Zuwanderung

Ohne Migration sähe Deutschland alt aus, Herr Seehofer

Kai Doering07. September 2018
Autoproduktion bei Ford in Köln: Ohne Einwanderer müssten Unternehmen schon heute dicht machen.
Autoproduktion bei Ford in Köln: Ohne Einwanderer müssten Unternehmen schon heute dicht machen.
Migration sei „die Mutter aller Probleme“ behauptet Innenminister Horst Seehofer. Die Äußerung ist nicht nur gefährlich, sondern auch inhaltlich falsch. Ohne Migration hätte der Sozialstaat nämlich schon heute große Probleme.

Horst Seehofer hat seine Sprache wiedergefunden. Erst äußerten sich der Bundesinnenminister tagelang nicht zu dem Mord und den darauffolgenden Ereignissen in Chemnitz. Dann teilte er mit, dass er trotz des gemeinsamen Auftretens von AfD und Pegida in Chemnitz keine Grundlage für eine Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz sehe um schließlich Fehler bei der „Rückführung“ eines mutmaßlich Tatverdächten einzuräumen. Zum offensichtlichen Versagen der Polizei kein Wort. Ein Besuch in Chemnitz? Fehlanzeige!

Seehofer legt einen Sprengsatz in die Gesellschaft

Nun hat Seehofer nachgeholt, was er in den vergangenen zwei Wochen versäumt hat – allerdings anders, als von den meisten sehnsüchtig erwartet. Für die Situation in Chemnitz seien nicht etwa die Rechtsextremen verantwortlich, die mit Hitlergruß und Gewaltaufrufen durch die Innenstadt marschierten, sondern „die Migrationsfrage“. Diese sei „die Mutter aller Probleme“ in Deutschland ließ Seehofer die CSU-Abgeordneten bei ihrer Klausur in Neuhardenberg wissen.

Mit dieser Aussage legt der Innenminister, der auch und gerade für die innere Sicherheit zuständig ist, einen Sprengsatz direkt in die Gesellschaft. Nicht umsonst gab es umgehend Applaus aus der rechten Ecke. Vor allem aber hält Seehofers Aussage einer kritischen Prüfung auch inhaltlich nicht stand. Denn genau das Gegenteil ist der Fall.

Deutschland braucht Zuwanderung

„Bereits in der Vergangenheit ergaben sich in Deutschland erhebliche Gewinne für den Sozialstaat durch Zuwanderung“, schreibt etwa das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). Menschen, die aus anderen Ländern einwandern, zahlen nämlich hier in die schon jetzt strapazierten Renten- und Sozialversicherungskassen ein. Auch viele Stellen könnten ohne Zuwanderer schon heute nicht mehr besetzt werden – ein Trend, der sich in den kommenden Jahren noch drastisch verschärfen wird. Das heißt: Ohne Migration könnten viele Unternehmen dicht machen. Und ohne Pflegekräfte aus Osteuropa sähe Deutschland schon jetzt alt aus.

All dies blendet Horst Seehofer mit seiner ignoranten Äußerung aus. Wer sich so wenig in dem Land auskennt, auf das er einen Amtseid abgelegt hat, sollte sich dringend überlegen, ob er seiner Aufgabe überhaupt gewachsen ist.

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Kommentare

Pflegekräfte aus Osteuropa

Das Horst Seehofer eine der größten Gefahren für den Frieden und die Demokratie in diesem Land ist, ist keine neue Erkenntnis. Das hätte die SPD auch wissen müssen, bevor man mit ihm in eine neue Regierung eintrat.
Das man sich hier aber über den Fakt aufregt, dass man ohne Pflegekräfte aus Osteuropa nicht mehr auskommt, finde ich viel schlimmer und bemerkenswerter. Wer trägt denn als Mitglied aller GroKos der letzten Jahre die Mitverantwortung dafür, dass man bei Daimler am Band doppelt soviel verdient wie ein(e) Krankenpfleger/schwester oder Altenpfleger/pflegerin!? Wer hat denn mit dafür gesorgt, dass alle sozialen Berufe soviel Anerkennung und Geld erhalten, wie jemand der alte Schuhe auf einem Flohmarkt verkauft!? Wer hat denn mit dafür gesorgt das Krankenhäuser Gewinne erwirtschaften müssen, anstatt einzig und allein für die Gesundheit der Menschen in diesem Land da zu sein!? Wer hat die Kliniken denn u.a. mit einem riesigen Kostendruck ausgestattet, anstatt mit mit ausreichend und gut bezahltem Personal!?
All dies blendet nicht nur Horst Seehofer aus, bei dem auch nichts anderes zu erwarten war. All dies blendet auch die SPD aus und das ist viel schlimmer!

