Digitaler Wahlkampf

Politischer Start ins Wochenende: Im Bürger*innen-Kontakt trotz Corona

Kai Doering07. März 2021
Gemeinsam ins Wochenende: Die Resonanz auf das Angebot des Kölner Sozialdemokraten Simon Bujanowski ist groß.
Gemeinsam ins Wochenende: Die Resonanz auf das Angebot des Kölner Sozialdemokraten Simon Bujanowski ist groß.
Wie kann man als Politiker*in trotz Corona und Kontaktbeschränkungen mit Menschen ins Gespräch kommen? Der Kölner Sozialdemokrat Simon Bujanowski hat sich dafür ein Format einfallen lassen. Wer will, kann digital mit ihm gemeinsam ins Wochenende starten.

Simon Bujanowski freut ich im Moment besonders auf den Freitagabend. Während andere die Woche vorm Fernseher ausklingen lassen, lädt der 36-Jährige Interessierte digital zu sich nach Hause ein. „Zusammen ins Wochenende“ lautet das Format, das der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung von Köln-Porz Ende Februar gestartet hat.

Ungleichheit als das große Thema

Bujanowski beschreibt es als „Podcast zum Mitmachen“: Er spricht nämlich nicht nur mit seinem Gast und alle anderen hören zu – jede*r ist aufgerufen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Bei der Premiere am letzten Freitag im Februar funktionierte das sehr gut. Fast 50 Interessierte hatten sich per Videokonferenz zugeschaltet als Simon Bujanowski mit Lena Teschlade, der Geschäftsführerin einer gemeinnützigen GmbH, sprach, die sich in Köln darum kümmert, dass junge Menschen und Langzeitarbeitslose der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt.

Ungleichheit war das große Thema, über das die beiden an diesem Abend sehr konkret sprachen – und das auch an den künftigen Freitagabenden eine Rolle spielen soll. „Bei der zweiten Veranstaltung haben wir über Ungleichheit im Bildungssystem gesprochen“, erzählt Simon Bujanowski, der mit beiden Abenden sehr zufrieden ist. Ungleichheit ist für ihn das große Thema der SPD, deren Bekämpfung auch im Entwurf für das Bundestagswahlprogramm eine wichtige Rolle spielt, etwa bei der Frage der Vermögenssteuer.

Gemeinsam gemütlich ins Wochenende starten

Simon Bujanowski

„Ich wollte etwas finden, das Menschen beteiligt, auch wenn physische Treffen im Moment nicht möglich sind“, erklärt Simon Bujanowski die Idee hinter dem Format. Der Freitagabend habe sich dafür einfach angeboten. „Wir wollen gemütlich zusammen ins Wochenende starten. Danach bleibt immer noch genug Zeit, etwas anderes zu machen.“ Los geht es um 19:45, nach eineinhalb Stunden ist Schluss.

Zielgruppe sind für Bujanowski vor allem Menschen in Köln. Auch deshalb kommen seine Gäste vor allem aus der Stadt, sind meist auch vor Ort bekannt. Am 6. März sprach er mit zwei Mitgliedern des Kölner Stadtrats. Weitere Veranstaltungen sind zu den Themen Außenpolitik, der Zukunft der Arbeit und Digitalisierung geplant.

Aus der digitalen in die wirkliche Welt

Aufmerksam macht Simon Bujanowski auf die Veranstaltungen vor allem über seine Facebook-Seite. Dort ist gezielte Werbung möglich, die regional oder thematisch zugeschnitten ist. „Das hat auch schon im Kommunalwahlkampf im letzten Jahr gut geklappt.“ Und auch jetzt ist er wieder im Wahlkampf: Im September möchte Bujanowski für die Kölner SPD bei der Bundestagswahl antreten.

„Das Freitagabend-Format kann ich mir auch sehr gut für den Wahlkampf vorstellen“, blickt Simon Bujanowski bereits voraus. Es sei ideal, um mit Menschen zu einem bestimmten Thema ins Gespräch zu kommen. „Und im Sommer können wir es vielleicht auch aus der digitalen in die wirkliche Welt übertragen und Open-Air-Veranstaltungen anbieten.“

Die nächste Veranstaltung steht auch bereits fest. Am Montag wird mit dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Bundestag, Rolf Mützenich, erneut ein Kölner virtuell zu Gast bei Simon Bujanowski sein. Da es ausnahmsweise ein Montag ist, hat der das Format kurzerhand umbenannt: „Zusammen in die Woche mit Rolf Mützenich“, heißt es diesmal.

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