Wahlkampf

Warum eine SPD-Kandidatin ihre Wahlkplakate gegen die der AfD tauscht

Kai Doering03. August 2021

Eine Kooperation mit bnr.de

Kampf um die Plakat-Plätze: SPD-Kandidatin Annette Unger macht ihren Wähler*innen „ein moralisches Angebot“.
Kampf um die Plakat-Plätze: SPD-Kandidatin Annette Unger macht ihren Wähler*innen „ein moralisches Angebot“.
Ab Sonntag dürfen die Parteien in Berlin Wahlplakate aufhängen. Allen, die kein AfD-Plakat vor ihrer Tür haben wollen, macht SPD-Kandidatin Annette Unger „ein moralisches Angebot“.

In der Nacht auf Sonntag geht es los. Ab Punkt Mitternacht dürfen die Parteien in Berlin ihre Wahlplakate aufhängen – sieben Wochen vor der zeitgleich am 26. September stattfinden Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl. Da auch die kommunalen Parlamente der zwölf Bezirke, die Bezirksverordnetenversammlungen (BVV), an diesem Tag neu gewählt werden, dürfte es voll werden an den Laternenmasten in der Hauptstadt. Wer zuerst kommt, hängt zuerst.

Jeder Mast ohne AfD-Plakat ein Gewinn für die Demokratie

„Auch eine Partei, die der Demokratie nicht sehr nah steht, wird ihre Plakate aufhängen“, weiß Annette Unger. Sie kandidiert erstmals für die SPD für das Berliner Abgeordnetenhaus, in Pankow. Um der AfD möglichst viele Plakatplätze streitig zu machen, mach Annette Unger den Menschen in ihrem Wahlkreis „ein moralisches Angebot“, wie sie sagt: „Wenn Sie keinen Bock haben, dass ein AfD-Plakat direkt bei Ihnen vor der Haustür hängt, dann schreiben Sie mich an und ich bringen Ihnen eins von meinen Plakaten vorbei.“ Bei Bedarf hängt sie es auch selbst am gewählten Ort auf.

 „Jeder Laternenmast, an dem kein AfD-Plakat hängt, ist ein Gewinn für uns Demokratinnen und Demokraten. Wo mein Plakat hängt, ist kein Platz mehr für die AfD“, begründet die SPD-Kandidatin ihre ungewöhnliche Aktion. Mit der will Annette Unger „darauf aufmerksam machen, dass die AfD eine Partei ist, die wir nicht wollen“. Der Kampf gegen Rechts sei ihr „Herzensthema“ sagt Unger. Als Referentin im Bereich Rechtsextremismus-Prävention habe sie die Methoden der AfD ebenso kennengelernt wie bei ihrer Arbeit in der Pankower BVV. Ungers Ziel für Bundestags- wie Abgeordnetenhauswahl ist deshalb klar: „Die AfD muss deutlich schwächer werden.“

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