Corona-Pandemie

Lockdown: So funktioniert die Ausweitung der Kinderkrankentage

Kai Doering12. Januar 2021
Vollzeit-Job und Homeschooling: Wer im Corona-Lockdown seine Kinder zuhause betreuen muss, hat Anspruch auf mehr Kinderkrankentage.
Homeschooling als Vollzeit-Job für Eltern: Wer im Corona-Lockdown seine Kinder zuhause betreuen muss, hat Anspruch auf mehr Kinderkrankentage.
Damit berufstätige Eltern ihre Kinder bei Schul- und Kita-Schließungen während des Corona-Lockdowns zuhause betreuen können, wird die Zahl der Kinderkrankentage verdoppelt. Das ist dabei zu beachten.

Was sind Kinderkrankentage?

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer*innen einen Anspruch, von ihrer Arbeit freigestellt zu werden, wenn ihr Kind krank ist. Das gilt für Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Geregelt ist das in §45 des Sozialgesetzbuches. Pro Kind und Kalenderjahr hat jeder Elternteil Anspruch auf zehn Kinderkrankentage. Bei Alleinerziehenden beträgt der Anspruch 20 Tage.

Was ist das Kinderkrankengeld und wie hoch ist es?

Für die Zeit der Freistellung wegen der Krankheit des Kindes erhält die freigestellte Person im Regelfall 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens aber 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Um Kinderkrankengeld zu erhalten, muss der betroffene Elternteil den Krankenschein des Kindes bei seiner Krankenkasse einreichen.

Warum gibt es jetzt ein „Corona-Kinderkrankgeld“?

Als die Ministerpräsident*innen und die Bundesregierung am 5. Januar beschlossen, den Corona-Lockdown inklusive Schul- und Kita-Schließungen zu verlängern, verkündeten sie auch eine Erleichterung für Eltern, die ihre Kinder während dieser Zeit zuhause betreuen müssen: die Ausweitung der Kinderkrankentage. Die Politik reagiert damit auf Erfahrungen aus dem Lockdown im Frühjahr, als viele berufstätige Eltern große Probleme bei der Betreuung ihrer Kinder hatten. Die SPD hatte deshalb darauf gedrungen, es diesmal besser zu machen.

Wie sieht die neue Regelung aus?

Jeder Elternteil soll in diesem Jahr 20 statt zehn Kinderkrankentage nehmen dürfen (Alleinerziehende 40 statt 20). Zudem muss das Kind nicht erkrankt sein, um die Regelung in Anspruch zu nehmen. Es reicht aus, wenn eine Betreuung ansonsten nicht gewährleistet wäre. Die Beantragung und Auszahlung des Kinderkrankengelds sollen auch in diesem Fall über die Krankenkassen laufen. Die Eltern müssten dieser dann eine Bescheinigung vorlegen, dass die Schule oder die Kita geschlossen ist. Bezahlt werden soll das Geld aus Steuermitteln.

Wo können Kinderkrankentage zur Kinderbetreuung beantragt werden?

Die Kinderkrankentage müssen bei bei der Krankenkasse beantragt werden. Die Regelung gilt rückwirkend zum 5. Januar für Kinder bis zwölf Jahre, bei Kindern mit einer Behinderung bis 18 Jahre.

Gilt das Recht auf zusätzliche Kinderkrankentage auch, wenn die Kita eine Notbetreuung anbietet?

Ja. Der Anspruch gilt auch, wenn – wie aktuell – die Behörden den Eltern raten, ihre Kinder coronabedingt lieber zuhause zu betreuen. Auch wenn die Eltern grundsätzlich im Homeoffice arbeiten, können sie die zusätlichen Kinderkrankentage in Anspruch nehmen.

Welche anderen Erleichterungen gibt es für berufstätige Eltern?

Im Infektionsschutzgesetz ist bereits vorgesehen, dass Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder ihrer Arbeit nicht oder nur eingeschränkt nachgehen können, Anspruch auf eine Lohnforzahlung haben. Sie beträgt 67 Prozent des enstandenen Verdienstausfalls, höchstens aber 2016 Euro. Dies gilt für maximal zehn Wochen (bei Alleinerziehenden 20). Die Auszahlung übernimmt zunächst der Arbeitgeber, der das Geld auf Antrag von der im jeweiligen Bundesland zuständigen Behörde zurückerstattet bekommt.

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