Gerechtigkeit

„Mehr Gleichheit“: Stegner warnt vor Gefahr der Ungerechtigkeit

Robert Kiesel28. November 2016
Ralf Stegner
SPD-Vize Ralf Stegner warnte bei der Konferenz „Mehr Gleichheit“ der Friedrich-Ebert-Stiftung vor den Gefahren einer wachsenden Ungleichheit in Deutschland und der Welt.
Die Ungleichheit in Deutschland wächst, gleichzeitig beschleunigt sich die Spaltung der Gesellschaft. Die Konferenz „Mehr Gleichheit“ der Friedrich-Ebert-Stiftung sucht Wege aus der Krise.

Mit einem Appell für mehr Gerechtigkeit und Umverteilung in Deutschland und der Welt hat SPD-Vize Ralf Stegner am Montag in Berlin die Konferenz „Mehr Gleichheit“ der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) eröffnet. Stegner erinnert an die Grundwerte der SPD, die in „nicht ins Museum gehören, sondern für den täglichen Gebrauch“ da sind und eng mit dem Kampf für mehr Gerechtigkeit und Gleichheit verbunden seien.

Ungleichheit: Fatale Folgen für die Demokratie

Stegner kritisierte, dass auch in Deutschland der Wohlstand „krass unterschiedlich verteilt“ sei, sich die Schere zwischen Reichtum und Armut immer weiter öffne. Dafür gebe es „dramatische und deprimierende Befunde“. In der Konsequenz führe das dazu, dass sich „viele Menschen nicht ganz zu Unrecht abgeschrieben fühlen“, mit fatalen Auswirkungen für Demokratie und solidarisches Miteinander. „Was uns in Deutschland bedroht, ist nicht Vielfalt, sondern Einfalt“, so Stegner mit Blick auf die Erfolge der rechtpopulistischen AfD bei den jüngsten Landtagswahlen unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Mit Blick auf das Zusammenwachsen der globalisierten Welt erklärte Stegner: „Ungleichheit ist eine Frage von Krieg und Frieden, eine Frage von Wohlstand versus Armut. Wenn wir das nicht kapieren, werden wir es noch schmerzlich erleben müssen. Die, die es gut haben, werden lernen müssen zu teilen“, ergänzte Stegner und brachte wiederholt ein Ende deutscher Waffenlieferungen ins Ausland ins Gespräch.

Im Anschluss an Ralf Stegner warb Gesine Schwan dafür, den Kampf für Gleichheit und Gerechtigkeit mit Leidenschaft zu führen - in Deutschland und Europa.

Wie mehr Gerechtigkeit schaffen?

Im Rahmen ihrer Konferenz „Mehr Gleichheit“ diskutiert die Friedrich-Ebert-Stiftung mit zahlreichen Experten aus Politik und Wirtschaft, wie der aktuelle Trend wachsender Ungleichheit und härterer Verteilungskämpfe gestoppt oder gar umgekehrt werden kann. „Die Norm von mehr Gleichheit schreit nach ihrer Verwirklichung, auch hier in Deutschland“, hatte FES-Vorstand und Ex-DGB-Vorsitzender Michael Sommer in seiner Eröffnungsrede erklärt. Gäste der Konferenz sind unter anderem Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, SPD-Chef Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Katarina Barley.

Das vollständige Programm der Konferenz „Mehr Gleichheit“ sowie einen live-stream finden Sie hier

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Kommentare

Augenwischerei

Seit 150 Jahren fordert die Partei mehr Gerechtigkeit- die Entwicklung, zumal wenn man sie weltweitbetrachtet- verlief genau umgekehrt. Was also soll die Augenwischerei?

Problem erkannt - Lösung gesucht

Hallo,
natürlich fordert die SPD seit 150 Jahren mehr Gerechtigkeit. Aber, dass die Entwicklung seit 150 Jahren in das Gegenteil verläuft stimmt nicht. Wenn wir nur beachten, dass wir zum Beispiel den 8-Stunden-Tag haben, ein System der Sozialversicherungen, höhere Löhne, Arbeitsschutz und Lohnfortzahlung, Urlaub. Das gab es ja alles vorher nicht. Und das ist gerecht.

Aber jetzt ist scheinbar - auch aufgrund der globalen Entwicklung - eine Rückkehr eingekehrt. Und daher muss die SPD dagegen halten. Ja, auch gegen die eigenen Fehler, die die SPD gemacht hat.