Migration

Ich arbeite in der Pflege. Ohne die Leistung unserer ausländischen Kolleginnen und Kollegen in Krankenhäusern und Heimen wäre unser Gesundheitssystem längst zusammengebrochen, und ohne weitere Zuwanderung ausländischer Fachkräfte wird es sehr bald zusammenbrechen. Hier jedenfalls ist Migration die "Mutter aller Problemlösungen".

aber nur bei uns,

gerade lief im Deutschlandfunkt ein Bericht über eine Einrichtung für behinderte Kinder in Mazedonien. Dort fehlt qualifiziertes Personal an allen Ecken und Enden , die sind alle bei uns!
Prima - da sind wir doch alle froh, nicht wahr? was scheren uns die Kinder in Mazedonien? Sollen sich doch... , ja , wer soll sich um die kümmern?

Vergesslichkeit ?

Die Zuwanderer werden einem neoliberalen Nützlichkeitskalkül unterworfen. Brauchen die Osteuropäer ihre ausgebildeten Kranken- und Altenpfleger nicht auch selbst ? Ich halte nichts von einem Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Welche Partei was denn dabei als es darum ging Pflegeeinichtungen und Kliniken zu privatisieren - hieß die vielleicht SPD ?. Was ist denn mit mehr Ausbildung und anständige Bezahlung im eigenen Lande ? Bei allem Respekt vor Katarina Barley, aber ihr (aus meiner Sicht nicht ausreichendes) Mieterschutzgesetz wird abermals kläglich scheitern. Welche Parteioberen wollten denn unbedingt die GroKo mit Seehofer, und der Spahn ist auch kein "Herzjesumarxist".
Frei nach Thomas Münzer: Die SPD macht es selbst, dass ihnen der arme Mensch Feind ist.

NEiN!!!

Sorry betreibt Vorwärts Lobbyismus für die deutschen Wirtschaftsverbände/Konzerne?? Wir brauchen keine Massenzuwanderung in den Arbeitsmarkt , da in Zukunft durch Industrie 4.0 und moderner Robotik menschliche Arbeitskraft immer mehr überflüssig gemacht wird. Die Wirtschaft will ausländische Arbeiter hier um geltene Tarifgesetze zu umgehen um damit ein Überangebot auf dem Arbeitsmarkt zu erzeugen um damit die Löhne niedrig halten zu können , sie nutzen die Lage der Menschen aus weil diese bereitwillig für wenig Geld arbeiten werden da sie in ihrer Heimat viel schlechtere Arbeitsbedingungen gewohnt sind. Auf der anderen Seite verlassen immer mehr hochqualifizierte Fachkräfte Deutschland und gehen in die skandinavischen Länder weil sie dort viel mehr verdienen. Es gibt keinen Fachkräftemangel , wir brauchen höhere Löhne , bessere Arbeitsbedingungen , mehr Ausbildungsplätze und eine echte Zukunftsperspektive für die Menschen , all das kann aber die Wirtschaft nicht bieten und man bedient sich jetzt auf dem globalen Markt um willige Sklaven zu finden , weil die deutschen nicht bereit sind für Almosen arbeiten zu gehen.

Ihr solltet euch schämen so ein Artikel zu veröffentlichen.

Doch!

