Gesundheit

Warum die SPD einen Corona-Immunitätsausweis weiter ablehnt

Jonas Jordan25. Juni 2020
Die SPD lehnt einen Immunitätsausweis für Coivd-19 weiterhin ab.
Die SPD lehnt einen Immunitätsausweis für Coivd-19 weiterhin ab.
Die SPD lehnt einen Immunitätsnachweis für das Coronavirus weiter ab. Dies bekräftigten am Donnerstag sowohl die Parteivorsitzende Saskia Esken als auch Fraktionsvize Bärbel Bas.

Entgegen anderslautender Medienberichte lehnt die SPD einen Immunitätsausweis für das Coronavirus weiter ab. Das bekräftigte Bärbel Bas, die als stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion zuständig ist, am Donnerstag noch einmal, nachdem ein missverständlich wiedergegebenes Zitat von ihr für Verwirrung gesorgt hatte. „Fakt ist: Eine Immunität kann noch nicht nachgewiesen werden. Wir wollen keinen Immunitätsausweis im Sinne eines Passierscheins einführen. Daran hat sich nichts geändert“, stellte Bas noch einmal klar.

Bas: „Eine Immunität kann und darf nicht dokumentiert werden“

Bislang sei nicht bekannt, ob und wie lange jemand immun ist, bei dem Antikörper nachgewiesen werden können. „Wir wissen auch nicht sicher, ob man trotz Antikörpern infektiös sein kann. Eine Immunität ist nach wie vor nicht nachweisbar, sie kann und darf daher auch nicht dokumentiert werden. Alles andere wäre leichtsinnig“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion.

Bas wies zudem darauf hin, dass sich schon jetzt jeder Untersuchungsergebnisse von Ärzt*innen aushändigen lassen könne. Eine Dokumentation von ärztlichen Ergebnissen ist durchaus üblich. Aus einer Immunitätsdokumentation dürfe aber keine Stigmatisierung entstehen. Deshalb bekräftigte Bas: „Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von Menschen mit und ohne Immunität darf es nicht geben. Es wird aufgrund des Anitkörperstatus keinen Unterschied in den Freiheits- und Persönlichkeitsrechten geben.“

Unterstützung von Parteivorsitzender

Unterstützung erhielt die Duisburger Bundestagsabgeordnete auf Twitter von ihrer Fraktionskollegin Saskia Esken. Die SPD-Parteivorsitzende machte deutlich: „Ich bin mir mit Bärbel Bas vollkommen einig, und ihr Statement macht das völlig klar, dass ein Immunitätsausweis für Covid-19 völlig undenkbar ist, solange die Immunität wissenschaftlich nicht gesichert ist und auch nicht anders als durch gezielte Ansteckung erlangt werden kann.“

Zuvor hatten mehrere Medien am Donnerstagvormittag berichtet, die SPD sei nun doch für einen Immunitätsausweis. „Mal wieder ein Beweis dafür, wie ein Original-Statement verfälscht und von vielen Medien übernommen wird“, kritisierte Bas und veröffentlichte auf Twitter ihr ursprüngliches Zitat in voller Länge: „Wir wissen nicht, ob und wie lange jemand immun ist, bei dem Antikörper nachgewiesen werden können. Und wir wissen nicht sicher, ob man trotz Antikörpern infektiös sein kann. Eine Immunität ist also nicht nachweisbar, sie kann und darf daher auch nicht dokumentiert werden.“

Mehrere Medien, darunter tagesschau.de, korrigierten daraufhin ihre ursprüngliche Meldung.  

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Kommentare

Mir fehlt seitens der SPD ein

Mir fehlt seitens der SPD ein kompromissloses Nein zu dem von GM Spahn, auch auf europäischer Ebene, ins Spiel gebrachte Immunitätsnachweis.

Der Verweis auf Antikörper hinsichtlich einer Immmunität, die bisher noch nicht sicher nachgewiesen werden können, kann auch aus weichkochende Maßnahme gedeutet werden.

Nachweis

Nun ist aus naturwissenschaftlich-medizinische Sicht ein exakter Nachweiß einer Immunität gegen Covid-19 noch nicht vorhanden, aber es wird da kräftig über diese ungelegten Eier debatiert. Woher sollte denn auch ein gelernter Bankkaufmann davon was wissen. Das ist wie wenn man über eine Impfpflicht debatieren würde auch wenn es noch gar keinen Impfstoff gibt.

oha, ich

empfehle dringend, auf Hinweise zur Berufsausbildung von Politikern des Gegners zu verzichten- sonst kommt dieser noch auf die Idee, seinerseits darauf zu verweisen, dass eben eine solche Berufsausbildung bei unseren GenossenInnen zumeist fehlt, wir verfügen über reichlich Berufspolitiker, denen eine Tätigkeit oder berufl. Erfahrung ausserhalb der Politik völlig abgeht. Ob die dann besser qualifiziert sind, als ein Bankkaufmann? Warum sollten sie? Eine berufliche Tätigkeit ausserhalb der Politik wäre dann ja per se schädlich

Generell

Es gilt doch für fast alle, unabhängig von der Parteizugehörigkeit: "Sachkompetenz stand seiner/ihrer politischen Karriere nicht im Wege". Und wir können von Glück sagen, daß dieser Talkshow erprobte Medizin-Ökonom nicht im Gesundheitsausschuß sitzt.

Bankkaufmann ist doch ein

Bankkaufmann ist doch ein ehrenwerter Beruf. Vom Provisionsgeschäft lernt man in der Ausbildung eine Menge, von Volksgesundheit, Medizin, Pandemien eher nichts. Was ist den wichtiger?

Alles im Griff ?

Den Vorstoß von Jens Spahn bezüglich der Einführung eines Corona-Immunitätsausweis können wir wohl als Verzweiflungakt Spahns im CDU-Kanzlerkandidaten-Rennen ansehen und als Versuch das Trugbild einer Regierung zu erhalten die scheinbar und auf wundersame Weise in der Lage ist durch ihren vermeintlichen Wissensvorsprung mit solchen Lizenzen die BürgerInnen schon bald mit ihren altgewohnten Freiheiten beschenken zu können! Diese Immunitätsausweis ist nichts anderes als Fake-News und ein leeres Versprechen was uns bei dieser Groko -Riege schon lange nicht mehr überrascht ! Gut dass unsere Vorsitzende dieses Spiel deutlich entlarvt hat !