Meine Arbeit als Rettungssanitäter

Retter in Rot


"Ich weiß nie, was der Tag mir bringt. Das macht den Beruf so spannend." Rettungssanitäter René Gerster erzählt aus seinem Arbeitsalltag.

Schon in der Schule habe ich mich für einen sozialen Beruf interessiert. Er sollte abwechslungsreich sein und mit Medizin zu tun haben. ­Deshalb habe ich nach einem Krankenhauspraktikum die zweijährige Ausbildung zum Rettungsassistenten beim Arbeiter-Samariter-Bund begonnen – das ist jetzt zwanzig Jahre her. Und ich weiß immer noch nicht, was der Tag alles bringen wird. Das macht meinen Beruf so spannend. 

Schichtarbeit gehört dazu
Ich arbeite in einem Rettungstransportwagen gemeinsam mit einem Rettungssanitäter. Wir bilden ein festes Team. Im Einsatz bin ich für die medi­zinische Erstversorgung, Überwachung und Betreuung des Patienten zuständig, während mein Teampartner sich um die organisatorischen Dinge rund um den Einsatz kümmert.
Wir arbeiten in drei Schichten zu acht Stunden. Sie beginnen um 6, 14 und 22 Uhr. Meist habe ich pro Monat sieben Nachtdienste am Stück, außerdem arbeite ich im Schnitt an zwei Wochenenden im Monat. Die restlichen Dienste verteilen sich auf Früh- und Spätschichten. Das ist für das Privatleben nicht so förderlich, denn ich arbeite, wenn meine Freunde feiern, und wenn ich Zeit habe, arbeiten sie. 

Immer zu zweit auf dem Wagen
Mein Arbeitstag beginnt immer zehn Minuten vor Schichtbeginn in unserer Zentrale. Dort ziehe ich mich um und treffe mich mit meinem Kollegen. Dann übergibt uns das vorherige Team den Rettungswagen. Wir ergänzen die Verbrauchsartikel wie Verbandsmaterial, Medikamente und Spritzen. Nun kontrolliere ich die medizinischen Geräte wie Beatmungsgerät und EKG sowie den Notfallrucksack, den ich mit zum Patienten nehme. In dieser Zeit überprüft mein Kollege die Fahrzeugtechnik und den einwand­freien Zustand des Rettungswagens. 

Von einem Notfall zum nächsten
Meist dauert es nicht lange bis wir alarmiert werden. Pro Schicht haben wir etwa sechs bis zehn Einsätze, und oft fahren wir von einem Notfall direkt zum nächsten. Zum Schichtende übergeben wir den Rettungswagen dann an das nächste Team. 

Auch schöne Erfahrungen
Naturgemäß werden wir oft zu Menschen gerufen, die schwer verletzt oder erkrankt sind. Ich finde es toll, ihnen helfen zu können. Es ist aber auch eine Belastung. Die wird durch besonders schöne Erfahrungen ausgeglichen, wenn wir etwa ein Kind auf die Welt bringen oder sich Patienten noch einmal melden, um sich zu bedanken.

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