Lieber Peter D.,
zumindest was Ihre Vermutung angeht, die Redaktion des vorwärts betreibe Lobbyarbeit für Wirtschaftsverbände und Konzerne, kann ich sie beruhigen: Das machen wir natürlich nicht! Ihre Argumentation, Deutschland brauche keine Zuwanderung, da menschliche Arbeit durch die Technisierung überflüssig gemacht werde, ist interessant, widerspricht jedoch allen Erfahrungen und Erwartungen. Schon heute können viele Lehrstellen nicht besetzt werden, in der Kranken- und Altenpflege hätte gerade Ostdeutschland schon heute ohne ausländische Pfleger und Ärzte ein Riesenproblem. Die Arbeitswelt wird sich sicher durch die Industrie 4.0 verändern. Ohne gut ausgebildete Fachkräfte wird es aber auch künftig nicht gehen. Davon ab: Wollen Sie einmal von einem Roboter gepflegt werden? Ich nicht!
Mit freundlichen Grüßen
Kai Doering

Wertschätzung und Bezahlung!

Sehr geehrter Herr Doering,

ich würde sehr gerne von gut bezahlten und wertgeschätzten Fachkräften gepflegt werden und nicht von total überlasteten und unter bezahlten. Dabei ist es mir erst mal völlig einerlei welche Nationalität die Fachkraft hat. Dazu gehört vor allem eine entsprechende Wertschätzung dieser Berufe in der Gesellschaft und eine entsprechend hohe Bezahlung. Unter den jetzigen Bedingungen ist es nur logisch das die entsprechenden Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Wer will diese extrem schwere Arbeit denn unter solchen Bedingungen noch leisten!? Und das hat leider auch die SPD mit zu verantworten.
Nicht nur Ostdeutschland hätte ohne ausländische Pfleger und Ärzte ein Riesenproblem. Ich komme aus einer norddeutschen Kleinstadt, in der die Klinik kurz vor der Pleite stand. Nach vielem hin und her läuft der Klinikbetrieb noch, aber wenn man dort die ausländischen Fachkräfte abziehen würde, dann müsste man die Türen sofort schließen, weil der Betrieb nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre. Ich finde es auch befremdlich gesamtdeutsche Probleme im Jahr 2018 immer noch nach Ost und West zu unterteilen. Das spaltet dieses Land!

Beste Grüße

Wolfgang Meyerholz

Nachtrag

Heute tobt und tost der 1. Weltwirtschaftskrieg und für dessen Finanzierung werden alle Maßnamen (die Politik der schwarzen Null) ergriffen, um die Konkurrenten der deutschen Besitzstands- und Erbbesitzfeudalherrschaftskaste zu sichern, der die Absatz- und Umsatzrekorde an der Exportverkaufsfront immer größere Vermögen auf ihre Konten spült, während "das Humankapital" mit Dumping- und Niedriglöhnen abgespeist, mit den Leistungserpressungen der Hartz-IV-Gesetz-Instrumente ausgepresst und entkapitalisiert werden und mit den Sklaven-, Zeit- und Minijobarbeitsgelegenheiten in die Altersarmut getrieben werden.

Ergänzung

Bund, Länder und Kommunen haben uns über unsere Politiker seit 15 Jahren erzählt, dass kein Geld für Bildung, Renten, Infrastruktur da ist. Dazu wurden nahezu alle kommunalen Sozialwohungen verscherbelt, Gebühren erhöht und Leistungen für den Bürger weggespart. Immer unter der Premisse, dasss der Staat sparen und alles privatisiert werden muss. Die letzten Wohnungen wurden übrigens von Hern Söder in München verschleudert.
Nun sind geschätzt 2 Millionen Zuwanderer aufgrund der verfehlten Politik der offenen Grenzen hier reingekommen und der Staat kann jährlich geschätzte 55 Milliarden in Bund Ländern und Kommunen dafür freimachen.
Die Frage muss schon erlaubt sein, warum wir so viele Armutsrentner haben, Menschen die 30 Jahre gearbeitet haben genausoviel ALG II bekommen wie jemand der nie gearbeitet hat. Warum das reiche Deutschland in der Quote an Eigentum der Bürger ganz unten rangiert, in angeblich armen Ländern aber die Bürger einen viel höheren Anteil an Wohneigentum haben.

