Älteste politische Stiftung

Martin Schulz soll Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung werden

Kai Doering08. September 2020
Ein Europäer für die Friedrich-Ebert-Stiftung: Kurt Beck hat Martin Schulz als neuen Vorsitzenden vorgeschlagen.
Ein Europäer für die Friedrich-Ebert-Stiftung: Kurt Beck hat Martin Schulz als neuen Vorsitzenden vorgeschlagen.
Acht Jahre war Kurt Beck Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Dezember ist nun Schluss. Als seinen Nachfolger schlägt Beck den früheren SPD-Vorsitzenden Martin Schulz vor.

Er war Präsident der Europäischen Parlaments, SPD-Vorsitzender und -Kanzlerkandidat. Künftig soll Martin Schulz die parteinahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) führen. Der bisherige Vorsitzende Kurt Beck tritt nach acht Jahren im Amt bei der Wahl im Dezember „aus Altersgründen“ nicht mehr an. Der Stiftungsvorstand habe ihn gebeten, einen Vorschlag für seine Nachfolge zu machen, teilte Beck am Dienstag mit. „Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen“ sei seine Wahl auf Martin Schulz gefallen.

Ein geachteter Europäer für die FES-Spitze

„Die Zukunft Europas ist für die Zukunft unseres Landes von entscheidender Bedeutung. Ein ausgewiesener und geachteter Europäer an der Spitze der ältesten und traditionsreichen politischen Stiftung in Deutschland wird dieses wichtige Anliegen der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung überzeugend verkörpern und weiter voranbringen“, sagte Beck zur Begründung.

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans begrüßte den Vorschlag. „Mit Martin Schulz würde die Stiftung einen Vorsitzenden erhalten, der international hohes Ansehen genießt“, sagte er. Vor allem durch sein entschlossenes Eintreten gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus und für die Stärkung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie haben sich Schulz „hohen Respekt erworben.“

Wahl im Dezember

Die Wahl des FES-Vorstands findet turnusmäßig alle zwei Jahre statt. Kurt Beck führt die Stiftung mit seinen beiden Vize-Vorsitzenden Hannelore Kraft und Michael Sommer bereits seit 2013. Martin Schulz ist bereits Mitglied des rund 130-köpfigen Vereins, der die Friedrich-Ebert-Stiftung trägt. Mit 95 Jahren ist sie die älteste politische Stiftung Deutschlands. Rund 670 Mitarbeiter*innen sind weltweit für die Stiftung tätig.

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Kommentare

Verdienste

Nun möchte ich die Verdienste von Martin Schulz nicht alle anzweifeln, aber seine Schwächen und seine Vertaktiererei nach der Bundestagswahl 2017 sind mir noch in Erinnerung. Nun soll es aber nicht nur um Martin Schulz gehen, denn was in der Öffentlichkeit negativ ankommt ist doch, daß die SPD in den letzten 20 Jahren an einer Regierungspolitik beteiligt war, die objektiv betrachtet (siehe Piketty) die Einkommensschere zwischen Armen und Reichen immer weiter geöffnet hat. Politiker*** die mit dieser Politik an der mangelnden Wählergunst scheiterten und denen das Hlfter abgenommen wurde, werden dann postpolitisch auf Stiftungsposten gesetzt, mit Vergütungen die die Vorstellungswelt von Normalverdienerinnen sprengt. Andere dienen ihr Adressbuch, wohl honoriert, der Privatwirtschaft an.
Leute ! Wenn die SPD Wählerzuspruch möchte dann muss da politische Glaubwürdigkeit vermittelbar sein ! Jede*** Straßen- und Tapeziertischwahlkämpfer** kennt doch den Vorwurf: "Ihr schafft doch alles nur in euere eigenen Taschen". Wie soll man das entkräften ?

Das lässt sich nicht entkräften,

weil es sich genau so verhält. Das einzige was erwähnenswert ist, dass es bei anderen Parteien auch nicht anders ist. Es trifft den Kern der Sache, wenn man nicht von Politikverdrossenheit spricht, sondern von Politikerverdrossenheit.

Leider trifft das

Gerade auf die Partei nicht zu, die wir alle nicht mögen. Das ist auch eine der Stärken dieser Partei. Solche Vorgänge stärken sie weiter. Man fragt sich, warum dkie ehemaligen den hals nicht voll genug kriegen. ASB ist auch sp ein Beleg. Bitte nicht wundern, dass die Wahlergebnisse sind, wie sie sind

Ehrenamt

Wie man das entkräften soll? Ganz einfach: mit der Wahrheit. Der Vorsitz der Friedrich-Ebert-Stiftung ist nämlich mitnichten ein Posten "mit Vergütungen die die Vorstellungswelt von Normalverdienerinnen sprengt", sondern ein Ehrenamt, für das es lediglich eine Aufwandsentschädigung gibt. Finanziell dürfte sich Martin Schulz also verschlechtern. Vor der öffentlichen Empörung also vielleicht einfach mal in sich gehen.

Aufwandsentschädigung

Wie hoch ist denn nun ? Hat nicht der Sigi von Tönnies auch so was gekriegt ?