversprechen im Bildungsbereich zu verwirklichen. „Dafür brauchen wir einen aktiven und kompetenten Staat, der Veränderungen organisiert und gleichzeitig Zusammenhalt garantiert. Für diese Aufgaben gibt es keinen besseren als Thomas Losse-Müller. Er verbindet etwas, das in der Politik selten ist. Er denkt in großen Linien und ist gleichzeitig in der Lage, diese Ideen konkret umzusetzen“, so die SPD-Landesvorsitzende.

„Heute beginnt Zukunft“, sagt der designierte Spitzenkandidat selbstbewusst in einem auf Facebook veröffentlichten Video. Final nominieren soll ihn ein Landesparteitag im Februar. Doch schon jetzt beginnt für den 48-Jährigen seine bisher wohl spannendste politische Aufgabe, die ihn in knapp neun Monaten als Ministerpräsident in die Kieler Staatskanzlei führen soll. Dort kennt er sich bereits bestens aus. Denn unter SPD-Ministerpräsident Torsten Albig war Losse-Müller von 2014 bis 2017 Chef der Staatskanzlei. Kurioserweise damals noch als Mitglied der Grünen.

Der SPD gehört er erst seit Oktober 2020 an und arbeitet dort in der von Midyatli gegründeten Denkfabrik mit. Gebürtig stammt er aus Schwerte im Ruhrgebiet. „Nach vielen Stationen in der Welt ist Schleswig-Holstein meine Heimat geworden“, sagt er in dem Facebook-Video. Mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern lebt er in einem kleinen Ort mit knapp 300 Einwohner*innen im Landkreis Rendsburg-Eckernförde. Dort tritt er im Mai auch als Landtagskandidat für die SPD an, unter anderem gegen Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU. Es wird also ein doppeltes Duell zwischen den beiden Männern, um den Landtagswahlkreis und die Staatskanzlei. 

„Wenn wir den Zusammenhalt in der Gesellschaft verlieren, werden wir keines der kommenden Probleme lösen. Das ist die DNA der SPD. Deshalb trete ich für die SPD an“, sagt Losse-Müller. Die Rückendeckung seines Landesverbandes scheint ihm dabei sicher. „Mit seiner Regierungserfahrung, Durchblick und Weitsicht ist Thomas genau die richtige Wahl“, schreibt der stellvertretende SPD-Vorsitzende Sönke Rix auf Twitter.

„Thomas bringt mit, was es braucht, um SH nicht nur zu verwalten, sondern fit für die Zukunft zu machen. Die Tage des Jamaika-Stillstands sind gezählt“, kommentiert die SPD-Europaabgeordnete Delara Burkhardt.

Auch der frühere Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, ist überzeugt: „Herzlichen Glückwunsch, lieber Thomas Losse-Müller zur Nominierung als SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2022! Ich kenne die große Herausforderung und Verantwortung und weiß, dass Du das Können mitbringst. Ein SPD-Erfolg bei der Bundestagswahl ist die bestmögliche Unterstützung!“

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Kommentare

damit ist die

Vorsitzende nahezu abzuschreiben, zumal es ihr so gerade noch gelungen ist, sich für die Landtagswahl in einem Traditionswahlkreis in der parteiinternen Nominierung durchzusetzen. Die Mehrheit war denkbar knapp, vier Stimmen, wenn ich es recht erinnere. Eine Vorsitzende, die intern kein Durchsetzungsvermögen hat, tut wohl gut daran, gar nicht erst anzutreten als Spitzenkandidatin. Ich fürchte, auch die tage als Landesvorsitzende sind gezählt