Aus dem obigen Link:

Aus dem obigen Link:

"Dieses simple Erklärungsmuster lässt sich übrigens mühelos auf die gesamte Debatte rund um den angeblichen Fachkräftemangel und den angeblich drohenden allgemeinen Arbeitskräftemangel ausweiten. Solange 50-jährige Ingenieure wegen der mit dem tariflichen Lohngefüge verbundenen Einkommensregelungen als nicht vermittelbar gelten, kann es mit dem Fachkräftemangel nicht so dramatisch sein. Und solange am unteren Ende der Einkommensskala immer noch der Mindestlohn die Untergrenze markiert, kann auch von einem generellen Arbeitskräftemangel nicht die Rede sein."

@ K. Richter

@ K. Richter

Abtreibungen haben was mit ökonomischen Einflüssen zu tun, Perspektivlosigkeit , befristete Arbeistverträge , Leiharbeit , niedrige Löhne , und daher Planungsunsicherheit für all die Menschen die eine Familie gründen wollen.

Ach was, es gab

Ach was, es gab wirtschaftlich schon viel angespanntere Zeiten in diesem Land, in denen sich viele Menschen für Kinder entschieden haben. Die Frage ist nur: sind wir noch so belastbar wie früher? Ich sage nein. Unsere "Schmerzgrenze" für Belastung ist definitiv gesunken.

Wir brauchen in Zukunft nicht

Wir brauchen in Zukunft nicht soviele Menschen da durch den technologischen Fortschritt menschliche Arbeitskraft in vielen Berufen überflüssig wird , aber nicht soviele Stellen für Roboteringenieure und Programmierer benötigt werden. Das Prinzip der Lohnarbeit wird überflüssig werden und es wird mehr Freizeitausgleich für die Menschen geben. Und das ist das Problem heute das die Menschen immer weniger Zeit fürs Privatleben und Familiengründung haben. Kinderarmut wird aber in Zukunft nicht das Problem sein. Wir brauchen keine Kinder aus anderen Ländern , es ist auch nicht unbegrenzer Wohnraum dafür vorhanden , von den Interkulturellen Problemen in sozialen Brennpunkten , nicht zuletzt Aufgrund deren mangelden Integrationsinwilligkeit speziell aus dem islamischen Kulturkreis ganz zu schweigen , sind diese Menschen kulturell und wirtschaftlich für uns eher eine Belastung. Stattdessen sollte man die Ursachen der Massenflucht in der Welt bekämpfen. Die globalen Angriffs/Interventionskriege der Usa, Frankreich , England , Nato, die Waffenexporte deutscher Rüstungskonzerne stoppen , die ruinöse Geld und Zinspolitik von IWF und Weltbank abschaffen/hinterfragen...etc. etc.

Der Gesellschaft geht die

Der Gesellschaft geht die Arbeit aus.Zumindest die, die einen finanziellen Mehrwert schafft.
Das liegt an Rationalisierung und Automatisierung, zwei Trends, die sich noch verstärken werden. Und die fressen die Jobs auf, bei wachsender Produktion. Gleichzeitig bleiben immer mehr gesellschaftlich notwendige Aufgaben unerledigt, da sie in einem System, welches auf die Kräfte des Marktes vertraut, unbezahlbar sind. Das lohnarbeitsbasierte Gesellschaftsmodell hat sich überlebt. Deswegen ist es Zeit für eine Grundsatzdiskussion über Wertschöpfung, Arbeit und Teilhabe. Menschen mit Visionen sind gefragt.

nichts dazugelernt hat die Redaktion

oder wie sonst erklärt sich die Formulierung "alt aussehen".
Erneut wird gegen alte Leute gehetzt, die doch meist ohne eigenes Verschulden "alt aussehen", denen man also ansieht, dass sie schon ein längeres Leben- meist erfolgreich- bestritten haben, und die nun dennoch herhalten müssen um einen Ausdruck zu finden für ein Versagen. Erst die Herzsportgruppe 90 - jähriger des Herrn Jordan, nun ist es Herr Döring selbst, der die alten Menschen verhöhnt. Es wäre schön, wenn es nur Dummheit wäre, aber es ist wohl mehr. Es ist eine völlige, Respektlosigkeit ausdrückende Verrohung der Sprache, mit der sich die SPD wohl den Anschein der Jugendlichkeit geben will. Sie müssten doch in der Lage sein, die Altersstruktur der Mitgliederschaft zu ermitteln. Und trotzdem hetzen Sie gegen alte Menschen? Haben Sie keine Eltern oder Großeltern? Und wenn Sie sie haben- Sehen diese alt aus? Und wenn sie alt aussehen. Was folgt daraus? Dass es Versager sind?

