Bankenkrise

SPD kritisiert Bonuszahlungen

Karsten Wiedemann16. Februar 2009

"Es gibt in diesem Land Menschen, die arbeiten für sittenwidrige Löhne von vier Euro pro Stunde und diese Leute stopfen sich die Taschen voll", sagte Müntefering. Er appellierte an die
Vorstände, auf die Zahlungen zu verzichten. "Schließlich wenden wir massenweise Steugergelder auf, um Fehler der Banker auszubügeln."

Kritik kam auch vom SPD-Finanzexperten Joachim Poß. Diese Leute diskreditieren die Marktwirtschaft", sagte Poß der "Frankfurter Runudschau". Die Dresdener Kleinwort, die durch die Übernahmen
durch die Commerzbank unter dem staatlichen Rettungsschirm für die Finanzbranche steht, hatte den Mitarbeitern Bonuszahlungen von 400 Millionen Euro zugesagt. SPD-Finanzexperte Poß forderte die
Manager auf, freiwillig auf das Geld zu verzichten.

Müntefering: Langfristiger wirtschaften

Rechtlich gebe es keine Möglichkeit die Zahlungen zu stoppen, so Poß. Die Zahlungen seien schon vor der übernahme durch die Commerzbank zugesagt worden. Die Commerzbank darf ihren
Führungskräften für die Zeit der Inanspruchnahme der staatlichen Hilfen nicht mehr als 500 000 Euro pro Jahr zahlen.

Poß forderte bei der Begrenzung der Managerbezüge müsse noch einmal nachgebessert werden. "Der Begriff muß klarer gefasst werden, weil ansonsten bestimmte Aktienoptionen davon möglicherweise
nicht erfasst werden."

SPD-Chef Müntefering betonte, die SPD werde sich bei der nächsten Koalitionsrunde am 4. März dafr einsetzen, dass die steuerliche Abzugsfähigkeit von Managergehältern begrenzt wird. Außerdem
will die SPD die Verantwortlichkeit von Unternehmen stärker herausstellen. "Es kann nicht sein, dass alles os bleibt, wie es war." Wir müssen weg von der kurzfrisitgen Orientierung auf die
Finanzwirtschaft. Wir müssen uns auf die Realwirtschaft, auf die industrielle Produktion konzentrieren", so der SPD-Chef.

Kritik vom DGB

DGB-Chef Michael Sommer warf den Managern vor, nichts aus der aktuellen Krise gelernt zu haben. "Wer in der schlimmsten Krise seit 80 Jahren Milliardendividenden und Millionenboni
ausschüttet, hat nichts begriffen und huldigt weiter dem Shareholder-Value-Prinzip", sagte Sommer der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

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