Ex-SPD-Chef rückt auf

Schäfer-Gümbel wird neuer Vorstandssprecher der GIZ

Jonas Jordan15. September 2022
Thorsten Schäfer-Gümbel ist ab 1. November Vorstandssprecher der GIZ.
Thorsten Schäfer-Gümbel ist ab 1. November Vorstandssprecher der GIZ.
Thorsten Schäfer-Gümbel wird zum 1. November Vorstandssprecher der GIZ. Der frühere kommissarische SPD-Vorsitzende rückt damit innerhalb des Vorstands der wichtigsten deutschen Entwicklungshilfegesellschaft auf.

Seit Oktober 2019 ist Thorsten Schäfer-Gümbel Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Seit dieser Woche ist klar: Schäfer-Gümbel rückt auf. Zum 1. November wird der 52-Jährige Vorstandssprecher der GIZ und löst auf diesem Posten Tanja Gönner ab. Das entschied der Aufsichtsrat am Mittwoch einstimmig. Die frühere CDU-Politikerin wechselt wiederum als Hauptgeschäftsführerin zum Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Schäfer-Gümbel: „Ich freue mich sehr“

„Ich danke dem Aufsichtsrat für sein Vertrauen und freue mich sehr auf diese herausfordernde Tätigkeit, die ich mit dem nötigen Respekt angehen werde“, kommentiert Schäfer-Gümbel auf Anfrage des „vorwärts“ seine künftige Aufgabe als Vorstandssprecher. Die GIZ ist mit weltweit knapp 25.000 Mitarbeiter*innen die wichtigste Ausführungsorganisation der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Ihr größter Auftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter Leitung der SPD-Politikerin Svenja Schulze. Sitz des Unternehmens ist in Bonn und Eschborn.

Vor seinem Wechsel zur GIZ war Schäfer-Gümbel zehn Jahre lang Vorsitzender der hessischen SPD sowie als Oppositionsführer Vorsitzender der SPD-Fraktion im hessischen Landtag. Er trat als Spitzenkandidat für die hessische SPD bei den Landtagswahlen 2009, 2013 und 2018 an. Auf Bundesebene war er von 2015 bis 2019 stellvertretender Vorsitzender sowie nach dem Rücktritt von Andrea Nahles im Sommer 2019 gemeinsam mit Malu Dreyer und Manuela Schwesig mehrere Monate lang kommissarischer Parteivorsitzender. Außerdem war er ab 2015 vier Jahre lang Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie.

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Kommentare

Ist a sozialdemokratisch ?

Politik, besonders sozialdemokratische, sollte nach Prinzipien erfolgen und keine Versorgungsanstalt sein.
Gerade das Desaster der ARD zeigt doch daß es so nicht weiter gehen kann.

Ein bisschen platt

Herr Christ, das ist jetzt doch ein wenig platt, oder? Wenn Sie sich mal zwei Minuten Zeit nehmen und den Artikel lesen, werden Sie feststellen, dass Thorsten Schäfer-Gümbel schon seit 2019 Vorstandsmitglied der GIZ ist und nun eben nach dem Ausscheiden von Tanja Gönner aufrückt innerhalb des Vorstands. Also was ist Ihr Problem?

wie schön, dann ist er ja versorgt

mit Arbeit(seinkommen). Für Nahles hat sich ja auch was finden lassen, irgendwo beim Staat, wo war das noch gleich?

Siehe oben

Der gleiche Hinweis wie für Herrn Christ. Vielleicht können Sie sich ja zusammentun und gemeinsam noch mal den Artikel studieren. Und ja, Andrea Nahles ist seit 1. August Chefin der Bundesagentur für Arbeit, wofür sie als frühere Arbeitsministerin sicher die entsprechende Qualifikation mitbringt.

vielen Dank, Sie sind ja sehr

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Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren

- dies ist ebenso richtig, wie es notwendig erscheint, es Ihnen, lieber Herr Jordan zu vermitteln.
Woraus resultiert denn die Politikverdrossenheit, wenn nicht aus dem von solchen Personalien vermittelten Eindruck, der Staat sei den Parteien zum Opfer gefallen oder besser noch, die Parteien seinen nichts weiter als Versorgungsdienstleister- ein "zweiter Arbeitsmarkt" ?

Staatliche Versorgung ?

Lieber Max, jetzt muss ich energisch widersprechen, den Sowohl Torsten Schäfer-Gümpel als auch Frau Nahles haben keinen Job beim Staat bekommen, die sind Chefs von beitragsfinanzierten Institutionen geworden. Daß uns beiden Herr Jordan widersprechen muss verstehe ich nicht; er könnte das doch zuerst mal stehen lassen, als Kommentar, als Meinungsäußerung.

oha, Widerspruch- und noch dazu energisch, da

muss ich dann doch klarstellen, das 1) die GIZ-eine GmbH ist- alleiniger Gesellschafter ist die Bundesrepublik Deutschland- wer oder was immer das sein mag, sollte es nicht der Staat sein. Ich meine, es ist der Staat, den wir unter dieser bezeichnung kennen. 2) ist die besondere Finanzierung der Sozialversicherung nicht geeignet, staatsferne daraus herzuleiten. Die Abgaben zur Finanzierung gehören zur sogenannten Staatsquote, die ausdrückt, welchen Anteil der Staats aus dem Einkommen einkassiert. Unabhängig davon reichen die Beiträge von AG und AN, das gilt nicht nur für die BA ,sondern für die gesamte Sozialversicherung nicht aus, so dass der Staat hier unmittelbar finanziert, in der RV- wenn ich mich nicht täusche, mit mehr als 60%. Und es ist wie im richtigen Leben. Wer zahlt, bestimmt die Musik, und platziert die seinen. Auch beim ÖRR, sonst wäre seinerzeit Bender beim ZDF als Intendant reussiert, aber da hatte ja der hessische MP Koch von der CDU maßgebliche Einwände.