Schämen Sie sich weiter!

Doppeldeutigkeit

Lieber Hans im Glück,
vielen Dank für Ihren Kommentar, der allerdings aus meiner Sicht etwas übers Ziel hinausschießt. "Alt aussehen" ist tatsächlich auf das biologische Alter der Deutschen zu beziehen, die ja - gottlob! - immer später sterben. Allerdings stehen immer mehr alten (und das ist lediglich eine Tatsachenbeschreibung) Menschen, immer weniger jüngere gegenüber, die ihre Rente bezahlen oder sie pflegen können. Deutschland wird älter oder sieht - etwas flappsig ausgedrückt - alt aus. Dem kann mit der Migration jüngerer, gut ausgebildeter Menschen begegnet werden. Findet sie nicht statt, sieht Deutschland - im doppelten Sinne - alt aus.
Mit freundlichen Grüßen
Kai Doering

nein, so einfach geht das nicht

das Aussehen ist ein Frage der Optik und sie stellen diese in einen durch und durch negativen kontext. Im übrigen:

Sie wollen, bzw die SPD forciert dies, den "Rahm abschöpfen" in den weniger gut entwickelten Staaten und legen damit Hand an eben die Entwicklung dieser Staaten, die zumeist Entwicklungsländer genannt werden. Das ist per se verwerflich. es offenbart offenkundig aber auch, dass die jetzt hier lebenden arbeitssuchenden Menschen auch von der SPD "abgeschrieben " sind, mit denen rechnet niemand mehr. Richtig? Sie sagen es vielleicht nicht in der möglichen Deutlichkeit, bringen es mit der Forderung nach dem Zuzug qualifizierter Personen aus der 3 Welt aber ausreichend deutlich zum Ausdruck.

Das gerade ist ja das Problem der SPD. Wer soll sie denn noch wählen, wenn es für alle Schichten ein Original gibt? Ich weiß es nicht. Wissen Sie es? Dann lassen Sie es uns wissen

Man muss ja nicht nur "den

Man muss ja nicht nur "den Rahm abschöpfen" in den Herkunftsländern sehen. Das Herkunftsland hat doch auch die Ausbildung (Schul- und Berufsausbildung) bezahlt, was wiederum der deutsche Staat spart. Ja, billig und profitabel für den deutschen Staat würde ich sagen. Anstatt in DE Familienförderung zu betreiben, damit die Bürger sich auch Kinder leisten können, möchte man nach Möglichkeit Fachkräfte im Ausland anwerben, also unter Umgehung aller Kosten die Kindererziehung, Schul- und Berufsausbildung, Studium usw. nun mal mit sich bringen. Das ist die globalisierte Wirtschaft, profitabel und billig, was Arbeitsskräfte angeht.

Familienförderung

Liebe Karin,
was Sie schreiben, entspricht nicht der Wirklichkeit. Familienförderung wird ja seit einigen Jahren mit recht großem Aufwand betrieben. Auch ich konnte bereits zweimal den Segen der Elternzeit in Anspruch nehnmen und die (langsam) wieder steigenden Geburtenzahlen zeigen ja auch, dass das Instrument wirkt. Aber der Fachkräftemangel ist real und mit der besten Familienförderung nicht von heute auf morgen wegzubekommen. Also: Das eine tun, ohne das andere zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Kai Doering

Ich gönne es Ihnen, dass sie

Ich gönne es Ihnen, dass sie schon zweimal die Elternzeit in Anspruch nehmen konnten. Über eine Elternzeit bzw. Kinderwunsch braucht der dt. Facharbeiter doch gar nicht nachdenken, will er nicht riskieren, in die Armut abzugleiten. Wissen Sie eigentlich was der dt. Bäcker, der Klempner, der Fleischer für ein mtl. Einkommen hat und wie die eigentlich eigentlich leben? Sehr viele und vor allen Dingen die, die noch den Mut hatten, ein Kind in die Welt zu setzen, leben von der Hand in den Mund, halten sich mit Nebenjobs über Wasser. Familienförderung bedeutet nicht nur, eine Elternzeit einzuführen sondern auch, für die Bürger und die Familien eine gesunde finanzielle Basis zu schaffen. Tauchen Sie mal ein in die reale Welt der abgehängten, schuften Sie doch mal 1/2 Jahr Vollzeit z.B. im Altenheim (von der Pflege ist hier ja öfter die Rede) und freuen sich am Monatsende über ein Gehalt von EUR 1.800,00 brutto, ja dann leben Sie in der Wirklichkeit.

