Projekt gegen rechts

Maske ab: Warum die „Hooligans gegen Satzbau“ aufhören

Kai Doering12. August 2022
Die Sturmhauben sind ab: Frauke Seeba und Matthias Seeba-Gomille hören als „Hooligans gegen Satzbau“ auf.
Die Sturmhauben sind ab: Frauke Seeba und Matthias Seeba-Gomille hören als „Hooligans gegen Satzbau“ auf.
In den Sozialen Medien waren sie ein Phänomen. Ihre „Antifamily-Card“ ist schon ein Klassiker. Nun hören die „Hooligans gegen Satzbau“ auf. Gegen rechts wollen sie weiter aktiv blieben – unter ihren echten Namen.

Fast acht Jahre lang waren die weißen Sturmhauben ihr Markenzeichen – und ein Schutz gegen mögliche Übergriffe von rechts. Nun haben „Kiki Klugscheißer“ und „Der Grafikhool“, die gemeinsam die „Hooligans gegen Satzbau“ (HoGeSatzbau) bilden, ihre Kapuzen abgenommen, für immer. „Es hat sich einfach überlebt“, sagt Matthias Seeba-Gomille, wie der Grafikhool im wahren Leben heißt, in einem am Freitag veröfffentlichten Text auf der Seite des Veto-Magazins.

Die HoGeSatzbau braucht es nicht mehr

Als er und seine Frau Ende 2014 begonnen haben, sei der Einsatz gegen Hass im Internet neu gewesen – und damit auch die Idee der „Hooligans gegen Satzbau“, die rechte Parolen mit mit Witz, Klugheit und Sachkenntnis konterten. Heute kommentierten dagegen so viele andere witzig und klug gegen rechts, dass es die „Hooligans“ nicht mehr brauche. Im selben Text wird seine Frau Frauke Seeba mit den Sätzen zitiert: „Es hat ehrlich gesagt ganz zum Schluss keinen Spaß mehr gemacht. Wir sind einfach damit durch. Und nun kommt etwas Neues.“

Die Identität der beiden Aktivist*innen war lange ein gut gehütetes Geheimnis. Außer dass sie sich vor allem um die Texte und den Social-Media-Auftritt kümmerte und er die Grafiken vom Sharepic bis zum Plakat bastelte, war nicht viel über „Kiki Klugscheißer“ und den „Grafikhool“ bekannt. Nicht zuletzt, um sich und ihre Familie gegen mögliche Angriffe von rechts zu schützen.

Aufklärungsbuch in Planung

Sorge, dass diese nun nach der Demaskierung noch stattfinden könnten, haben die „Hooligans“ nicht, wie sie im Gespräch mit dem Veto-Magazin betonen. Und ganz aufhören wollen sie auch nicht. Sie arbeiten bereits an einem neuen Sachbuch. Darin dekonstruieren sie Verschwörungsstrategien und klären über die Methoden von Rechtspopulist*innen und -extremist*innen auf. Im Gegensatz zu ihren bisherigen Veröffentlichungen wird es unter ihren echten Namen erscheinen.

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