Mecklenburg-Vorpommern

Sellering zur MV-Wahl: „Verschenkt Eure Stimme nicht!“

Yvonne Holl02. September 2016
Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern: Vor allem die CDU muss zittern, denn Umfragen sehen die rechtspopulistische AfD als zweit- oder drittstärkste Kraft.
Wenn am Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern gewählt wird, schaut die ganze Republik hin, vor allem wegen des befürchteten Erfolgs der rechtspopulistischen AfD. SPD-Ministerpräsident Sellering appelliert deshalb an mögliche Protestwähler.

„Unser Land hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Wir müssen jetzt die Weichen stellen, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Erwin Sellering. Der Sozialdemokrat ist seit 2008 Ministerpräsident des Bundeslandes im Nordosten. Seit 2006 regieren SPD und CDU gemeinsam. Noch im August zeigten sich in einer Umfrage 62 Prozent der Bürger mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden. Sellering betont, dass unter seiner Regierung die Wirtschaft angekurbelt, Arbeitsplätze geschaffen und das Kita-Angebot verbessert wurde. Auch der einst riesige Schuldenberg des Landes ist gesunken. Zudem profitierten im Nordosten viele von der Einführung des Mindestlohns.

Nervöser Blick auf Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern

Klingt alles gut – wäre da nicht die Sorge vor einem dramatischen Sieg der AfD. Bei der Landtagswahl im März in Sachsen-Anhalt erreichten die Rechtspopulisten aus dem Stand 24,3 Prozent und wurden nach der CDU zweitstärkste Kraft.

Entsprechend nervös blicken dieser Tage alle auf Umfragen aus Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem die CDU zittert, sie erreichte 2011 mit 23 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis. Nun sehen Umfragen etwa der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen CDU und AfD gleichauf bei 22 Prozent.

Überholt die AfD die CDU?

Laut Insa-Institut könnte die AfD sogar bei 23 und die CDU bei 22 Prozent landen. Die AfD wäre damit zweitstärkste Kraft im Land. Die SPD kommt laut beiden Umfragen auf 28 Prozent und bliebe damit stärkste Partei im Schweriner Landtag. 2011 hatten die Sozialdemokraten noch einen Stimmanteil von 35,6 Prozent.

Insgesamt also alles sehr knapp, berücksichtigt man noch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen und den Fakt, dass die AfD zuletzt meist besser abschnitt als prognostiziert.  Eine entscheidende Rolle wird die Wahlbeteiligung spielen: Vor fünf Jahren nahmen nur  51,5 Prozent der Stimmberechtigten an der Landtagswahl teil.

Appell an Protestwähler

Deshalb appelliert Sellering an Nicht- und Protestwähler: „Verschenkt eure Stimme nicht an eine Partei, die keine Lösungen für die Probleme unseres Landes hat und auch gar keine Verantwortung für das Land übernehmen will. Stärkt bitte diejenigen, die Mecklenburg-Vorpommern Schritt für Schritt weiter voranbringen! Und das ist an erster Stelle die SPD.“

 

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