Resolution zum Frauentag

Warum die SPD mehr Frauen in Unternehmensvorständen will

Kai Doering07. März 2020
„Führungsteams mit Frauen führen besser.“ Die SPD will deshalb eine Frauenquote für die Vorstände börsennotierter Unternehmen.
„Führungsteams mit Frauen führen besser.“ Die SPD will deshalb eine Frauenquote für die Vorstände börsennotierter Unternehmen.
Es soll Schluss sein „mit den reinen Männerclubs an der Spitze von Unternehmen“. Die SPD unterstützt deshalb den Gesetzentwurf der Ministerinnen Giffey und Lambrecht für mehr Frauen in Vorständen börsennotierter Konzerne mit einer Resolution zum Frauentag.

160 börsennotierte Unternehmen gibt es in Deutschland. Bei 103 von ihnen sitzt keine Frau im Vorstand. Von den Vorständen der 30 Dax-Konzerne sind sechs ausnahmslos mit Männern besetzt. „Wir wollen, dass Schluss ist mit den reinen Männerclubs an der Spitze von Unternehmen“, sagt deshalb die SPD.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März hat der Parteivorstand eine Resolution beschlossen, in der die Sozialdemokrat*innen fordern, dass Vorständen von „Unternehmen, die börsennotiert und paritätisch mitbestimmt sind“, künftig mindestens eine Frau angehört – zumindest, wenn der Vorstand aus mehr als drei Personen besteht.

„Führungsteams mit Frauen führen besser.“

Anteil von Frauen in Unternehmensvorständen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hatten im Februar einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt, der nun im Kanzler*innenamt geprüft wird. „Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen jetzt in der Regierung den nächsten Schritt Richtung Gleichstellung für Frauen in Führungspositionen gehen“, erhöht der SPD-Vorstand den Druck. „Führungsteams mit Frauen führen besser“, sind die Sozialdemokrat*innen überzeugt.

„Die Vorstände deutscher Unternehmen sind absolut männerdominiert“, hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey erst vor wenigen Tagen im Interview mit dem „Handelsblatt“ kritisiert. Betroffen von der geplanten Regelung wären nach Angaben aus ihrem Ministerium rund 70 Unternehmen in Deutschland, die Frauen in ihre Vorstände aufnehmen müssten. „Und die Regelung greift auch erst dann, wenn ein Vorstandsposten neu zu besetzen ist“, stellt Giffey klar. „Kein Unternehmen wird also gezwungen, ein männliches Vorstandsmitglied zu entlassen.“

„Frauen haben entscheidenden Anteil am Unternehmenserfolg.“

Die Bundestagsfraktion von CDU und CSU lehnt den Vorschlag trotzdem ab. In der sozialen Marktwirtschaft gelte „das Leistungsprinzip, und zwar unabhängig des Geschlechts“, hatte ihr wirtschaftspolitischer Sprecher Joachim Pfeiffer bereits im vergangenen Jahr kritisiert. Einen staatlichen Eingriff in die Personalpolitik von Unternehmen wie von Giffey und Lambrecht geplant bezeichnete er als „ordnungspolitischen Sündenfall“.

Die Bundesjustizministerin zeigt sich davon unbeeindruckt. „Frauen haben entscheidenden Anteil am Unternehmenserfolg“, sagt Christine Lambrecht. „Es liegt daher im ureigenen Interesse der Unternehmen, diese Kompetenz auch in die Führungsgremien einzubeziehen.“

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Kommentare

Vorstandfrauen

Mit mehr Frauen in den Vorständenund anderen Führungspositionen wird das auf Ungleichheit und Ungerechtigkeit basierende Wirtschaftssystem um keinen Deut besser. Nicht auf das Geschlecht, sondern auf die Inhalte kommt es an ! Darum finde ich Saskie Esken auch für bedeutend besser als einen Olaf Scholz - aber nicht weil sie eine Frau ist.
Eine USamerikanische Freundin von mir prägte, im Zusammenhang mit H. Clinton, mal das Wort von den "HosenanzugsfeministInnen" von denen ganz uns gar nichts zu erwarten sei.

Da sagen Sie ein wahres Wort:

Da sagen Sie ein wahres Wort: Hosenanzugfiministinnen bringen erst einmal nichts, auf die Qualifikation und den Inhalt kommt es an. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Frauen beruflich vielfacht ins Hintertreffen geraten, weil sie halt die Kinder gebären und erziehen. Das Leben einer berufstätigen Mutter ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Viele Unternehmen schrecken diesbezüglich davor zurück, gut ausgebildete kinderlose Frauen, Ende 20 - Anfang 30, einzustellen.