Geburtenrate

Lieber Kai Döhring
Sie weißen darauf hin, dass die Geburtenrate steigt.
Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dann in ein paar Jahren mehr Kita-plätze gebraucht werden und mehr Erzieher, danach dann mehr Schulen und mehr Lehrer........die diesbezugliche Katastrophe ist jetzt schon groß. Sagen Sie das ihrem Parteivorstand mal, nicht dass die SPD wieder alles verpennt. Darum gehts den Menschen und die haben von einer Digitalisierungsdebatte gar nix. Und keine Ankündigungsdebatte, sondern Taten ! Wo man das benötigte Geld dazu herbekommt können sie vielleicht bei Frau Wagenknecht nachfragen oder bei einem richtigen Sozialdemokraten.
Dass man Sie nicht zum Atomphysiker umschulen kann, wie sie in einer anderen Replik betonen, glaube ich gerne, da ist nämlich selbstständiges Denken verlangt und nicht Propaganda für einen sesselklebenden Parteivorstand.

Lieber Hans im Glück,

Lieber Hans im Glück,
Sie wollen nicht allen Ernstes behaupten, den Ausdruck "alt aussehen" nicht zu kennen, oder? Sollte das wirklich so sein, finden Sie hier die Bedeutung: https://de.wiktionary.org/wiki/alt_aussehen Mit Altersdiskriminierung hat das nun wirklich nichts zu tun.
Es geht bei der Zuwanderung nicht darum, "den Rahm abzuschöpfen". Das war nie das Ziel und wird es auch nie sein. Aber gut qualifizierte Menschen sind schon immer dorthin gegangen, wo die Bedingungen für sie am besten waren. Es gibt ja auch keine kleine Zahl Deutscher, die lieber ins Ausland gehen, weil dort die Bedingungen besser für sie sind. Werfen Sie den Ländern dann auch vor, den deutschen Rahm abzuschöpfen?
Und auch "abgeschrieben" wird mit einem Einwanderungsgesetz niemand. Bestimmte Stellen können mit den hier vorhandenen Leuten aber offenbar nicht besetzt werden. Ich könnte auch nicht zum Atomphysiker umgeschult werden, wenn der gerade gebraucht würde. Sie?
Mit freundlichen Grüßen
Kai Doering

gerade weil ich den Begriff

kenne, wende ich mich ernsthaft und mit Nachdruck gegen seine Verwendung im Kontext von Fehlleistungen/Versagen usw.

Es ist ja nicht so, dass es in der deutschen Sprache an alternativen Ausdrucksmöglichkeiten mangelt, man muss solche nur verwenden wollen. Und wer dies nicht macht, stellt alte Menschen ins Abseits und verhöhnt deren Schwächen, auch in der optischen Erscheinung.

Entwicklungspolitisch ist alles gesagt- vom Ende her betrachtet kommen die Entwicklungsländer (auch) aus den von mir genannten gründen nicht zu Potte. Der anhaltende Entzug qualifizierter Menschen ist von Ländern der 3 Welt ist dieser nicht zu kompensieren.

