Wahlkampfauftakt in Niedersachsen

Warum Ministerpräsident Weil optimistisch in den Wahlkampf startet

Lothar Pollähne03. August 2022
Auf den Ministerpräsidenten kommt es an: Stephan Weil bei der Vorstellung der SPD-Wahlplakate am 3. August 2022 in Hannover
Auf den Ministerpräsidenten kommt es an: Stephan Weil bei der Vorstellung der SPD-Wahlplakate am 3. August 2022 in Hannover
Eine top motivierte Partei-Basis, ein populärer Regierungschef: Acht Wochen vor der Landtagswahl am 9. Oktober beginnt die SPD in Niedersachsen ihren Wahlkampf. Ministerpräsident Stephan Weil freut sich darauf.

Sichtlich fit und gut gelaunt geht Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs. Die Kondition für die kommenden gut acht Wochen hat er sich bei Bergwanderungen in Tirol und Slowenien geholt: keine schlechte Voraussetzung für das erneute Erklimmen des „Niedersachsen-Gipfels“ am 9. Oktober. Das wird trotz der großen Popularität Stefan Weils kein leichter Gang, denn „das Land muss viele große Baustellen gleichzeitig bewältigen“, so der Ministerpräsident bei der Präsentation der Wahlplakate in Hannover.

Der Krieg in der Ukraine, die explodierenden Energiekosten, die Unwägbarkeiten des kommenden Corona-Winters und der Dürresommer bereiten vielen Menschen in Niedersachsen große Sorgen. Und viele Menschen haben auch schlicht Angst vor dem, was auf sie zukommt. In dieser Situation ist die Niedersachsen-Wahl vor allem eine Vertrauensfrage. Die Wählerinnen und Wähler fragen sich: „Wer kann das und wem können wir vertrauen?“ Aktuelle Umfragen, weiß Stephan Weil, trauen das am ehesten der SPD zu, aber der Ministerpräsident weiß auch, dass Umfragen „Wasserstandsmeldungen“ sind.

Niedersachsen in guten Händen

Niedersachsens SPD reagiert auf die aktuelle Lage mit dem Slogan: „Das Land in guten Händen Stephan Weil“. Bewusst setzt die Partei dabei auf die Popularität des Ministerpräsidenten, der in den kommenden gut acht Wochen auf nahezu jedem Wahlplakat zu sehen sein wird. 60.000 Plakate sind bereits von den Parteigliederungen geordert. Die Basis ist nach Weils Eindrücken „top-motiviert“. Zentrales Anliegen der niedersächsischen SPD ist der „Einsatz für Menschen mit schmalen Schultern“. Das betrifft die Themenbereiche Wohnungsbau, digitales Lernen, Generationengerechtigkeit und Energieversorgung.

Stephan Weil sieht sein Bundesland trotz aller aktuellen Probleme gut aufgestellt für die kommenden Aufgaben. Niedersachsen soll und wird das Energieland Nr. 1 in Deutschland werden und das erste Land mit einer funktionierenden Wasserstoff-Wirtschaft. Das ist gut für die Menschen, gut für Niedersachsen und letztlich auch gut für Deutschland. Stefan Weil sieht Deutschlands Energieversorgung in seinem Bundesland gut aufgehoben, und er verhehlt nicht, dass Krisenmanagement und Zukunftsmut bei ihm in den besten Händen liegen. „Ich freue mich auf den Wahlkampf“, so Weil, „und der wird in Niedersachsen — wie gewohnt — sachlich und fair ablaufen“.

Mit dem Ministerpräsidenten punkten

Mit gut 100 Dialogveranstaltungen sollen neben Stephan Weil die jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten in den Mittelpunkt gestellt werden. Alle sozialdemokratischen Bewerberinnen und Bewerber erhalten ein persönliches Plakat, auf dem Stephan Weil „als Zugpferd“ mit abgebildet ist. Dabei kann der Ministerpräsident auf ein profiliertes Team setzen: mit Sozialministerin Daniela Behrens, Umweltminister Olaf Lies und Innenminister Boris Pistorius als zusätzlichen Leuchttürmen.

„Wenn’s um die Wurst geht, ist die niedersächsische SPD besonders stark“, weiß Stephan Weil aus vergangenen Wahlkämpfen. Das soll sich öffentlichkeitswirksam auf etlichen Großveranstaltungen zeigen, die Bundeskanzler Olaf Scholz neben Stephan Weil in den Mittelpunkt stellen. Der Kanzler wird zum Auftakt der „heißen Phase“ in Cuxhaven und zum Abschluss in Hannover seinen großen Auftritt haben.

Stefan Weil setzt auf Rot-Grün

Dass Stephan Weil ein rot-grünes Regierungsbündnis präferiert, ist keine Überraschung. Mit einem solchen Bündnis hat er in seiner ersten Amtsperiode gute Erfahrungen gemacht, und die aktuellen Umfrageergebnisse geben ihm Recht: Rot-Grün hat deutliche Zustimmungswerte, aber darauf kann sich die niedersächsische SPD nicht ausruhen, denn Umfragen sind — wie gesagt — Wasserstandmeldungen. Stephan Weil wird also er seine ganze, „angewanderte“ Kondition einbringen müssen, damit die Wahlparty am 9. Oktober zum „Oktoberfest“ für die SPD wird.

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Kommentare

Weil setzt auf Rot Grün

Schade nur dass du Grünen wie in den anderen bundesländern (Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, und und und ) auf Schwarz-Grün setzen werden. Wer rot will muss rot wählen.

Selber machen

Die SPD kann nur auf ihre eigene Kraft vertrauen und dazu gehört eine sozialdemokratische Programmatik. Davon schimmert in diesem Beitrag wenig durch. Die Grünlinge halten es doch sowieso lieber mit der CDU und machen dann das genaue Gegenteil von dem was sie im Wahlkampf versprechen.
Allzuviel Autosugestion hilft der SPD auch wenig, denn das ging schon in NRW ziemlich daneben. Allzuviel Zufriedenheit mit der Bundespolitik ist bei den Wähler/inne/n ja nicht zu finden und das könnte auch auf Niedersachsenebene durchschlagen. Wichtig ist es selbstkritisch die eigene Situation zu sehen und dann SOZIALDEMOKRATISCHE Perspektiven zu vertreten.

Hey bin der Michael aus

Hey bin der Michael aus Oldenburg ich bin der Meinung wir brauchen eine Starke Demokratie um die AfD raus zu schmeißen wer hier gegen SPD und Grüne boxt ist hier falsch am Platz Linke Politik ist gerade in solchen Zeiten wichtiger denje nicht vergessen am 9 Oktober Rot Grün zu wählen die AfD hat wieder aufgeholt es wäre toll wenn die AfD in Niedersachsen wie in Schleswig-Holstein aus dem Parlament fliegt weil die AfD keine Option ist meine Meinung
Mit freundlichen Grüßen
Michael Mechelhoff