Europa

SPD-Landesverbände nominieren Europa-Kandidaten

Jonas Jordan24. September 2018
Simon Vaut
Die Brandenburger SPD nominierte Simon Vaut als Europakandidaten.
Gleich vier SPD-Landesverbände haben am Wochenende ihre Kandidaten zur Europawahl nominiert. Die hessische SPD schickt den S&D-Fraktionsvorsitzenden im Europaparlament Udo Bullmann ins Rennen, in Brandenburg setzen sie auf ein neues Gesicht.

Neu ist Brüssel für Simon Vaut sicher nicht. Schon einmal lebte der Diplom-Verwaltungswissenschaftler in der europäischen Hauptstadt und leitete dort das Verbindungsbüro der SPD-Bundestagsfraktion. Seit dem Wochenende ist klar: Der 40-Jährige will zurück nach Brüssel und die SPD Brandenburg will das auch. Die Landesvertreterversammlung wählte Vaut am Samstag mit 63 von 119 Stimmen im zweiten Wahlgang zum Kandidaten für das Europaparlament.

Cottbuserin Maja Wallstein wird Ersatzkandidatin

Er setzte sich damit gegen Maja Wallstein aus Cottbus durch. Die 32-jährige frühere Juso-Landesvorsitzende wurde in einem weiteren Wahlgang zur Ersatzkandidatin auserkoren. „Wir wollen Europa eine neue Richtung geben und für die großartige Idee werben, die Europa ist“, schrieb die SPD Brandenburg zur Kür ihres aussichtsreichsten Bewerbers für die Europawahl.

Über die endgültige Reihenfolge der SPD-Bewerber auf einer Bundesliste entscheidet ein Parteitag im Dezember. Die bisherige Brandenburger Europaabgeordnete Susanne Melior war nach einer Legislaturperiode nicht wieder angetreten.

Bullmann für Hessen, Geier für NRW

Die Genossen in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg setzen auf bewährte europäische Kräfte. Udo Bullmann aus Gießen ist beispielsweise in Brüssel ein politisches Schwergewicht. Der 62-Jährige ist seit März Vorsitzender der S&D-Fraktion im Europaparlament. Auf ihn setzt die hessische SPD als Spitzenmann. Seine Ersatzbewerberin ist Natalie Pawlik, die zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr in der Wetterau angetreten war. Auf Platz zwei der Landesliste folgt die Europaabgeordnete Martina Werner aus dem Bezirk Nordhessen.

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat am Wochenende Jens Geier aus Essen auf Platz eins ihres Listenvorschlags gewählt. Der 57-Jährige ist seit Anfang 2017 Vorsitzender der SPD-Abgeordneten im Europaparlament. „Ich freue mich und bin ein bisschen stolz“, schrieb er auf Twitter.

Geier folgen auf den weiteren Plätzen Birgit Sippel, Dietmar Köster und Petra Kammerevert. Diese setzte sich im zweiten Wahlgang mit einer Stimme Mehrheit gegen die stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Sally Lisa Starken und Kirsten Eink durch.

Simon und Gebhardt wollen wieder nach Brüssel

In Baden-Württemberg gehen die Europarlamentarier Peter Simon und Evelyne Gebhardt als aussichtsreichste Bewerber ins Rennen. Dahinter darf sich auch Generalsekretärin Luisa Boos Hoffnungen machen.   

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Kommentare

Europawahl

Ob sich das noch lohnt Kandidaten zu nominieren ? Für das EU-Parlament gilt zwar nur eine 3%-Klausel, aber wenn es unter dem derzeitigen PV so weitergeht wie bisher........

Aus aktuellem Anlass !!!

