Erste Umfragen nach der Wahl

Neue Umfragen: Große Mehrheit will Kanzler Scholz und Ampel-Koalition

Lars Haferkamp28. September 2021
Wahlsieger Olaf Scholz: Die große Mehrheit der Wähler*innen will ihn als Kanzler – das zeigt das Wahlergebnis, das bestätigen jetzt noch einmal drei neue Umfragen.
Wahlsieger Olaf Scholz: Die große Mehrheit der Wähler*innen will ihn als Kanzler – das zeigt das Wahlergebnis, das bestätigen jetzt noch einmal drei neue Umfragen.
Die Botschaft der Wähler*innen am 26. September war eindeutig, neue Umfragen bekräftigen das: Danach wollen 62 Prozent Olaf Scholz als Kanzler, 55 Prozent eine Ampel-Koalition. 71 Prozent halten den Griff Laschets nach der Kanzlerschaft für falsch.

Während Armin Laschet noch versucht, seine Wahlniederlage wegzureden und auszusitzen, steigt der Druck auf die Union, den Willen der Wähler*innen anzuerkennen und die Oppositionsrolle anzunehmen. Dafür sorgen jetzt drei neue Umfragen, die ersten nach der Bundestagswahl am 26. September. Sie bestätigen und bekräftigen das eindeutige Urteil der Wähler*innen.

So zeigt eine Umfrage von Infratest-dimap für den ARD-Deutschlandtrend vom Montag, dass 55 Prozent der Befragten eine SPD-geführte Ampel-Koalition mit Grünen und FDP wollen. Für eine CDU-geführte Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP sprechen sich nur 33 Prozent aus.

Grünen-Anhänger*innen: 81 Prozent für die Ampel

Interessant ist das Votum der Parteianhänger*innen: Während sich bei den FDP-Anhänger*innen 41 Prozent für die Ampel und 51 Prozent für Jamaika aussprechen, ist das Bild bei den Anhänger*innen der Grünen eindeutiger. Hier wollen 81 Prozent eine Ampel- und nur 16 Prozent eine Jamaika-Koalition unter CDU-Führung.

Bei der Frage nach der Direktwahl des Kanzlers zeigt sich laut ARD-Deutschlandtrend eine geradezu erdrückende Eindeutigkeit: 62 Prozent der Befragten entscheiden sich für Olaf Scholz als Bundeskanzler, nur 16 Prozent für Armin Laschet.

Kaum Unterstützung für Laschets Kanzlerambitionen

Wie wenig Unterstützung der CDU-Chef für seine Kanzlerambitionen hat, zeigt auch eine Umfrage des Civey-Instituts vom Dienstag für die „Augsburger Allgemeine“. Danach halten 71 Prozent der Befragten seinen Versuch, trotz CDU-Wahlniederlage Kanzler werden zu wollen, für eindeutig falsch oder zumindest für eher falsch. Nur 22 Prozent unterstützen Laschets Kanzlerambitionen.

Auch eine Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung vom Dienstag dürfte den Druck auf den CDU-Chef weiter erhöhen. Auf die Frage, ob er weiter Parteivorsitzender bleiben soll, antworten 51 Prozent mit nein. Nur 21 Prozent bejahen diese Frage. In der Kanzlerfrage sprechen sich 13 Prozent für Laschet aus. Selbst unter den Anhänger*innen der Union will nur eine Minderheit von 38 Prozent, dass er Kanzler wird. Bei den Wähler*innen der FDP kommt Laschet auf gerade einmal 13 Prozent Zustimmung.

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Kommentare

Achtung !

Nun achtet mal darauf, daß bei den Koalitionsverhandlungen die sozialpolitische Ziele aus dem SPD-Wahlkampf nicht untergehen. Die Rente braucht Nachbesserungen (auf keinen Fall mehr Privatrente) und auch das Lieferkettengesetz braucht einen Update. Vielleicht ist es ja auch möglich, daß die Grünen einen Kohleverstromungsausstieg shon vor 2038 beitragen.