Neu in der SPD

#Schulz-Effekt in NRW: So macht das Einsteigen in die SPD richtig Spaß

Vera Rosigkeit16. Februar 2017
Will nicht mehr nur über Politik diskutieren, sondern Worten Taten folgen lassen: SPD-Neumitglied Karen Meyer-Seitz
Will nicht mehr nur über Politik diskutieren, sondern Worten Taten folgen lassen: SPD-Neumitglied Karen Meyer-Seitz
Allein in Münster sind seit der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz 45 neue Mitglieder in die NRW-SPD eingetreten. Neu ist auch die 28-jährige Karen Meyer-Seitz. Warum sie nicht mehr über Politik diskutieren, sondern Worten Taten folgen lassen will.

Frau Meyer-Seitz, Sie sind vor zwei Wochen in die SPD eingetreten. Warum?

Statt nur am Küchentisch zu sitzen und über Politik zu diskutieren, wollte ich den Worten Taten folgen lassen und aktiv werden. Und in meinem Ortsverein Münster-Süd haben sich gute Perspektiven aufgetan, etwas zu tun.

Wie werden Sie konkret aktiv sein?

Ich habe mich konkret gemeldet, um beim Online-Wahlkampf in Münster mitzumachen. Das heißt, ich möchte gerne ein Team bilden, um die Online-Präsenzen zu betreuen und ein Konzept zu erarbeiten, wie wir Social Media, die Blogs und alles, was anfällt, besser bearbeiten können.

Welche Themen sind für Sie wichtig?

Aus der eigenen Lebensperspektive heraus ist das Thema Bildung für alle für mich sehr wichtig. Da ich selber an der Universität arbeite, sehe ich auch, dass trotz aller Bestrebungen die soziale Durchlässigkeit immer noch gering ist. Ich habe Studierende erlebt, die aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten ihren Abschluss nicht machen konnten. Darunter sind auch Fälle, in denen die Studenten nicht in der Regelstudienzeit fertig werden konnten. Es gibt ja auch nicht umsonst die Diskussion darüber, dass diese sechs Bachelor-Semester ja eigentlich auch realitätsfern sind.

Und trotzdem planen CDU und FDP die Studiengebühren wieder einzuführen?

Das ist eine Frechheit. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man auf die Idee kommen kann, dass dieses Thema zieht, denn hier hat niemand das Gefühl, dass die Universitäten seit Abschaffung der Gebühren unterfinanziert sind. Als zweites großes Thema sehe ich Europa.

Warum Europa?

Für mich sind die Werte der Europäischen Union ein erstrebenswertes Ideal und ich sehe diese Werte in Gefahr. Die anstehende Wahl in Frankreich macht mir große Sorge. Auch deshalb bin ich in die SPD eingetreten, weil sie sich für Europa stark macht.

Hat denn die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz auch etwas mit dem Eintritt zu tun?

Der Schulz-Effekt puscht und macht Lust, jetzt richtig mitzumachen. Bei meiner ersten Ortsvereinssitzung am Dienstag sind von fünfzehn Leuten fünf Neue gewesen. Das bringt ein junges, frisches Klima zum Einsteigen und macht Spaß. Puschen tut allerdings auch der Doppelwahlkampf, den wir jetzt in NRW mit der Landtagswahl am 14. Mai und anschließend mit der Bundestagswahl im September haben. Das Wissen, dass es um sehr viel geht, steigert auch die Motivation. Seit Schulz sind wir 45 neue Mitglieder hier in Münster. Mit dieser Dynamik hat niemand gerechnet.

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