Schauspielerin

Wie sich Renan Demirkan gegen Rechtspopulismus engagiert

Fabian Schweyher01. Mai 2018

Eine Kooperation mit bnr.de

Renan Demirkan
Renan Demirkan: Die Schauspielerin setzt sich gegen Rechtspopulismus ein.
Für Demokratie, offene Grenzen und kulturelle Vielfalt: Die Schauspielerin Renan Demirkan kämpft mit „Checkpoint: Demokratie“ gegen wachsenden Nationalismus und Rechtspopulismus. Ab September gibt es neue Aktionen des Vereins.

Als Renan Demirkan an ihr Handy geht, ist sie gerade in Vreden in Nordrhein-Westfalen angekommen. Die Schauspielerin, die im Fernsehen und auf der Bühne regelmäßig zu sehen ist, tourt zurzeit mit dem Theaterstück „Alles über Liebe“ durch Deutschland. In der Komödie spielt sie eine Therapeutin, die ein Paar in einer Ehekrise helfen will. Auch in der realen Welt setzt sich Demirkan für das Miteinander ein.

„Rechte Flanke“

Mit dem Verein „Checkpoint: Demokratie“ kämpft sie für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und eine offene pluralistische Gesellschaft, die sie angesichts von Rechtsruck und Rechtspopulismus bedroht sieht. Deswegen organisiert sie mit ihren Mitstreitern Podiumsdiskussionen im ganzen Land, um ein Bewußtsein dafür zu schaffen, wie gut und wichtig es ist in einer Demokratie zu leben.

„Die Demokratie ist das Beste, was die Menschheit seit der Aufklärung auf die Beine gestellt hat“, sagt die Kölnerin. Damit verbunden sei die Fähigkeit, miteinander zu reden. Doch inzwischen, so stellt sie fest, gehöre das Trennende wieder „zum guten Ton“. Zu dessen Vertretern zählt sie beispielsweise die AfD, die Fremde zu Sündenböcken mache. Eine „rechte Flanke“ macht die Schauspielerin und Buchautorin auch unter den Intellektuellen aus, die die „Erklärung 2018“ unterzeichneten. Für Demirkan ist es ganz einfach: „Alles Verbindende ist ein friedliches Prinzip und alles Trennende ist ein Kriegsprinzip.“

Zahlreiche Unterstützer

Wortwörtlich trennend war der Auslöser für ihr gesellschaftliches Engagement: der Brexit. „Ich hatte dies nicht für möglich gehalten“, sagt sie und ihre Stimme klingt konsterniert. Die Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt sei Teil einer „nationalistischen Flutwelle“ gewesen, die damals von einem Land in das nächste geschwappt sei. Renan Demirkan zählt auf: Donald Trump, AfD, Marine Le Pen, Geert Wilders. „Ich hatte das Gefühl, dass die Nachkriegszeit nun offiziell beendet ist, die Zeit des Verbindenden und die jahrzehnte lange Einigkeit, dass wir ein gemeinsames Europa gestalten wollen.“

Sie wollte das nicht hinnehmen und veröffentlichte im September 2016 einen Aufruf. Darin bekennt sie sich zur Demokratie, zur Freiheit der Kulturen, zu offenen Grenzen. „Fertig und verschlossen sind nur Diktaturen“, schreibt sie und positioniert sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie. Ihr Aufruf ist aber auch ein Gesprächsangebot: „Lasst uns reden, über alles, was uns bedrückt und ängstigt!“ Bisher haben zahlreiche Menschen den Aufruf unterzeichnet, ­darunter auch viele Prominente wie Michel Friedman, Antonia Rados und ­Jochen Busse.

Bald weitere Veranstaltungen

Der Appell war der Startschuss für Podiumsdiskussionen in ­verschiedenen Großstädten, in denen auch Wissenschaftler, Politiker und Künstler über Themen rund um die Demokratie redeten. Um die Veranstaltungen finanzieren zu können, gründeten Renan Demirkan und ihre Mitstreiter im Sommer 2017 den Verein „Checkpoint: Demokratie“. Inzwischen unterstützt die Bundeszentrale für politische Bildung den Verein. Der Sponsor macht es möglich, dass die öffentlichen Debatten ab September ein Mal im Monat weitergehen. Für die Kölnerin, die bereits zwei Mal von der SPD für die Bundesversammlung nominiert wurde, ist klar: „Wir müssen darüber reden, wie die Demokratie der Zukunft aussieht.“

Weitere Informationen gibt es unter www.checkpoint-demokratie.de

Eine Kooperation mit bnr.de

Kommentare

Kritik

Sehr geehrte Frau Demirkan, sehr geehrter Herr Schweyher,
1. leider muß ich feststellen, daß Sie gegen Ihre eigenen Regeln verstoßen: "Doch inzwischen, so stellt sie fest, gehöre das Trennende wieder „zum guten Ton“. Zu dessen Vertretern zählt sie beispielsweise die AfD, die Fremde zu Sündenböcken mache." Wo bleibt der Beweis? Ihre Regel:
"4. Nicht prüfbare Unterstellungen und Verdächtigungen, die durch keine glaubwürdigen Argumente oder Quellen gestützt sind, werden gelöscht."
2. Sie haben die Demokratie nicht verstanden! Kurz: Demokratie und offenen Grenzen schließen sich gegenseitig aus. Demokratie ist der Staat derer, die zu diesem Staat gehören; Sie sind gewissermaßen das Subjekt des Staates, und sie sind für diesen Staat verantwortlich; demzufolge tragen sie auch die Verantwortung; und es ist demzufolge ein Ding der Unmöglichkeit, wenn Staatsbürger anderer Staaten irgendwie Einfluß auf diesen Staat nehmen können. Subjektiv empfinde ich diese Ihre Äußerung als einen Fußtritt ins Gesicht der Demokratie.
Grüße
W. Beck