Wer kümmert sich um die Qualifizierung der hier lebenden, beispielsweise der Schüler, die den Hauptschulabschluss nicht schaffen. Von der SPD höre ich dazu nichts. Die setzt auf die Karte Zuwanderung

das mit den Fundstellen ist so eine Sache ,

ich habe auch eine, sh:

https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~alt%20aussehen&...

einen schwachen / schlechten Eindruck machen; in eine schwierige Lage geraten ; unterliegen

Herr Doering- sie wollen nicht wirklich sagen, dass Ihnen der Bezug dieser unsäglichen Redensart zu Menschen im vorgerrückten Alter unbekannt ist, oder?

das andere Thema

will ich nicht aus den Augen verlieren. es ist etwas anderes, ob sich innerhalb der Freizügigkeit im europäischen Wirtschaftsraum Arbeitnehmer ins Ausland begeben, oder ob eines der am höchsten entwickelten Länder der Welt in Staaten der 3 Welt qualifiziertes Personal anwirbt, aus Sicht des Herkunftslands abwirbt. Was die SPD mit dem Zuwanderungsgesetz vorhat, ist ethisch in höchstem maße verwerflich

Neokolonialismus

auch Globalisierung genannt mit den ganzen "Frei"handelsabkommen ist nicht anderes als der "gute alte" Kolonialismus und Imperialismus. Ging es früher um Rohstoffe und Absatzmärkte, so geht es heute zusätzlich darum qualifizierte Menschen abzuwerben. Die Qualifizierung dieser Menschen hat die betroffenen Länder einiges gekostet, das soll nun geraubt werden. Warum ist denn die BRD, EU (Neoeuropa) nicht in der Lage genug qualifizierte auszubilden ? Fehr es an Geld ? Fehlt es am Willen ? Also ich lehne ein Fachkräfteeinwnderungsgesetz" ab, weil auf die Art und Weise die Verelendung des "Südens" verschärft wird. Ein Lob für Kuba, das Ärzte statt Soldaten zur Ebola bekämpfung geschickt hat - dies sollte uns Vorbild sein.
PS.: Gestern war der 11. September ! Ja 1973 mit dem Putsch in Chile fingen die neoliberale Experiment/Exzesse an.

Horst Seehofer hat politischen Abort begangen!

Mit einem Federstrich 20 % der deutschen Bevölkerung dafür verantwortlich zu machen, dass es in Deutschland ungeachtet einer ungeregelten Einwanderungssituation und ungelöster Konflikte in den Heimaltländern von Flüchtlingen auch ungeregelte soziale Missstände in alle Richtungen gibt, ist schon die Karikatur bayrischen Wahlkampfes.

Mit orientalischen Redeweisen Menschen auch aus dem Orient den Integrationsmut und ihre bisherigen Leistungen für seine narzisstischen Züge zu kapern, lässt sich mit einem Rücktritt allein gar nicht lösen. Dafür gehört er geteert und gefedert und auf einer Eisenbahnschiene durch Köthen geführt. Dieses tiefe Gefühl von Genugtuung, dass er einmal erlebt, wie es ist, ungeschützt zur Schau gestellt zu werden, ist zwar politisch nicht verantwortbar.

Seine Eskapaden allerdings sind es auch nicht mehr. Einen parteiübergreifenden Gipfel des sozialen Friedens auszurufen, ist er zu flachbrüstig. Und Hans-Georg Maaßen macht sich zum Sancho Panza dieses Windmühlenkämpfers. Er ist hohl genug, sein politisches Schicksal mit der bayrischen Landtagswahl zu verknüpfen. Da hat ihm sein Elitestudium keine Lebenserfahrung weiter gebracht. So gehet mit Gott, aber geht!

"Rosinenpickerei" verschärft das Problem

Eine "Rosinenpickerei" hin zu "wir nehmen nur auf was gebraucht wird ! ist menschenfeindlich, inhuman, asozial und unchristlich ! Wir brauchen eine Strategie wie wir unseren neokolonialen Lebensstil auf ein halbwegs verträgliches Mass herunterfahren. Wir dürfen nicht den geringeren Wohlstand vieler Nationen ausnutzen um diesen dann die zu deren weiteren Entwicklung dringend notwendigen Fachkräfte abzuwerben. Das verschärft das neoliberale, neokoloniale Bedrohungsszenario mehr denn je ! Das ist Politik nach gusti SPD/Alt ! Es braucht viel mehr projektorientierten Austausch, der auf WIN/WIN abzielen kann. Aber nicht den überkommenen neoliberalen Egozentrismus von gestern ! Wir müssen unser Lebensmodell und unser Wirtschaftsmodell auf den Prüfstand stellen und die praxisnahen Werte abrufen, kritisch bewerten und umsteuern !