Ein Thema dass gut oder schlecht zum Thema Europawahl passt, je nachdem von welcher Seite wir es betrachten ist das
Thema Rassismus in der SPD !
Das Thema wird seit langem ignoriert, verdrängt oder bewusst umgangen (vielleicht denken manche in der SPD wir verlören weitere Mitglieder an die AFD wenn "parteiinterer Rassismus" thematisiert wird ?)
Aus Hagen kommt jetzt ein offener Brief !
https://www.focus.de/politik/deutschland/offener-brief-rassismus-in-der-...
Was Rassismus in der Praxis bedeutet sollte in jedem SPD-Ortsverein thematisiert werden !!! Wehret den Anfängen und hört auf rassistische Verlautbarungen, insbesondere die von SPD-Amtsträgern, zu verharmlosen !!!

na ja?

da herrscht wohl die Angst, dass der Ortsverein "feindlich übernommen" wird. Ähnliches gab es mal bei der Aufstellung der Wahlkreiskandidaten der CDU in SH. Lauter neuer Mitglieder, die dann den bisherigen Platzhirschen ins Abseits gestellt hatten, und wohl nur für diesen Zweck der CDU beigetreten waren.

Europa-Politik der SPD ? hä?

Kann mir denn irgendjemand aus dem "SPD-All " sagen welche SPD-Europapolitik in der EU vertreten werden soll ? Ich kenne bis jetzt noch keine !

Europa-Politik: „Cyber-Krieg“_1

Was will die SPD für Europa?
„Der Kalte Krieg ist beendet“ (7.5.90), läutete der sowjetische Außenminister die deutsche Einigung ein. Wenig später, die USA und die UDSSR hatten sich auf eine drastische Reduzierung der taktischen (INF (10.12.87)) und stratgischen (START) Atomwaffen und auch der C-Waffen geeinigt (21.5.90), löste sich der Warschauer-Pakt auf. NATO und Europa/WEU standen plötzlich ohne Gegner da. Die NATO-Führung allerdings sah weiter: Die zerfallene UDSSR hatte ein „komplexes Sicherheitsumfeld … mit unvorhersagbaren Risiken“ und damit die Bestandsgarantie für die NATO hinterlassen. War also in den frühen 90ern die Schwäche Russlands die Gefahr, ist es heute die sich wieder erholte GUS – und die „Risiken eines komplexen Sicherheitumfeldes“ passen auf jede Situation! Der „Cyber Krieg“, mit dem uns Russland überfallen hat, ist so ein Risiko. Dass die USA alle Daten des Internet abschöpfen, dass „Ausspähen unter Freunden gar nicht geht“, lassen wir einfach beiseite. Dass für Spionage jeder Staat eigene, teure Dienste hat, aber auch für Spionage-Abwehr; dass heute fürs Spionieren nicht mehr James Bond, sondern Hacker benötigt werden, übergehen wir geflissentlich.

Europa-Politik: „Cyber-Krieg“_2

Die Russen tun es – und das reicht NATO-Generalsäkretär Jens Stoltenberg, wieder den „Cyber-Krieg“, mindestens aber die „rücksichtslose Verhaltensweise“ der Russen an die Wand zu malen (5.10.18). Auch Frau Merkel und Außenminister SPD-Maas sehen das Fanal. Sie stimmen deshalb alle einer deutlichen Anhebung der Rüstungsausgaben zu – und auch die konservative Presse ist sich da volkommen einig.
Wir werden auch getäuscht über Militär-Manöver. Die Manöver der Russen sind immer größer, näher an der Grenze zur NATO/EU, bedohlicher und immer als Angriff auf EU/NATO-Gebiet ausgelegt. Dementsprechend sind NATO-Manöver eher klein, setzen kaum Waffen ein und - vor allem – sind nur auf die Abwehr eines russischen Angriffs ausgerichtet. Bei solchen Übungen stellt sich dann auch gerne mal heraus, dass die NATO/EU einem konverntionellen Angriff Russlands nicht gewachsen ist. Angesichts der Tatsache, das die EU-Nato-Staaten derzeit dreimal so viel fürs Militär ausgeben – perspektivisch fünfmal so viel – wie Russland, kann das gar nicht sein, es sei denn, NATO/EU verstehen nichts von Rüstung und Verteidigung.
Wir werden zielstrebig getäuscht!!
Was will die SPD!?!