„Frei leben – ohne Gewalt“

SPD hisst Fahne gegen Gewalt an Frauen

Carolin Katschak24. November 2014
Sozialdemokratinnen hissen die Fahne „frei leben - ohne Gewalt“ vor dem Willy-Brandt-Haus.
Sozialdemokratinnen hissen die Fahne „frei leben - ohne Gewalt“ vor dem Willy-Brandt-Haus.
Zum 25. November setzt die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes mit der Fahnenaktion „frei leben – ohne Gewalt“ ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Auch Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten machen mit, schon zum siebten Mal.

Sie haben am heutigen Montag eine blaue Fahne mit dem Schriftzug „frei leben – ohne Gewalt“ vor dem Willy-Brandt-Haus in Berlin gehisst. Anlass ist der internationale Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November. Mit dabei waren die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig, SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi, die ASF-Bundesvorsitzende Elke Ferner, die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann sowie Christa Stolle, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied von Terre des Femmes. Mit der Aktion wollen sie auf die alltägliche Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam machen.

„Menschenrechtsverletzungen an Frauen sind keine Privatangelegenheit, auch wenn Sie im familiären Umfeld geschehen“, mahnt Christa Stolle. Bereits zum 14. Mal hat die Organisation Vereine, Politik und Gesellschaft dazu aufgerufen, gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. „Es ist erschreckend, wie viele Mädchen und Frauen tagtäglich von Gewalt betroffen sind – auch in Deutschland sind Frauen viel zu wenig vor Gewalt geschützt“, betont Stolle. Laut einer EU-Studie, die Anfang 2014 vorgestellt wurde, hat jede dritte Befragte seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. Das betrifft rund 62 Millionen Frauen in Europa.

Gegen sexistische Werbung

Im Fokus der diesjährigen Fahnen-Aktion steht frauenfeindliche Werbung. Die Reduzierung des weiblichen Körpers als Sex-Objekt und die klischeehafte Darstellung von Frauen und Männern sei diskriminierend. Deshalb vergibt Terres des Femmes erstmals den Negativpreis „Zorniger Kaktus“ für sexistische Werbung. Frauenfeindliche Werbung sei keine Frage des Humors. „Dieses Steinzeit-Marketing hat in einer geschlechtergerechten Welt nichts zu suchen“, sagt Stolle.

Der von der UNO seit 1990 offiziell anerkannte Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Die Schwestern hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Rafael Trujillo beteiligt.

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