Bilanzpressekonferenz der ddvg

SPD-Medienholding ddvg wirtschaftlich gut behauptet

Werner Loewe21. Juli 2011

Hamburg, den 21. Juli 2011 - Die SPD-eigene Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft ddvg ist weiterhin wirtschaftlich auf stabilem Kurs. Das Betriebergebnis der Holding ist seit Jahren auf
hohem Niveau relativ konstant, mit 20 Mio. Euro lag es 2010 noch 3,1 Prozent höher als im Jahr davor. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 19,2 Mio. Euro und übertraf damit
den Vorjahresbetrag um 7 Mio.

"Ich freue mich, dass die ddvg in einem schwierigen Marktumfeld erneut ein respektables Ergebnis vorweisen kann", kommentierte die Gesellschafterin der ddvg und Schatzmeisterin der SPD
Barbara Hendricks die vorgelegten Zahlen. Sie wies aber auch auf die unverändert schwierigen Rahmenbedingungen hin: "Noch immer sind die Auflagen rückläufig und noch immer gehen die
Anzeigenumsätze zurück."

Strukturwandel der Medienbranche

Die soliden Ergebnisse seien vor allem den großen Anstrengungen der Verlagshäuser zu zuzurechnen, Kosten zu senken und neue Märkte zu erschließen. Dafür dankte die Schatzmeisterin besonders
den Belegschaften und den Führungskräften in den Verlagen.

Der ddvg-Geschäftsführer Jens Berendsen wies in seiner Erläuterung der Bilanz auf die unverändert schwierige Lage der Printmedien hin: "Die positive Wirtschaftsentwicklung ist an den
Tageszeitungen vorbeigegangen", das Anzeigenaufkommen ist gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent gesunken. Die Konkurrenz zu den Online-Medien verschärft sich weiter, bundesweit waren darüber hinaus
die Auflagen weiterhin rückläufig. Die Branche steht vor einem Strukturwandel, der weitere Kostensenkungen erforderlich macht.

SPD finanziell solide

Die insgesamt gute Ertragssituation gab der Holding die Gelegenheit, einige Bilanzbereinigungsmaßnahmen durch Forderungsverzichte durchzuführen, zum größten Teil bei der "Frankfurter
Rundschau", an der die ddvg noch mit 40 Prozent beteiligt ist. Das Gesamtvolumen dieser Maßnahmen lag bei rund 23 Mio. Euro, damit betrug der bilanzielle Verlust der Holding für das Jahr 2010 14
Mio Euro.

Dennoch kann die ddvg aufgrund der guten Eigenkapital und Liquiditätssituation wie im Vorjahr 7,7 Mio. Euro an die Gesellschafterin SPD ausschütten. "Die SPD ist - auch Dank dieser Erträge
- finanziell solide aufgestellt", so die Schatzmeisterin, und nahm damit auch zu einzelnen Äußerungen über angebliche Finanzprobleme der SPD Stellung. Die Partei verfügt - wie der
Rechenschaftsbericht aus dem Wahlkampfjahr 2009 ausweist - über ein Reinvermögen von mehr als 150 Mio. Euro, dagegen seien andere Parteien bilanziell überschuldet. "Bei uns wird also solide
gehaushaltet", so die Schatzmeisterin.

Neue Geschäftsfelder

Im nächsten Jahr will die ddvg die Aktivitäten des sehr erfolgreichen SPD-Reiseservice ausbauen. Der Reiseservice verzeichnete in den letzten Jahren kontinuierlich steigende Buchungszahlen,
insbesondere bei den politischen Reisen und bei größeren Zusammentreffen. Ab Mai 2012 soll nun das Kreuzfahrtschiff MS Princess Daphne für den gesamten deutschen Markt angeboten werden. "Wir
gehen auch überraschende Wege, wenn sie sich anbieten", betont Barbara Hendricks, und Geschäftsführer Berendsen ist sicher: "Es wird darauf ankommen, auch in Zukunft neue Geschäftsfelder zu
erschließen."

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