Bundestagswahl 2017

Martin Schulz im ZDF-Klartext: Bürgernah, kompetent und souverän

Vera Rosigkeit13. September 2017
Bürgernah, kompetent und menschlich – SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz tourt zur Zeit durch Deutschland
Bürgernah, kompetent und menschlich – SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz tourt zur Zeit durch Deutschland
Mieten, Pflege, Renten ­– SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz punktet in der ZDF-Wahlsendung Klartext mit klaren Aussagen zu sozialen Themen. Am Ende fordert er von Kanzlerin Merkel ein zweites TV-Duell. So sind die Reaktionen:

Als besten Moment von SPD Kanzlerkandidat Martin Schulz in der ZDF-Wahlsendung Klartext wertet Spiegel Online das Gespräch mit Rentnerin Renate Braun aus Hamburg. Ihre Sorge: Gemeinsam mit ihrem Mann zahlt sie aktuell für ihre Wohnung 230 Euro Kaltmiete, die nach einer Renovierung auf 850 Euro erhöht werden soll. Sie erklärt dem SPD-Vorsitzenden, dass ihr die Mietpreisbremse nicht helfen würde. Schulz antwortet, die SPD hätte die Mietpreisbremse verschärfen wollen, doch der Gesetzentwurf werde im Bundeskanzleramt blockiert. Schulz: „Frau Merkel hat das nicht gewollt.“ Den von Frau Braun beklagten Anstieg ihrer Miete bezeichnet Schulz als „sittenwidrigen Wucher“.

Den von Schulz zum Ende der Sendezeit geäußerten Einwurf, er habe der CDU-Chefin und Amtsinhaberin per Brief ein zweites Duell vorgeschlagen, beschreibt das Nachrichten-Magazin als „eine echte Überraschung. Ein kleiner Coup“. Begründung: „Ob Schulz und seine Partei davon etwas haben werden, ist erst mal egal. Dass Merkel wohl nicht auf die Forderung eingehen wird, ebenfalls. Aber für den SPD-Kanzlerkandidaten und die Sozialdemokraten ist es ein Lebenszeichen, das manchen verzagten Genossen aufbauen wird.“

Detailkenntnisse und Nähe zu den Zuschauern

Aber auch mit persönlichem Auftreten kann Schulz punkten. Bei heute.de heißt es: „Schulz kann in vielen Politikfeldern Detailkenntnisse vorweisen, da kommt ihm seine Erfahrung als Bürgermeister entgegen“ und wenige Zeilen weiter: „Schulz sucht die Nähe zu den Zuschauern, setzt sich zu den Fragestellern. Aber es wird längst nicht nur gekuschelt mit dem potentiellen Wähler.“

In der Welt liest sich das so: „Im direkten Gespräch mit Bürgern beim ZDF spielt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz seine Stärken aus. Für Mietwucher und zu geringe Renten macht er Angela Merkel verantwortlich. Beim Thema Gewalt durch Flüchtlinge wird Schulz deutlich.“

Die Morgenpost schreibt:  „Martin Schulz ist ein kompetenter Politiker, der möglicherweise auch ein guter Kanzler wäre. Diesen Eindruck konnte man nach dem „Klartext“-Bürgerforum im ZDF erneut mitnehmen.“

Eine gute Figur, auch weil es ihm immer wieder gelang, „Persönliches einzubringen“, machte Schulz auch im Online-News Portal DerWesten: „Früher gab es auf jedem Dorf eine Ein-Mann-Polizeistation. Auf so einer bin ich zur Welt gekommen“, sagte Schulz an einer Stelle. „Wir müssen die berufliche Qualifikation stärken: Ich leide da selbst drunter, weil ich eine normale kaufmännische Lehre gemacht habe“, an einer anderen.“

Merkel sagt Nein zu 2. TV-Duell

Auch innerhalb seiner Partei konnte Schulz punkten: Als sehr bürgernah, kompetent und souverän sehen ihn Anhänger und Parteifreunde und sind begeistert vom starken Auftreten des Kanzlerkandidaten:

Die Forderung nach einem zweiten TV-Duell kommt gut an.

Auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel inzwischen abgelehnt hat.

 

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Kommentare

Verdienste der SPD

Martin Schulz und die Partei muss sich nicht geringer darstellen als als sie sind. Die Bewegungen in der GroKo gehen zum großen Teil auf die SPD zurück. Die Agenda 2010 war im Kern gut und richtig, nur durch die C-Parteien zerfleddert worden. Im ersten Duell mit Angela Merkel hatte das Kanzleramt und Herr Seibert die Spielregeln zugunsten der Kanzlerin manipuliert. Martin Schulz tut gut daran ein zweites Duell zu fördern auch wenn es nicht zustande kommt. Psychologisch sehr gut. Ich denke man muss die SPD bei der Wahl stärken.